Weiße Gehörnte Heidschnucke

Region: Weser-Ems-Gebiet in Niedersachsen
Passagier seit:
Gefährdung: vom Aussterben bedrohte Haustierrasse

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Drei Heidschnuckenrassen: die Graue Gehörnte, Weiße Gehörnte und die Weiße Hornlose Heidschnucke

Die Weiße Gehörnte Heidschnucke (WGH) ist ein genügsames, mischwolliges Landschaf und für die Beweidung von Heide- und Moorflächen besonders geeignet. Seinerzeit gab es im Weser-Ems-Gebiet noch ausgedehnte Heide- und Moorflächen. Die genügsamen Schnucken kamen mit den kargen Standorten zurecht.

Die Rasse WGH hatte nie ein zusammenhängendes Zuchtgebiet. Die WGH wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als eigenständige Rasse züchterisch bearbeitet. Die verbliebenen kleinen Herden eingetragener Herdbuchtiere sind bis heute über das gesamte Weser-Ems-Gebiet verteilt. Ein Schwerpunkt war der Raum Cloppenburg. Aber auch in Ostfriesland hat es immer schon Weiße Gehörnte Heidschnucken gegeben. Derzeit existieren nur noch ein paar hundert Herdbuchtiere, von denen weit über die Hälfte im Weser-Ems-Gebiet in kleinen Beständen gezüchtet werden.


Eigenschaften und Aufzucht

Die Böcke haben schneckenförmige Hörner, die weiblichen Tiere sichelförmige. Das Vlies ist weiß mit grobem Oberhaar und feinem, weichem Unterhaar. Kopf, Beine und der kurze Schwanz sind kurz behaart. Die schonend gegerbten Vliese sind langhaarig, sehr dekorativ und wärmen hervorragend.

Die Erstzulassung der Jungschafe zum Deckbock erfolgt in der Regel mit 18 Monaten. Die Weiße Gehörnte Heidschnucke ist streng saisonal, d.h. sie nimmt nur im Herbst auf. Nach fünf Monaten Tragzeit werden die Lämmer geboren. Sie trinken mindestens 100 Tage lang Muttermilch und die Lämmer wachsen sehr langsam bei Tageszunahmen von 100g bis 200g. Die Schafe sind fast ganzjährig draußen.


Grund der Gefährdung

Der Rückgang der Heide- und Moorflächen zugunsten der konventionellen Landwirtschaft war verbunden mit dem fast völligen Verschwinden genügsamer Landschafe. Ökonomisch interessantere Fleischschafrassen, die viel schwerer sind, gemästet werden können, häufig asaisonal sind und ganzjährig Fleisch liefern, verdrängten die schmackhaften Schnucken. Wegen ihrer geringen Ausschlachtgewichte und ihrer strengen Saisonalität wurde die WGH für die konventionelle Schafhaltung uninteressant.


Geschmackliche Charakteristik

Das Fleisch der Weißen Gehörnten Heidschnucke ist sehr zart, hat kurze Fasern und auf Grund der extensiven Haltungs- und Fütterungsbedingungen einen wildbretähnlichen Geschmack. Es ist geeignet für traditionelle Lammfleischgerichte, Salami und Schinken. Es kann auch kalt genossen werden, da das magere Fleisch der WGH nicht den für Schaffleisch charakteristischen Geschmack und Geruch hat. Unter Feinschmeckern gilt das Fleisch der WGH als Delikatesse. Es ist bedauerlich, dass ein großer Teil davon bisher in den allgemeinen Kanälen untergeht.
Die WGH stellt etwas höhere Ansprüche an die Futterqualität als die Graue Gehörnte Heidschnucke und hat auch tendenziell etwas höhere Ausschlachtgewichte. Durch die unterschiedliche Futtergrundlage (Sand-/Heide-Haltung, mooriges Gelände, landwirtschaftlich geprägtes Extensivgrünland zwischen Wallhecken mit Laubverfütterung) kann es zu einer unterschiedlichen geschmacklichen Ausprägung kommen.


Die Region der Züchter

Züchtungsschwerpunkt ist das Weser-Ems-Gebiet in Niedersachsen.


Herdbuchzuchtbetriebe

Biohof Beckers, Tiller Schnuckenschäferei
Tiller Weg 5, 26409 Wittmund
Tel.: 04462-942486

Heidschnucken vom Ottermeer, Hinrich König
Pollerstraße 128 a, 26639 Wiesmoor, Tel.: 04944-1874

Franz Rolfes, Bremersand
Overlaher Straße 56, 26219 Bösel, Tel.: 04494-309

Christoph Schuling
Essener Straße 15a, 49456 Bakum, Tel.: 04446-1870

Werner Weddehage, Schafzucht
Peterstraße 4a, 49681 Nikolausdorf, Tel.: 04474-8251


Förderer

Slow Food® Deutschland e. V.
Slow Food® Ostfriesland


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