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Expo 2015: Slow Food Pavillon mit abwechslungsreichem Programm

28.4.2015 - Der Slow Food-Bereich bei der Expo 2015 in Mailand steht im Zeichen der Biodiversität und der Menschen, die den Planeten ernähren – sowie ihres Rechts auf Arbeit und Land.

Im Herzen des Slow Food-Bereichs bei der Expo 2015 wird das Slow Food Theater sein, ein offenes Areal für Zusammenkünfte und zum Austausch, das die Frauen und Männer in den Mittelpunkt stellen wird, die den Planeten mit gutem, sauberem und fairem Essen versorgen.

Das tägliche Veranstaltungsprogramm des Slow Food Theaters beinhaltet Vorträge, Diskussionen, Konferenzen, Präsentationen und Film- und Dokumentarvorführungen, die alle Teil eines vollen Event-Kalenders sind, der darauf abzielt, die Geschichten und Erfahrungen des Slow Food Netzwerkes und der Terra Madre Lebensmittelgemeinschaften zu erzählen. Außerdem kommen hier im Slow Food Theater auch andere Zivilgesellschaften und Leute zu Wort, die die Slow Food Philosophie teilen.

Gegen Einschüchterung und Drohungen in der Landwirtschaft

Am 1. Mai, 2015, wird Gaetano Pascale, Vorsitzender von Slow Food Italien, den Slow Food-Bereich einweihen und erklären, warum sich Slow Food dazu entschieden hat an der Weltausstellung teilzunehmen. Um 12 Uhr mittags wird der aus Kamerun stammende Yvan Sagnet, Gewerkschafter der Vereinigung agrar-industrieller Arbeiter, im Zuge des internationalen Tages der Arbeit auf das Phänomen der Verweigerung von Rechten und dem Gebrauch von Einschüchterung und Drohungen im Bereich Landwirtschaft eingehen (auch bekannt als „caporalato“). Um 15 Uhr wird Fabio Terribile, Vorsitzender der Italienischen Gesellschaft für Bodenkunde, dann über die Wichtigkeit fruchtbarer Böden und das Recht auf Land reden.

Am 19. Mai wird der Slow Food-Bereich im Beisein des Slow Food Präsidenten Carlo Petrini und des Schweizer Architekten Jacques Herzog offiziell eingeweiht.

In den folgenden Wochen wird die Expo Slow Food als Plattform dienen und einen Bereich zur Diskussion und kritischen Reflektion darstellen mit dem Versuch konkrete Lösungsansätze für die Zukunft zu finden.

Workshops zum Thema "Wir ernähren die Welt"

Während der Veranstaltung Terra Madre Youth – We feed the Planet, die vom 3-6. Oktober in Mailand abgehalten wird und junge Landwirte, Fischer, indigene Völker und Studenten aus der ganzen Welt nach Mailand bringen wird, bietet das Slow Food Theater auch spezielle Termine: in diesem Zeitraum stellen hier junge Männer und Frauen aus dem Bereich Essensproduktion ihre persönlichen Erfahrungen, Hoffnungen und Erwartungen für die Zukunft vor.
Generell finden im Slow Food Theater jeden morgen um 11 Uhr Workshops oder didaktische Aktivitäten statt. Das Programm ist darauf bedacht Schulklassen und Familien zu informieren und über einige der Slow Food-Hauptthemen wie Bienen, Wasser und Lebensmittelverschwendung aufzuklären.

Innerhalb des Slow Food-Bereichs gibt es auch ein Areal, das darauf bedacht ist, die biologische Vielfalt von Wein und Käse aufzudecken. Die Welt des Käses ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Landschaft der Pflanzen- und Tierartenvielfalt nach Weiterverarbeitung in Lebensmittel aussieht. Aus nur drei Zutaten – Milch, Lab und Salz – hat sich eine unglaubliche Vielfalt von über 2.000 auf der Welt produzierten traditionellen Käsesorten entwickelt.

Verkostung verschiedener Käsesorten

Jede Woche gibt es eine Verkostung mit einer Auswahl an vier verschiedenen Käsesorten: einen großen, weltweit bekannten italienischen Käse, zwei regionale Käse (vorrangig Slow Food Presidi) und einen europäischen Käse. Im Mai zählen die folgenden Sorten zu den Highlights: Bitto aud den Tälern von Orobiche in Italien, Sparkenhoe Red Leicester aus Großbritannien, und Cilento Cacioricotta und Osilo Pecorino von der italienischen Insel Sardinien. Insgesamt werden über den Gesamtzeitraum von Expo (sechs Monate) 84 verschiedene Käsesorten vertreten sein.

Neben dem Slow-Cheese-Bereich wird auch die Vinothek von Slow Wine eine faszinierende Geschichte über die außerordentliche biologische Vielfalt im Weinbau erzählen können. Allein in Italien gibt es über 600 Rebsorten, aus denen noch heute jeweils mindestens ein Wein hergestellt wird: vom Nebbiolo zum Sangiovese, vom Perricone zum Fiano. Die Weine in der Vinothek werden von der Weinbank Banca del Vino in Pollenzo ausgewählt und bieten, mit einer Auswahl von mindestens 200 abwechselnd zur Verfügung stehenden Weinen, den konkreten Beweis für die Weinvielfalt Italiens.

Dokufilme aus aller Welt im Slow Food Kino

Außerdem werden täglich Filme und Dokumentarfilme gezeigt, die aus verschiedenen Ecken der Welt kommen und den Slow Food-Hauptthemen gewidmet sind, um die handwerklichen Kleinproduzenten in den Mittelpunkt zu stellen, da sie sich tagtäglich dafür einsetzen eine Alternative zum globalisierten Nahrungsmittelsystem zu bieten. So wird im Slow Food-Theater zum Beispiel jeden Abend um 20 Uhr Ermanno Olmis Film The Planet that Hosts Us (dt. Der Planet, der uns beherbergt) projiziert, und zwar für die gesamte Dauer der Expo. Slow Food möchte jeden Tag mit der Arbeit dieses tollen Regisseurs beenden, um die eigenen Aktivitäten symbolisch mit einer tiefgründigen Reflektion zu schließen.

Die drei Strukturen des Slow Food-Bereiches, die aus PEFC-zertifiziertem Lärchenholz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern gewonnen wurden und von den Schweizer Architekten Herzog & de Meuron konstruiert wurden, beinhalten: die Ausstellung Biologische Vielfalt Entdecken, die Slow Cheese und Slow Wine Verkostungsbereiche, den Anlaufpunkt des internationalen Vereins Slow Food und den Slow Food Editore Buchladen. Im Zentrum des Bereiches gibt es auch den Slow Food Garten mit 47 Arten medizinischen Pflanzen, Gemüsesorten, Hülsenfrüchten und anderen Pflanzenarten, die jede eine spezielle Rolle darin spielen, das Gleichgewicht eines Ökosystems zu erhalten.

Neu: Die Slow Food App für Ihren Besuch in Mailand

Neu ist auch die Applikation Slow Food Planet, die ein nützliches Hilfsmittel für Reisende darstellt. Die Stadt Mailand wird schon durch die Applikation erfasst und kann all denjenigen zu Gute kommen, die die Stadt und das Umland gerne mit Ratschlägen von Slow Food genießen und erkunden wollen. Die App gibt lokale Tipps für Restaurants, Bauernmärkte und Geschäfte, bei denen man die Produzenten antreffen kann. Slow Food Planet möchte einen holistischen Ansatz für das gastronomische Erlebnis anbieten und passt die Vorschläge deshalb an die Tages- und Jahreszeit an. Die Wörterbuch-Funktion soll dem Benutzer außerdem dabei helfen, dialektale Ausdrücke zu verstehen, um dadurch Zugang zu den lokalen Essenskulturen der Welt zu bekommen.

Quelle: Pressemitteilung von Slow Food International vom 28. April 2015


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