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Zwei neue Kandidaten für die Arche des Geschmacks

7.5.2014 - Nachtrag zur Meldung vom 24.4.2014: Wir freuen uns, dass die Anträge, den Birkenfelder Apfel und die Schwarz-Blaue Frankenwälder Kartoffel in die Slow Food Arche des Geschmacks aufzunehmen, keinen Widerspruch erfahren haben. Somit sind in Deutschland nun offiziell 48 Passagiere an Bord der Arche.

24.4.2014 - Für den Birkenfelder Apfel und die Schwarz-Blaue Frankenwälder Kartoffel sind Anträge auf Aufnahme in das internationale Arche-Projekt von Slow Food gestellt worden. Im Sinne der Erhaltung der Biodiversität sollen die lokalen Sorten so vor dem Vergessen bewahrt werden.

Die Anträge auf Aufnahme wurden von der Arche-Kommission von Slow Food Deutschland angenommen und vom Vorstand bestätigt. Sofern bis zum Ablauf der Widerspruchsfrist bis zum 6. Mai 2014 kein Einspruch aus dem Verein erfolgt, gehen die beiden Kandidaten als offizielle Passagiere an Bord der Arche des Geschmacks und verlängern die deutsche Passagierliste auf 48 Mitreisende. Das Projekt schützt weltweit rund 1450 regional wertvolle Lebensmittel, Nutztierarten und Kulturpflanzen vor dem Vergessen und Verschwinden. Um von Slow Food gerettet zu werden, muss der Passagier bestimmte Kriterien erfüllen. So muss er beispielsweise in seiner Existenz bedroht und traditionell in einer Region verankert sein.


Birkenfelder Rotapfel

Der Birkenfelder Rotapfel, auch Birkenfelder Rotäpfelchen genannt, ist als regionale Apfelsorte vor allem im Landkreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz bekannt. Die Sorte ist von dem Pomologen Richard Dahlem aus Trier vor einigen Jahren als eigenständige Regionalsorte bestätigt und beschrieben worden. Die dunkelroten, fast schwarzen Früchte zeichnen sich durch einen feinsäuerlichen Geschmack und gute Lagerfähigkeit aus. In der Region verwendet man sie traditionell für die Herstellung von Apfelgelee.


Schwarz-Blaue Frankenwälder Kartoffel

Der Name „Schwarz-Blaue aus dem Frankenwald“ bezeichnet eine alte Landsorte der Kartoffel (Solanum tuberosum ssp. tuberosum L.). Sie wurde in den 1980er Jahren von Liebhabern und Sammlern alter Kartoffelsorten im nördlichen Frankenwald aufgefunden und nach ihrem Aussehen und ihrem Fundort benannt. In ihrem heutigen Verbreitungsgebiet wird sie „Schwarz-Blaue“ oder einfach nur „Blaue“ genannt. In Teilen des Verbreitungsgebiets sind die Dialektbezeichnungen „Mäusla“ (Mäuschen) und „Rußäla“ (kleines Wesen schwarz wie Ruß) gebräuchlich. Die stark „mehlig kochende“ Schwarz-Blaue Frankenwälder Kartoffel hat einen kräftig würzigen, robust erdigen, urtümlichen Kartoffelgeschmack.

Bilder: © Andreas Schäfer (1), Gerd Sych (1)

Weitere Informationen:

Arche des Geschmacks


Slow Food Deutschland e. V. - Luisenstraße 45 - 10117 Berlin - Telefon: 030 / 2 00 04 75-0 - E-Mail: info@slowfood.de