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Slow-Food-Seminare: Blick hinter die Kulissen der Lebensmittelerzeugung

19.1.2015 - "Was sind gute Lebensmittel?“ Diese Frage thematisiert eine gleichnamige Seminarreihe von Slow Food Deutschland seit vergangenem Jahr. An den Beispielen Wurst, Käse und Brot vermittelt der Workshop Hintergrundwissen zum Thema Lebensmittelerzeugung, erklärt traditionell-handwerkliche Herstellungsweisen und gibt Einblicke in die Methoden der Industrie. Vier Termine stehen im ersten Quartal 2015 fest.

„Aus Sicht der Industrie muss die Lebensmittelproduktion drei Anforderungen genügen,“ urteilt Hanns-Ernst Kniepkamp, Diplom-Chemiker und Leiter der Qualitätskommission von Slow Food Deutschland. „Die Zutaten müssen von Maschinen be- und verarbeitet werden können, die Herstellung muss schnell gehen und es muss eine hohe Prozesssicherheit herrschen. Letzteres heißt, es darf wenig Ausschuss geben und alle Produkte sollen immer gleich aussehen und schmecken. Das wird erreicht durch jede Menge Hilfs- und Zusatzstoffe aus der chemischen Trickkiste und geht unter anderem auf Kosten des Geschmacks. Dieser wird dann nachträglich wieder in Form von Aromastoffen hinzugefügt.“

Eine handwerkliche Herstellung erfordert viel Können

Die Herstellung nach traditionellen handwerklichen Methoden ohne Zusatzstoffe ist im Vergleich dazu eine große Herausforderung an das Know-how des Produzenten. Denn die naturgemäße Verarbeitung von naturbelassenen Rohstoffen erfordert umfassendes Wissen, lange Erfahrung und Liebe zum Produkt. Kniepkamp, der auch die Seminare leitet, erläutert die unterschiedlichen Arbeitsweisen von Handwerk und Industrie anhand eines Vergleich: „Die Industrie ist auf einer Autobahn unterwegs, ob man da zwei Meter mehr links oder rechts fährt, hat keine Folgen. Der Lebensmittelhandwerker bewegt sich dagegen auf einem schmalen Grat, da kann schon ein Tritt zur Seite die gesamte Produktion zum Scheitern bringen.“

Bild oben:  Ein handwerklich arbeitender Metzger beim Würzen der grob zerkleinerten Fleischstücke für die Herstellung von Ostheimer Leberkäs, einem Produkt in der Slow Food Arche des Geschmacks.| © Slow Food Deutschland/Stefan Abtmeyer


Seminar mit Aha-Effekt

Das Feedback der Workshop-Teilnehmer ist durchwegs positiv. "Es gibt jedes Mal den Aha-Effekt! Denn selbst für informierte Slow-Food-Mitglieder ist es immer wieder erstaunlich, in welchem Ausmaß die Lebensmittelindustrie die Produkte und uns Verbraucher manipuliert", berichtet Kniepkamp. Nach den Veranstaltungen in München, Stuttgart und Frankfurt im vergangenen Jahr, sind nun weitere vier Workshops in Hannover, Dresden, Bonn und Karlsruhe geplant.

Bild oben: Wandtafel zum Thema Zusatzstoffe in der Wurst im Seminar in München.| © Katrin Schießl

Die Termine:
24. Januar 2015, Hannover, 11:00-16:30 Uhr (ausgebucht)
14. Februar 2015, Dresden, 13:00-18:30 Uhr (ausgebucht)
21. Februar 2015, Bonn, 11:00-16:30 Uhr (ausgebucht)
07. März 2015, Karlsruhe, 11:00-16:30 Uhr (ausgebucht)

Eine Anmeldung zur Veranstaltung ist erforderlich! Die Anzahl der Teilnehmer ist begrenzt (max. 30 Personen).

Die Workshops sind konzipiert für Slow-Food-Mitglieder, die sich eingehender mit den Hintergründen der Lebensmittelherstellung beschäftigen wollen, doch auch externe Teilnehmer sind willkommen.

Ansprechpartnerin und Anmeldung:
Frau Andrea Lenkert-Hörrmann
Projekt-Beauftragte von Slow Food Deutschland e. V.
sfd-workshops@slowfood.de

Die Teilnehmer erhalten alle weiteren Informationen zum Programm und dem Veranstaltungsort per E-Mail.

Mehr Informationen:
Slow-Food-Qualitätskriterien

Anm. d. Red. vom 22. Januar 2015: Aufgrund der großen Nachfrage ist ein weiteres Seminar am 28. März 2015 in Düsseldorf von 11:00-16:30 Uhr geplant.



Slow Food Deutschland e. V. - Luisenstraße 45 - 10117 Berlin - Telefon: 030 / 2 00 04 75-0 - E-Mail: info@slowfood.de