Teltower Rübchen

Teltower Rübchen

Region: Teltow, Brandenburg

Passagier seit: Februar 2008

Gefährdung: nur noch ein Produzent

 

Teltower Rübchen – Brassica rapa L. var. rapa

Das Teltower Rübchen ist eine brandenburgische Spezialität. Es gehört innerhalb der Kohlgewächse in die Gruppe der Speiserüben, zusammen mit den Mairüben, Herbstrüben, Wasser- und Weißen Rüben.
Beim Teltower Rübchen handelt es sich um besondere kleine Rüben, die einen relativ nährstoffarmen, lehmigen Sandboden verlangen, der nicht zur Dürre neigt, aber auch keiner großen Feuchtigkeit ausgesetzt sein darf. Versuche, die Teltower Rübchen in anderen Regionen anzubauen, scheiterten. Schon im 18. Jh. erkannte man, dass der Teltower Rübchensamen unter fremden Bedingungen entartet und dass nur echter Samen aus Teltow den charakteristischen Geschmack hervorbringt.
Da in der DDR durch die Bildung der Genossenschaften die entstandenen Großflächen maschinell bearbeitet wurden, lohnte sich der Anbau des Teltower Rübchens in relativ kleinen Mengen nicht. Es ist allein den Hobbygärtnern zu verdanken, dass die 300-jährige Kontinuität des Anbaus nicht abriss.
Das Teltower Rübchen wird erst im August gesät und ist zur Ernte ab Oktober klein, nur 2 bis 4 cm dick. Aufgrund seiner Frosttoleranz wird das Teltower Rübchen von Oktober bis März bei entsprechender Witterung stets frisch angeboten. Die Ernte und die Erntenacharbeit sind arbeitsintensiv, ohne Schutzmaßnahmen durch Netze gegen die Kohlfliege droht ein Totalausfall der Ernte wegen Vermadung.
 
Das Teltower Rübchen zeichnet sich durch vier wichtige Merkmale aus:
- Erstes Kennzeichen ist die schlanke, kegelförmige Gestalt des Rübchens mit einer lang zulaufenden Wurzelspitze.
- Zweites Kennzeichen ist eine erhabene Querstreifung.
- Drittes Kennzeichen sind feine Nebenwurzeln, die in zwei flachen Längsrinnen angeordnet sind.
- Viertes Kennzeichen ist eine grau- bis braunstichige weiße (nie gelbe) Farbe.


Der Geschmack ist aromatisch, pikant und mit einer gewissen Schärfe, die dem Rettich ähnelt. Sein Geruch prägt sich erst beim Putzen kräftig aus. Die Teltower Rübchen haben einen hohen Gesundheitswert. Auf Grund der Ursprünglichkeit sind sie überdurchschnittlich reich an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Inhaltsstoffen wie die Glucosinolate, welche vorbeugend gegen Krebs wirken.
Das älteste Teltower Rübchen Rezept findet sich im  Brandenburgischen Kochbuch von Maria Sophia Schellhammer (vermutlich 1723). Napoleons Truppen brachten die Teltower Rübchen als "navets de Teltow" ("Rüben aus Teltow") an den Hof des Kaisers. Gerühmt wurden die Teltower Rübchen von Johann Wolfgang Goethe, Theodor Fontane und Immanuel Kant.


Die Produzenten

Obst & Gemüsehof "Teltower Rübchen"
Ruhlsdorfer Str. 74,
14513 Teltow,
Tel. (03328) 474843
www.teltower-ruebchen.com

sowie Kleingärtner in Teltow-Ruhlsdorf


Die Förderer

- Slow Food ® Deutschland e. V.
- Slow Food Potsdam – Mittelmark – Wannsee
- Slow Food Berlin
- Slow Food Weimar

- Förderverein für dasTeltower Rübchen e. V.

- Stadt Teltow

- pro agro – Verband zur Förderung des ländlichen Raumes im Land Brandenburg e.V.


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