Der Ostheimer Leberkäs ist eine lokale Spezialität. Einzigartig wird sie dadurch, dass sie entgegen ihres Namens kein Mitglied der in Süddeutschland bekannten und beliebten Leber- und Fleischkäse ist, sondern zur Kategorie der Terrinen gehört, einer Spezies, die eigentlich in Deutschland keine Tradition hat. Dennoch hat sie eine lange Tradition und ist im Bewusstsein der Ostheimer Bürger fest verankert. Die Geburtsstunde dieser Fleischterrine schlug 1870. Ein Metzger aus der über 1.200 Jahre alten fränkisch-romantischen Stadt Ostheim vor der Rhön, dessen Name bis heute unbekannt ist, hatte während des deutsch-französischen Krieges von 1870/71 in Frankreich leberhaltige Bauernterrinen kennen und schätzen gelernt. Nach seiner frühen Heimkehr entwickelte er auf der Basis seiner Geschmackserinnerungen die Rezeptur für diese wie eine französische Bauernterrine kalt zu essende Fleischterrine. Ihr Rezept ist im wesentlichen bis heute unverändert. Eingeweiht in die Herstellung waren und sind bis heute nur Ostheimer Fleischer.
Der Ostheimer Leberkäs ist eine gebackene Fleischterrine. Das Fleisch dafür liefern Schweine aus regionaler, bäuerlicher Tierhaltung. Hergestellt wird sie aus 90% durchwachsenem Muskel- und Bauchfleisch sowie Schweinebacken und 10% Schweineleber, wobei die Verwendung von Warmfleisch (Fleisch, das unmittelbar nach dem Schlachten verarbeitet wird) den Geschmack verbessert. Das Fleisch ist gewolft, was dem Fleischteig eine mittelgrobe Textur verleiht, die zum Kauen anregt. Ein Schweinenetz umhüllt den Fleischteig und erzeugt beim Backen eine Kruste mit feinen Röstaromen. In der Gewürzmischung bildet Muskat die Kopfnote. Außer Pökelsalz ist jegliche Art von Zusatzstoffen verboten.
Der Ostheimer Leberkäs wird in verschiedenen Größen und Formen hergestellt. Entweder als Stollen in mehreren Gewichtsklassen oder als kleiner, runder Laib mit Gewichten unter 500 g.