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Europäische Kommission diskutiert mit Slow Food über artgerechte Tierhaltung

3.2.2014 - Die EU-Kommission hat im Januar eine neue Strategie verabschiedet, durch die der Tierschutz in der EU weiter vorangebracht werden soll. Geplant ist die Ausarbeitung eines allgemeinen und europaweit gültigen Tierschutz-Rahmengesetzes. Im Dialog mit der Kommission will Slow Food sicherstellen, dass dabei insbesondere die Bedürfnisse und Anliegen der Kleinerzeuger Gehör finden.

Auf der Konferenz „Die wichtigsten Errungenschaften der EU-Tierschutzstrategie 2012 - 2015“ wird Piero Sardo, Präsident der Slow Food Stiftung für biologische Vielfalt, die diesbezüglichen Ideen von Slow Food vorstellen. Die Veranstaltung findet im Charlemagne-Gebäude der Europäischen Kommission am 12. Februar 2014, von 9:30 bis 13:00 Uhr statt. Sie wird von der Kommission anlässlich der Halbzeitbewertung der EU-Tierschutzstrategie organisiert und besteht aus vier Themenbereichen: I Landwirtschaft, II Transport und Durchsetzung, III Lebensmittelqualität, IV Aus- und Fortbildung. Unter den Referenten findet man den EU-Kommissar für Gesundheit, den Generaldirektor für Gesundheit und Verbraucherschutz, sowie Tierärzte, Tierschutzaktivisten und Wissenschaftler:

Artgerechte Tierhaltung ist zentrales Anliegen von Slow Food

In den letzten Jahren ist die artgerechte Tierhaltung für Slow Food zum zentralen Anliegen geworden. Deswegen arbeitet der Verein eng mit den Erzeugern aus den Slow Food Presidi Projekten zusammen um so einen direkten Einfluss auf die Haltungsbedingungen von Tieren in der Landwirtschaft nehmen zu können. Slow Food hält die intensive Tierhaltung für unakzeptabel, weil sie nicht artgerecht ist und die Nachhaltigkeit, die menschliche Gesundheit sowie die Lebensgrundlage der Kleinerzeuger und der ländlichen Gemeinschaften gefährdet. Die besondere Aufmerksamkeit des Vereins gilt dabei den Tierschutzaspekten wie Tiertransport, Einsatz von Antibiotika, Markierung, Verstümmelung und Zwangsmästung.

Gründung eines neuen Käse-Presidios in Belgien

Während seines Aufenthalts in Belgien wird Piero Sardo auch die Erzeuger des Rohmilchkäses aus der Stadt Herve besuchen. Vom 10.-11. Februar unterstützt er die Gründung eines Presidios, das diese nicht pasteurisierte Käsespezialität schützen soll. Slow Food hat sich entschieden, ein Presidio für dieses traditionelle und kulturell wichtige Erzeugnis ins Leben zu rufen, weil die Rohmilchkäsesorte vom Verschwinden bedroht war: 1945 gab es in Herve noch 500 Käsehersteller, heute erhalten nur noch zwei die Tradition. Slow Food hat die Spezialität zu seinem Katalog der bedrohten Lebensmittel, der Arche des Geschmacks, hinzugefügt.

Quelle: Pressemeldung von Slow Food International vom 3. Februar 2014
Übersetzung und Redaktion: Mariusz Rybak und Anke Klitzing
Illustration: © EU-Kommission

Mehr Informationen:

Ankündigung der Konferenz auf der Website der EU-Komission (Englisch):
http://ec.europa.eu/dgs/health_consumer/information_sources/ahw_events_en.htm

Das Programm der Konferenz (Englisch):
Conference on the achievements of the EU Strategy for the welfare of animals 2012-2015

Slow Food Positionspapier zu "Tieren in der Landwirtschaft":
Positionspapier auf Deutsch


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