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Breite Ablehnung der Totalrevision der EU-Öko-Verordnung

11.7.2014 - Wirtschafts-, Bauern-, Forschungs-, Länder- und Verbraucher- sowie Vertreter der Deutschen Bunderegierung sprachen sich während des Fachgesprächs des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) am vergangenen Mittwoch einhellig für eine Zurückweisung der Vorschläge der EU-Kommission zur Revision der EU-Öko-Verordnung aus.

Gründe für die breite Ablehnung gibt es genug: Allen voran schafft die Kommission mit ihrem Revisions-Entwurf einen Rechtsrahmen, der die Entwicklung von Bio in Europa stark zurückdrängen würde. Während des BÖLW-Fachgesprächs wurde der Kommissions-Entwurf von den unterschiedlichen Stakeholdern diskutiert und einheitlich negativ bewertet.

BÖLW-Vorstand Jan Plagge fasste die Kritik abschließend zusammen: „Die EU-Gesetzgebung ist keine Tarifverhandlung mit Maximalforderungen vonseiten der EU-Kommission. Wenn es darum gehen soll, eine konsistente Politik für eine Weiterentwicklung der Ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft zu machen, ist ein „Nein“ zum Revisionsentwurf alternativlos. Die Unternehmen brauchen sichere rechtliche Rahmenbedingungen, um die Erfolgsgeschichte der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft fortschreiben zu können. Dies ist sowohl vom grundsätzlichen Ansatz „Totalrevision“ als auch handwerklich und in den Detailregelungen stark gefährdet. Die Bio-Branche selbst hat kontinuierlich Vorschläge zur Weiterentwicklung der bestehenden Verordnung vorgelegt. Diese müssen Berücksichtigung finden."

Für mehr heimisches Bio benötigen Öko-Bauern, -Verarbeiter und -Händler:

  • eine Forschungs- und Innovationsinitiative der EU, ähnlich dem deutschen Bundesprogramm, mit einem eigenen Etat, um wichtige Innovationen in der Ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft in Richtung Öko-Züchtung, -Futtermittel und Intensivierung der Produktion zu erreichen;
  • eine EU-Umsetzungsinitiative für eine angepasste und harmonisierte Umsetzung der bestehenden Verordnung in allen Ländern sowie
  • eine Fortschreibungsinitiative für eine kontinuierliche und gezielte Weiterentwicklung der bestehenden Verordnung.

Deshalb ist es nun entscheidend, gemeinsam mit allen Partnern in Deutschland und den anderen EU-Mitgliedsländern, die Zurückweisung dieses Entwurfs und die Fortschreibung des bestehenden EU-Bio-Rechts zu erreichen.

Quelle: Pressemeldung des BÖLW vom 9. Juli 2014
Bild oben: EU-Öko-Siegel

Mehr Informationen:

BÖLW-Infos zur Revision der EU-Öko-Verordnung

Slow Thema EU-Agrarpolitik


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