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Carlo Petrini spricht auf der "Wir haben es satt"-Kundgebung in Berlin

9.1.2014 - "Gutes Essen und eine gute Landwirtschaft für alle" lautet das Motto der Demo "Wir haben es satt!", die am 18. Januar 2014 in Berlin stattfindet. Als Hauptredner der Veranstaltung hat sich Slow Food Präsident Carlo Petrini angekündigt.

Schon zum vierten Mal geht Slow Food Deutschland mit einem breiten gesellschaftlichen Bündnis von LandwirtInnen, VerbraucherInnen, Tier- und UmweltschützerInnen, ImkerInnen, GärtnerInnen und Eine-Welt-AktivistInnen in Berlin auf die Straße, um die gemeinsame Unterstützung einer bäuerlicheren und ökologischeren Landwirtschaft zu bekräftigen. Gefordert wird von der neuen Bundesregierung zügiges Handeln für eine gerechte und global verantwortliche Agrarpolitik. 

Bild oben: Slow Food Präsident Carlo Petrini. | ©  Sonja Beyland


Für eine bäuerlich-handwerkliche Lebensmittelwirtschaft

Slow Food Deutschland ist Mitträger der Aktion, die seit 2011 jährlich über 25.000 Menschen vor dem Kanzleramt zusammengebracht hat. "Die Forderungen des Bündnisses reflektieren die Grundsätze unseres Vereins, der sich seit über 20 Jahren für die biologische Vielfalt im Lebensmittelbereich, bäuerlich-handwerklich erzeugte Lebensmittel und den gemeinsamen Einsatz von Erzeugern, Händlern und Verbrauchern für eine nachhaltige Esskultur stark macht," so Ursula Hudson, Vorsitzende von Slow Food Deutschland. "Die Unterstützung der bäuerlichen Familienbetriebe - Leitsatz der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) in diesem Jahr - und der jungen Landwirte sind uns dabei ein besonderes Anliegen. Nur eine saubere und faire Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung kann auch in Zukunft gutes Essen auf unseren Tellern garantieren - dafür stehen wir gemeinsam ein."

Bild oben: Slow Food Gruppe auf der ersten Demo "Wir haben es satt!" im Januar 2011. | ©  Katharina Heuberger

Hauptsprecher der Kundgebung in diesem Jahr ist Carlo Petrini, der Präsident des internationalen Slow Food Vereins und Gründer der Slow Food Bewegung, die weltweit Millionen Menschen umfasst, welche sich mit Überzeugung und Leidenschaft für gutes, sauberes und faires Essen einsetzen: Köche, Aktivisten, Jugendliche, Bauern, Fischer, Verbraucher, Experten und Akademiker aus mehr als 150 Ländern. Der internationale Slow Food Verein setzt sich seit mehreren Jahren im Rahmen der europaweiten Plattform für zivilgesellschaftliche Interessengruppen ARC 2020 (www.arc2020.eu) für eine nachhaltige Agrar- und Lebensmittelpolitik in Europa und weltweit ein. Die Plattform bringt über 150 Initiativen zusammen und stellt die größte Vereinigung ihrer Art in Europa dar.

Diskussion zur bäuerlichen Zukunft

Im Anschluss an die Demonstration werden Hudson und Petrini an der Diskussionsrunde Youth in die Landwirtschaft? - Junglandwirte in Europa, veranstaltet von Slow Food Youth Deutschland gemeinsam mit dem Bündnis Junge Landwirtschaft und verschiedenen Organisationen junger LandwirtInnen, teilnehmen (Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, 14:30-17:00 Uhr). Der Berufseinstieg in die Landwirtschaft ist durch überteuerte Höfe und Ackerflächen und fehlende wirksame Förderprogramme derzeit sehr finanzintensiv. Dem gegenüber stehen das wachsende Interesse junger Menschen an einer nachhaltigen, kleinbäuerlichen Landwirtschaft und gleichzeitig das steigende Durchschnittsalter europäischer Landwirte. Die Diskussion thematisiert Zukunftsvisionen und Lösungsansätze für die Situation der europäischen Landwirtschaft und der jungen Bäuerinnen und Bauern und stellt den Auftakt einer einjährigen Kampagne von Slow Food Youth Deutschland und Initiativen von Jungbauern und Jungbäuerinnen dar.

Schnippeldisko: Kochen, feiern, tanzen

Auch bei der Schnippeldisko, wie jedes Jahr veranstaltet von Slow Food Youth gemeinsam der Green Music Initiative, den Organisatoren von Wir haben es satt! und anderen Unterstützern am Vorabend der Kundgebung, werden Petrini und Hudson mit dabei sein (Freitag, 17.01. ab 19 Uhr, Cabuwazi Zirkus am Postbahnhof). DJs florinn und decent legen auf. Das innovative Format aus gemeinsamen Schnippeln, Kochen und Feiern, bei dem Hunderte von Kilo knubbeliges Gemüse zu einer Protestsuppe verarbeitet werden, ist seit der ersten Berliner Schnippeldisko im Januar 2012 zu einer weltweiten Schnippelbewegung gegen die Lebensmittelverschwendung und für die Freude am guten Essen geworden - von São Paolo über New York und Italien nach Indien und Südkorea.

Quelle: Pressemitteilung von Slow Food Deutschland vom 9. Januar 2014



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