Pflanzaktion für die "Schwarze Birne"

11.3.2015 - Der erst kürzlich in die Slow Food Arche aufgenommene Passagier "Schwarze Birne" wurde im Freilichtmuseum Beuren mit einer Pflanzaktion geehrt. Das Slow Food Convivium Stuttgart beteiligte sich an der Aufstellung des neuen Exponats.

Auf dem Gelände des Freilichtmuseums in Beuren kann man sie wiederfinden, viele alte Obstsorten, die heutzutage selten geworden sind. Gerade sind mit der Kirsche „Benjaminler“ und die „Schwarze Birne“ wieder zwei Raritäten auf dem Museums-gelände, das inmitten von Streuobstwiesen liegt, hinzugekommen. „Die alten Obstsorten im Freilichtmuseum ergänzen in einzigartiger Weise die Präsentation ländlichen Alltagslebens früherer Generationen auf der Schwäbischen Alb und im Mittleren Neckarraum. Wir pflanzen alljährlich ein Exemplar der ‚Streuobstsorte des Jahres‘, um gleichzeitig mit der Erneuerung des Obstbaumbestandes einen Beitrag zum Erhalt traditionsreicher Obstsorten zu leisten“, erklärte Landrat Heinz Eininger bei der Pflanzaktion Anfang März.

Bild oben.: Legen Hand an bei der Pflanzaktion  (v.l.n.r) - Landrat Eininger, OGV Reudern-Mitglied Klaus Diez, Slow Food Stuttgart Vorstand Alexander Lorenz und Baumpate Helmut Dolde. | © Landkreis Esslingen

Anpflanzung von Jungbäumen

Gemeinsam mit Sigrid Jetter, Vorsitzende des Kreisverbandes des Obst- und Gartenbauver-bandes Nürtingen e.V., und Klaus Diez, Beiratsmitglied des Obst- und Gartenbauvereins Reudern, wurde ein Jungbaum der „Streuobstsorte 2015“, die Brenn- und Schüttelkirsche „Benjaminler“, angepflanzt. „Benjaminler“ ist bereits die 13. „Streuobstsorte des Jahres“ auf dem Museumsgelände. Die Streuobstsorte des Jahres wird durch den Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft (LOGL) gekürt, um auf ihre Bedeutung und den Rückgang des Bestandes aufmerksam zu machen. Unterstützt wird die Anpflanzung im Freilichtmuseum im jährlichen Wechsel von den Kreisverbänden der Obst- und Gartenbauvereine Esslingen und Nürtingen.

Neben der Streuobstsorte des Jahres wurde dieses Mal ein weiterer Jungbaum angepflanzt, ein Birnbaum der Sorte „Schwarze Birne“, gestiftet von Wengerter Helmut Dolde. Die Linsenhofer Lokalsorte, als vorzügliche Mostbirne geschätzt, wurde vom Verein Slow Food neu bei deren Initiative „Arche des Geschmacks“ aufgenommen. Unter dem Motto „Essen, was man retten will“ fördere das internationale Projekt die Erhaltung alter Kulturpflanzensorten und Nutztierrassen, die jeweils regional für die Lebensmittelproduktion von Bedeutung seien, erläuterte Alexander Lorenz, Vorsitzender der Slow Food Regionalgruppe Stuttgart. Neben Filder-Spitzkraut, Albleisa, Stuttgarter Geishirtle und Champagner-Bratbirne steht nun auch die Schwarze Birne auf der Passagier-Liste der „Arche des Geschmack“, die deutschlandweit insgesamt 54 Arche-Passagiere zählt.

Verarbeitung zu Schwarze Birne Secco

Wengerter Helmut Dolde hat sich auf ihre Verarbeitung zu Schwarze Birne Secco spezialisiert. Von der Obstsorte gibt es nur noch wenige Bäume mit einem geschätzten Alter um die 100 Jahre. Die Brennkirsche Benjaminler, die ursprünglich aus Mösbach kommt, eignet sich sowohl als Einkochobst als auch besonders gut zum Brennen hochwertiger Destillate oder Likören. Durch eine späte Blüte ist sie ertragssicher, relativ widerständig gegen Frost und kann deshalb auch in höheren Lagen gut gedeihen. Die kleinen, schwarz bis schwarzbraunen Früchte sind durch einen besonders hohen Zuckergehalt sehr aromatisch. Gleich-zeitig sind die Kirschen festfleischig und platzfest. Die ausladenden Kronen machen die Benjaminler-Kirsche zu landschaftsprägenden Streuobstbäumen.

Quelle: Presseinformation des Landkreises Esslingen vom 2. März 2015



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