Blauer Frühburgunder

Blauer Frühburgunder

Region: Weinanbaugebiet Ahr, nördliches Rheinland-Pfalz

Passagier seit: August 2005

Gefährdung: die Rebe galt seit den 60er Jahren als unwirtschaftlich.

Unter nördlicher Sonne: der Blaue Frühburgunder

Weinberge an der Ahr

Der Blaue Frühburgunder ist wählerisch: Zu warm darf es ihm nicht werden, wenige Sonnenstunden reichen ihm. Die ideale Rebsorte also für die Ahr. Dort war er noch Anfang des 20. Jahrhunderts eine der hauptsächlich angebauten Traubensorten. Doch die stärkere Verrieselungsneigung, die geringen Erträge der kleinen Trauben und Viren in den alten Klonen führten dazu, dass er in den 1960-er Jahren mit einem Bestand von 15 ha fast ausgestorben war.

An der Ahr jedoch, und hier besonders im Ortsteil Bachem der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, hielt man ihm die Treue, und sei es nur auf einigen wenigen Parzellen, um neben der Landwirtschaft ein Zubrot zu haben. Sogar als Gartenumfriedung war er zu finden.

Mitte der 1970 Jahre erweckte ihn die Forschungsanstalt Geisenheim zu neuem Leben, indem sie mit dem systematischen Klonenneuaufbau für den Blauen Frühburgunder begann. Auch jetzt wieder ist es die Ahr, in der er vor allem zu finden ist. Mit 29 ha findet sich hier die größte

Anbaufläche (insgesamt wird er in Deutschland auf heute 140 ha angebaut), er ist damit zu einem Charakteristikum des Weinbaugebietes Ahr geworden. Allein im Jahr 2000 wurden 2 ha neu mit Frühburgunder bestockt.

Die Ahr-Winzer erhalten damit nicht nur eine für ihr Flusstal identitätsstiftende Rebsorte, sie sorgen auch dafür, dass die Vielfalt der Rebsorten gewahrt bleibt. Die Förderung des Frühburgunders ist damit ein weiterer Beitrag zur Biodiversität und gegen das Überhandnehmen einiger weniger Mode-Rebsorten.


Ein geschmackvoller Arche-Passagier

Seine Herkunft verdankt der Frühburgunder einer Mutation aus dem Blauen Spätburgunder. Er stammt also aus der Familie der echten Burgundersorten (Pinot), eine morphologisch sehr einheitliche Gruppe, die sich nur durch die Farbe der Trauben, Behaarung von Blatt und Triebspitzen und dem Geschmack der damit gewonnenen Weine unterscheidet.

Farbintensive, samtige Rotweine mit hoher Körperfülle und einer niedrigen, harmonischen Säure werden aus den Trauben gekeltert, gute Begleiter zu Braten, Wild und Käse. Bei Blindverkostungen wird er stets deutlich besser bewertet als Spätburgunder vom selben Standort. Der Frühburgunder gewinnt allmählich wieder Raum auf deutschen Weinbergen bzw. in den Weingläsern. Als Passagier der „Arche des Geschmacks" wird seine Bekanntheit weiter steigen, vielleicht können mehr Winzer dazu angeregt werden, ihn anzubauen. Die Gründung eines Förderkreises wird vorbereitet.


Region der Produktion / Produzenten / Unterstützerkreis / Kontakt

Region der Produktion
Das Weinanbaugebiet Ahr (im nördlichen Rheinland-Pfalz gelegen).
 
Die Produzenten
werden in einem Unterstützerkreis aktiv. Eine Auflistung ist erhältlich über die Kontaktanschrift.
 
Der Unterstützerkreis
besteht aus den Fördermitgliedern Weingut Brogsitter und Weingut Meyer-Näkel, Hubert Konrad (Forschungsanstalt Geisenheim), Dr. med. Gerhard Kreuter, Martina Meid-Alfter (Ahr Rhein Eifel Tourismus und Service GmbH), Matthias Porten (Dienstleistungszentrum für den ländlichen Raum), Werner Schüller und Ute Ziss (Beauftragte des Slow Food Conviviums Bonn für das Frühburgunder Arche Projekt).
Kontakt

Ute Ziss, Slow Food Convivium Bonn, ute.ziss@brogsitter.net

 


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