Diepholzer Moorschnucke

Region: Diepholzer Moorniederung, Niedersachsen

Passagier seit: Mai 2005

Gefährdung: vom Aussterben bedrohte Haustierrasse.

Eine niedersächsische Spezialität

Die Diepholzer Moorschnucke steht für eine unverwechselbare Fleischqualität, deren Ursprünglichkeit durch die EU mit einer Herkunftsbezeichnung geschützt wurde.

Die kleinwüchsigen Moorschnucken sind genau genommen als „weiße hornlose Heidschnucke" zu bezeichnen. Sie werden ganzjährig von Schäfern mit Hunden in den Naturschutzgebieten der niedersächsischen Diepholzer Moorniederung gehütet, die inmitten des Städtedreiecks Hannover – Osnabrück – Bremen liegt. Hier existieren wertvolle Hoch- und Niedermoore, Magerrasen, Heide und Feuchtgrünland. Die besonders genügsamen Moorschnucken sind dort seit Jahrhunderten heimisch und haben sich in einzigartiger Weise an die karge Landschaft angepasst.

War früher in der Region eine bäuerliche Schafhaltung verbreitet, um einen geringen Zuerwerb zu haben, so sind die Schafe heute ein unverzichtbarer Partner bei der Renaturierung der Moore. Zwischenzeitlich wäre die Moorschnucke fast ausgestorben. Heute halten die Moorschnucken die Landschaft offen und pflegen so einen Lebensraum für viele vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten.

Die Moorschnucken haben nach 18 Monaten ein Schlachtgewicht von etwa 15 Kilogramm erreicht. Ihr Futter besteht in erster Linie aus Wildpflanzen: Pfeifengras, Seggen und Sauerampfer, Pilzen, Moos und Flechten, krautige Pflanzen wie Besen- und Glockenheide oder auch Blaubeeren. Aufgrund der besonderen Ernährung und des langsamen Wachstums weist das Moorschnuckenfleisch eine exzellente Struktur und dunkle Farbe auf. Es zeichnet sich durch einen würzig-vollaromatischen, wildbretartigen Geschmack aus.

 


Förderkreis Diepholzer Moorschnucke

In enger Kooperation mit dem Slow Food Convivium Diepholz ist ein Förderkreis für die Diepholzer Moorschnucke entstanden, in dem sich neben Züchtern und Vermarktern ein Kreis von Personen engagiert, die sowohl die hohe Bedeutung der Moorschnucke für Natur und Landschaft erkannt haben, als auch die regionale Spezialität „Moorschnucke" dauerhaft als Genuss erhalten und weiter entwickeln möchten.

Der Förderkreis setzt den Schwerpunkt seiner Aktivitäten im Bereich Kochen, Gastronomie und Öffentlichkeitsarbeit. Über den engeren Kreis der Diepholzer Moorniederung hinaus soll mit gastronomischen und lukullischen Ereignissen das regionale und überregionale Bewusstsein für die Delikatesse Diepholzer Moorschnucke gestärkt werden.


Die AG Diepholzer Moorschnucke

Die Moorschnucken-Schäfereien in der Diepholzer Moorniederung haben sich zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. Die Schäfereien tauschen untereinander Informationen zur Pflege der Moore sowie zur Hütehaltung aus und vermarkten gemeinsam Produkte, die von der Moorschnucke gewonnen werden (Fleisch, Wolle, Felle).

Neben einem gemeinsamen Markenzeichen, für das der Landesschafzuchtverband die Nutzungsrechte vergibt und auch kontrolliert, verfügt die Diepholzer Moorschnucke auch über eine EU-geschützte Ursprungsbezeichnung, d.h. nur in der Diepholzer Moorniederung geborene, aufgewachsene und geschlachtete Schnucken dürfen als „Diepholzer Moorschnucken" vermarktet werden.


Kontakt

AG Diepholzer Moorschnucke

Schäfermeister Mathias Dreyer

Am Geestmoor 5, 49453 Rehden

Tel. 05446-1330, Fax 05446-1643

mc.dreyer@t-online.de

 

 

 

Bioland-Schäferhof Jan Teerling

Schmiedestr. 13, 27232 Sulingen

Tel. 04271-951251, Fax 04271-951266

jan-teerling-sulingen@t-online.de

 

 

 

http://www.moorschnucke.de
Slow Food Deutschland e. V. - Luisenstraße 45 - 10117 Berlin - Telefon: 030 / 246 259 39 - E-Mail: info@slowfood.de