Region: Rheinland-Pfalz, Saarland und Teile von Nordrhein-Westfalen
Passagier seit: Dezember 2007
Gefährdung: vom Aussterben bedrohte Haustierrasse
Die Heimat des Glanrindes liegt in Rheinland-Pfalz, wo sich auch heute noch ca. die Hälfte des Bestandes befindet. Die weitere Verbreitung verteilt sich auf den südwestlichen Teil Nordrhein-Westfalens und des Saarlandes.
Die Zucht geht zurück ins 18. Jahrhundert. Boden-ständig, an die Scholle angepasst, fruchtbar und dazu mit einem für den Arbeitseinsatz prädestinierten Temperament und Eifer traten die Glanrinder einen Siegeszug durch ganz Südwestdeutschland an.
Den Grundstein zur heutigen Glanviehzucht legte Herzog Christian IV. von Pfalz-Zweibrücken mit seiner Körverordnung vom 12.09.1773. Diese besagte, dass das vorhandene rote Landvieh durch die Hereinnahme von Deckbullen der Simmentaler und graubraunen Schweizer Rasse züchterisch verbessert werden müsse.
In den besten Jahren der Glanrindhaltung belief sich der Bestand auf ca. 500.000 Tiere. In den späten sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts fand die Zucht durch die fortschreitende Technisierung und die damit verbundene Erwartung auf eine immer mehr steigende Mengenproduktion ein Ende.
Das Glanrind verschwand mehr und mehr aus den Ställen. Mit den letzten 25 Kühen der Rasse wurde im Jahre 1984 eine neues Zuchtbuch gegründet. Heute ist der Bestand wieder auf ca. 1500 bis 2000 Tiere angestiegen. In der Liste der GEH steht das Glanrind unter Kategorie I (“extrem gefährdet”).
In den Verbreitungsgebieten des Glanrindes eignet sich diese Rasse wegen der Genügsamkeit hinsichtlich des Futters insbesondere für Gebiete, die schwierig zu bewirtschaften bzw. ertragsarm sind. Das Glanrind kann ganzjährig mit entsprechenden Unterständen zum Schutz vor Regen und Wind im Freien gehalten werden. Die Produktion von Milcherzeugnissen spielt keine große Rolle. Gezüchtet wird das Glanrind heute überwiegend wegen seiner hervorragenden Fleischqualität.
Die Kälber werden mit der Milch der Mutter aufgezogen. Im Sinne der Mutterkuhhaltung laufen die Kälber etwa neun Monate mit der Mutter mit.
Es erfolgt keine Intensivmast sondern nur eine Kurzmast zum Schluss zur Erreichung der gewünschten Marmorierung von ca. 6-8 Wochen vor dem Schlachtzeitpunkt.
Durch den Verkauf von Absetzern gibt es auch Glanrinder in Anbindehaltung und Intensivmastbetrieben, diese sind aber nicht Gegenstand der Aufnahme in die Arche. Im Sinne von Slow Food handelt es sich ausschließlich um Tiere vom förderfähigen Glanrind. Sie entstammen aus der Erhaltungszuchtpopulation des staatlich kontrollierten und anerkannten Herdbuchs.
Aufgrund der Freilandhaltung sind die Glanrinder viel in Bewegung, wodurch eine bessere Fleischqualität entsteht. Glanrinder wachsen langsamer als andere Rinder. Es erfolgt keine Intensivmast, sondern nur eine Kurzmast zum Schluss zur Erreichung der gewünschten Marmorierung von ca. 6-8 Wochen vor dem Schlachtzeitpunkt.
Das Glanrindfleisch ist ein echtes Naturprodukt, zart und fein marmoriert und hat nur einen geringen Bratverlust. Zudem hat es einen hohen Anteil an schmackhaften und wertvollen roten Fleischfasern durch die frühere Zucht auf Arbeitsleistung. Vom Geschmack und von der Zartheit tendiert es zum Wild.
Typische Gerichte sind Ochsenschwanzsuppe, Rinderbraten, Rinderleber aber auch das Rinderkotelett.
Die Züchter des Glanrindes sind im Norden von Rheinland Pfalz, in den beiden Ursprungsregionen rund um den Donnersberg und im Glantal zu finden. Außerdem gibt es Züchter im Saarland und im südwestlichen Teil von Nordrhein-Westfalen.
Slow Food Deutschland
Slow-Food Convivium Pfalz
Rainer und Ingrid Schulmeyer, Standenbühl
Tel. 06357-1452
Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V (GEH)
Am Eschenbornrasen 11
37213 Witzenhausen
Tel.: 05542/18 64
Fax: -72560
www.g-e-h.de/geh-rind/glanv.htm
Rassebetreuer Glanrind: Kurt Franck
Biosphären-Reservat Pfälzerwald
Donnersberger Touristikverband, Kirchheimbolanden
Züchter in Rheinland-Pfalz
Bainer Hof Simon
Schlossstrasse 6
55596 Waldböckelheim
Telefon 06758/6260
Mobil 0172/4484453
Bannmühle
Hans Pfeffer
55571 Odernheim
Telefon 06755/1053. Fax 1732
info@bannmuehle.de
www.bannmuehle.de
Hof Hubertusblick
Horst Backmann
54595 Weinsheim-Hermespand
Telefon 06551/2033
www.g-e-h.de/geh-arch/backmann.htm
Züchter im Saarland
Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung Obere Saar e.V.
Wintringer Hof
66271 Kleinblittersdorf
Telefon 06805/1045, Fax 207305
wh@buebinger-werkstaetten.de
www.lebenshilfe-obere-saar.de
Dr. Eberhard Woerner
Im Tulpenweg 19
66564 Ottweiler
Telefon 06824/3542, Fax 302561
Gasthöfe/Restaurants
Felschbachhof, Ulmet am Glan