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Brexit: Solidarität mit Slow Food UK

27.10.2018 – Anlässlich der Europäischen Aktionstage, bei der sich EU-Bürger in verschiedenen Ländern gemeinsam für bessere Lebensmittel und eine bessere Landwirtschaft einsetzen, lenkt Slow Food UK die Aufmerksamkeit auf die besorgniserregenden Auswirkungen, die der Brexit auf das Lebensmittelsystem Großbritanniens haben wird und warnt davor, dass ein Brexit ohne Verhandlungsergebnis zweifellos negative Folgen haben wird.

Slow Food ist äußerst besorgt über die Aussicht eines Brexit ohne Verhandlungsergebnis und über die weitreichenden Auswirkungen, die das auf das britische Lebensmittelsystem haben wird, insbesondere auf die Kleinerzeuger und die fragilen Gemeinschaften, die am wenigsten darauf vorbereitet sind, mit so einer schwerwiegenden Veränderung umzugehen.

Slow Food unterstützt den Aufruf von Slow Food UK, die positiven Elemente einer pan-europäischen Kooperation und Zusammenarbeit zu berücksichtigen, u.a. in Bereichen wie bilateralen Abkommen, zollfreiem Handel, Freizügigkeit der Arbeitskräfte, EU-Förderung für Kleinerzeuger, Beibehaltung von grundlegenden Standards der Lebensmittelsicherheit und dem Schutz von vom Aussterben bedrohten und traditionellen Lebensmitteln.

"Wir äußerst besorgt über die Aussicht, dass Großbritannien die EUverlässt!"

„Die Europäische Union ist ein Schwerpunkt für die Bemühungen von Slow Food, um ein nachhaltigeres, gerechteres und verantwortungsbewussteres Lebensmittelsystem aufzubauen, das lokale Traditionen und Kulturen einbezieht”, so Marta Messa, Ratsmitglied von Slow Food International für die Europäische Union. „Die Kooperation und Zusammenarbeit zwischen den EU-Mitgliedsstaaten ist dafür grundlegend, deshalb sind wir äußerst besorgt über die Aussicht, dass Großbritannien die EU verlässt und über die schwerwiegenden Konsequenzen im Falle eines Brexit ohne Verhandlungsergebnis. Das gilt besonders für alle Themen rund um Lebensmittel und Landwirtschaft, aber auch für viele andere. Auch wenn die Beziehung keinesfalls perfekt war, wird der Bruch im Falle eines Brexit ohne Verhandlungsergebnis gravierend und weitreichend sein, und die Möglichkeit gemeinsamer Aktionen zu wichtigen Themen wie Glyphosat, Lebensmittelverschwendung und GVOs beeinträchtigen.”

Slow Food zeigt sich solidarisch mit Slow Food UK und den anderen Lebensmittelgemeinschaften Großbritanniens und schließt sich dem Aufruf an die Verhandlungsparteien an, die Bedenken aller Akteure des Lebensmittelsystems in Großbritannien und derer, die davon abhängen, ernst zu nehmen.

In einer Zeit, in der internationale Solidarität dringend nötig ist, um unsere gemeinsamen Herausforderungen wie den Klimawandel, zunehmende Migration und den Verlust der Artenvielfalt anzugehen, stellt das Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Gemeinschaft einen schwerwiegenden Verlust dar.

Quelle: Pressemeldung von Slow Food International vom 26. Oktober 2018

Mehr Informationen:

Slow Thema: Agrar- und Ernährungspolitik

Slow Food in the UK


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