Weideochse vom Limpurger Rind

Weideochse vom Limpurger Rind

Region: Limpurger Berge, Welzheimer Wald, Ostalb-Vorland, Hohenlohe-Kreis, Baden-Würtemberg

Passagier seit: November 2005

Gefährdung: selten gewordene Haustierrasse.

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Die älteste Rinderrasse Baden-Würtembergs

Das „Limpurger Rind“, auch als „Leintäler Rind“ bekannt, ist die älteste Rinderrasse Württembergs. Entstanden nach dem 30-jährigen Krieg aus Kreuzungen des Roten Landviehs mit Allgäuer Vieh hielt sie sich bis heute rein. Ihren Namen hat sie von der Grafschaft Limpurg, dessen von tief eingegrabenen Flusstälern durchschnittenes Hügelland mit Höhen bis über 500 Meter sowie die Haltungsbedingungen und klein-bäuerlichen Wirtschaftsverhältnisse die Rasse prägten. Im angrenzenden Hohenlohe wurden - des Fleisches wegen - vor allem die Ochsen gemästet; ein seinerzeit hochprofitables Geschäft,  was im 19. Jhdt. für heute noch sichtbaren Wohlstand sorgte. Die einfarbigen Rinder in Tönungen von hellgelb bis rotgelb sind mittelgroß; die Weideochsen hingegen werden ungewöhnlich groß und schwer. Die Rasse zeichnet sich aus durch gute Bemuskelung, kräftige, tiefe Brust und regelmäßig gestellte Gliedmaßen mit harten Klauen, feinem Knochenbau; bei den Kühen zudem durch günstige Mutterkuheigenschaften, während bei den Weideochsen  Härte und Mastfähigkeit hervorstechen.
1897 zählte man noch 56.000 Limpurger Rinder, 1963 nur noch einen Bullen und 17 Kühe im Herdbuch. In den 1980er Jahren war die Rasse fast ganz ausgestorben. Heute verzeichnet das Herdbuch der Züchtervereinigung Limpurger Rind wieder knapp 500 Tiere, davon 350 Kühe. Wegen der geringen Population werden keine Kälber geschlachtet, sondern frühestens Färsen, soweit sie nicht zur Zucht nötig sind. Nicht als Vererber gekörte Bullenkälber leben als Weideochsen.


Saftiges Fleisch voll Zartheit und Geschmack

Schon im 19. Jhdt. lobte man, dass insbesondere die Limpurger Ochsen ein „ganz vorzüglich zartes, saftiges und wohlschmeckendes Fleisch“ liefern, das man sogar über die Landesgrenzen hinaus transportierte „wo für feinere Fleischqualität auch ein entsprechend höherer Preis bezahlt“ wurde. Sie waren maßgeblich beteiligt an dem seinerzeit von Pariser Feinschmeckern geprägten Markenbegriff „Boeuf de Hohenlohe“, ein heute wieder zu Ehren gekommener und geschützter Begriff  (g.g.A.). Eine Steigerung ist das „Limpurger Boeuf de Hohenlohe“ (g.g.A.). Nur Fleisch vom Limpurger Weideochsen aus dem traditionellen Zuchtgebiet (Limpurger Berge, Welzheimer Wald, Ostalb-Vorland) sowie aus dem angrenzenden Hohenlohekreis darf sich so nennen, vorausgesetzt weitere Bedingungen sind erfüllt: Die Ochsen müssen langsam wachsen und dürfen deshalb nur weiden und im Winter mit Wiesenheu gefüttert werden; jede Beigabe von Soja und dessen Erzeugnisse oder Maissilage ist verboten. Weiterhin dürfen die Ochsen erst ab dem 25. Monat geschlachtet werden. Und das Fleisch muss unvakuumiert am Knochen reifen.

Das Angebot ist naturgemäß noch klein: 2005 wurden 15 Limpurger Weideochsen geschlachtet, 2006 vielleicht 25. Das Fleisch vermarkten die Züchter meist direkt. Abnehmer ist vor allem die regionale Top-Gastronomie.  Doch gibt es inzwischen auch einige Metzgereien, z.B. Bauers Brotzeit in Tauberbischofsheim-Distelhausen, die gelegentlich „Limpurger Boeuf de Hohenlohe“ anbieten.


Region der Züchtung und Kontakt

Die Region der Produzenten
Limpurger Berge, Welzheimer Wald, Ostalb-Vorland, Hohenlohe-Kreis
 
Die Produzenten
Gerhard Vogel, Archehof , Welzheim-Eberhardsweiler
Martin Mayer, Obersontheim - Engelhofen
Friedrich Hess, Gaildorf-Eutendorf
Gerhard Rieger, Heuchlingen – Holzleuten
Vollzugsanstalt Kleincomburg, Schwäbisch Hall
Gottfried Winter, Abtsgmünd – Laubach
Johannes Kruck, Mulfingen – Unterer Railhof
Rainer Hofmann, Blaufelden – Wittenweiler
und andere
Weitere Adressen vermittelt die Züchtervereinigung Limpurger Rind, Vorsitzender
Werner Ehmann, Walklensweiler 7, 71543 Wüstenroth, 07945-2584
 
 
Die Förderer
Züchtervereinigung Limpurger Rind
Slow Food Hohenlohe-Mainfranken-Tauber
 

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