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B.A.U.M.-Umweltpreis geht an Food-Aktivistin Ursula Hudson

25.4.2016 - Die Vorstandsvorsitzende von Slow Food Deutschland, Ursula Hudson, erhält 2016 den B.A.U.M.-Umweltpreis in der Kategorie "Verbände". „Ernährung steht im Zentrum des menschlichen Handelns und hat große und langfristige Auswirkungen auf unsere ökologische Umwelt. Essen ist von daher hoch politisch“, so lautet ihre Überzeugung. Für ihr Engagement wird ihr Bundesumweltministerin Barbara Hendricks am 6. Juni in Berlin die Auszeichnung überreichen.

Wenn die Bässe vibrieren und mehrere hundert Jugendliche ambitioniert im Takt dazu Gemüse klein schneiden, dürfte Ursula Hudson nicht weit sein. In ihrer Funktion als Chefin von Slow Food Deutschland hat sie die „Schnippeldisko“ - ein von den Slow-Food-Youth-Aktivisten Nadja Flohr-Spence und Hendrik Haase konzipiertes Format für Veranstaltungen gegen Lebensmittelverschwendung – popularisiert und zu einem Erfolg gemacht.  Bei diesen kulinarischen Protestaktionen verarbeiten die Teilnehmer sogenanntes Knubbelgemüse – Gemüse, das wegen seiner Größe oder Unförmigkeit vom Lebensmittelhandel abgelehnt wird – zu leckeren Gerichten, um auf die Vergeudung von Lebensmitteln aufmerksam zu machen. Unter dem Motto "gut, sauber und fair" setzt sich Slow Food mit verschiedenen Projekten und Aktionen dafür ein, dass jeder Mensch Zugang zu Nahrung hat, die sein Wohlergehen sowie das der Umwelt erhält. Die internationale Bewegung zählt in Deutschland derzeit über 13.500 Mitglieder.

Bild oben: Ursula Hudson, die Vorsitzende von Slow Food Deutschland, auf der Großdemo in Berlin "Wir haben es satt!" gegen Agrarindustrie und Massentierhaltung. Seit ihrer Wahl in den Vorstand führte sie den Verein konsequent in ein politisches Engagement. | © Katharina Heuberger


Das Konzept der "Schnippeldiskos", das seit 2011 von der Slow Food Youth zunächst in Deutschland, mittlerweile aber auch weltweit umgesetzt wird, gehört zu den herausragenden Projekten, die in den letzten Jahren unter der Ägide von Ursula Hudson angestoßen wurden. Auch in ihren Veröffentlichungen und Vorträgen dreht sich alles um das Thema Essen, dessen Geschichte und Kultur, die Regionalität von Lebensmitteln und die kulinarische Bildung. Bis 2004 lehrte sie an den Universitäten Cambridge und Oxford. Bei ihrer Arbeit motiviert die Aktivistin "die unabdingbare Notwendigkeit, eine wirkliche Ernährungswende, getragen von allen Akteuren, mit herbeizuführen. Um den nachkommenden Generationen einen Planeten Erde zu übergeben, der sie nährt und Leben ermöglicht, bedarf es des sofortigen Handelns." Die 1958 geborene Kulturwissenschaftlerin ist auch Mitglied des Vorstands von Slow Food International.

Bild oben: Schnippeldisko am Vorabend der Demo "Wir haben es satt!" in der Markthalle Neun in Berlin-Kreuzberg.| © Luca Cosimato


"Engagement für bewussten Genuss und faire Standards ist wichtiger denn je!"

Rüdiger Kruse, MdB, Geschäftsführer des Hamburger Landesverbandes der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) und Mitglied der Jury des B.A.U.M.-Umweltpreises, würdigt die Verdienste der Slow-Food-Bewegung: "Die Entdeckung der Langsamkeit ist eines meiner Lieblingsbücher – und, was Essen angeht, die perfekte Melange aus Bio, Genuss und Nachhaltigkeit. In einer globalisierten Welt, in der sich der Konsument von Landwirtschaft und Produktion entfernt hat, ist der Einsatz für ein bewusstes Genusserleben und faire Standards wichtiger denn je."

Die B.A.U.M.-Umweltpreise werden gemeinsam mit dem Internationalen B.A.U.M.-Sonderpreis am 6. Juni in Berlin verliehen. Schirmherr ist Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie. Die Festrede hält Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks. Anschließend überreicht sie gemeinsam mit dem B.A.U.M.-Vorstand die Preise.

Bild oben: Ursula Hudson bei einem Slow-Food-Aktionstag gegen Lebensmittelverschwendung beim Sortieren von Knubbelgemüse. | © Slow Food Archiv

Über B.A.U.M.

Der Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) e. V. wurde 1984 als erste überparteiliche Umweltinitiative der Wirtschaft gegründet und ist heute mit über 500 Mitgliedern europaweit das größte Netzwerk für nachhaltiges Wirtschaften. B.A.U.M. unterstützt seine Mitglieder in Fragen des unternehmerischen Umweltschutzes und nachhaltigen Wirtschaftens. Der Schwerpunkt liegt auf praxisorientiertem Erfahrungsaustausch und Service.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) e. V. vom 25. April 2016    

Weitere Informationen:

Informationen zu allen B.A.U.M.-Preisträgern

Slow Food Youth Aktion: Die Schnippeldisko

Slow Thema: Lebensmittelverschwendung

Aktionstage von Slow Food gegen Lebensmittelverschwendung


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