Albschneck

 

Arche-Passagier seit 2005

Unterstützt von Slow Food Stuttgart, Slow Food Tübingen und Slow Food Ulm

Beschreibung des Passagiers

Die gewöhnliche Weinbergschnecke „Helix pomatia" ist in Mitteleuropa weit verbreitet. Sie ist sehr eiweiß- und mineralstoffreich und gleichzeitig cholesterinfrei. Als Fastenspeise war sie vor allem in katholischen Regionen bekannt. Dabei wurde sie als so genannte Deckelschnecke geerntet. Deckelschnecken sind Schnecken in Winterruhe, die ihre Hausöffnung mit einem Kalkdeckel verschließen, um so geschützt zu überwintern. 

Zur Vorbereitung dieser Lebensphase werden Magen- und Darmtrakt entleert und etwas Fettgewebe angelegt, das für den herrlich nussigen Geschmack verantwortlich ist. Dies zeichnet die Weinbergschnecken im kalkhaltigen Mittelgebirge der Schwäbischen Alb mit seinem speziellen Klima und seinen besonderen Nahrungspflanzen aus und charakterisiert sie als Albschnecke. Weiler im Großen Lautertal war im 18. und 19 Jhdt. eine echte Hochburg für Schneckengeschäfte. In Indelhausen wirbt noch ein letzter Gastwirt mit „eigenen" Schnecken.

Albschneck® ist ein eingetragenes Markenzeichen zur Wiederbelebung der traditionellen Schneckenproduktion auf der Schwäbischen Alb. Helix pomatia, die „gewöhnliche" und auch auf der Alb heimische Weinbergschnecke muss dazu mindestens ein Jahr lang in extensiver Haltung aufgezogen und überwiegend mit Wildpflanzen gefüttert werden. Ihre Herkunft muss ebenfalls aus dem Naturraum der Schwäbischen Alb stammen. Nur Deckelschnecken kommen infrage. Sie können lebend, in Dosen konserviert, tiefgefroren und mit heimischer Kräuterbutter im Häuschen angeboten werden. Die IG Albschneck garantiert und überwacht diese Richtlinien. Klassische regionale Gerichte sind u. a. die Vorspeise in Kräuterbutter, Schneckensüpple, Schneckensalat, oder Bandnudeln mit Schneckensoße.


Die Region des Arche-Passagiers

Die Schwäbische Alb.


Züchter, Erzeuger und Bezugsquellen

Für den Arche-Passagier Albschnecke existiert seit März 2004 die Interessensgemeinschaft (IG) Albschneck, die sich aus angehenden Erzeugern, einem Verarbeiter, Gastronomen und Touristikern etc. zusammensetzen. Unterstützt werden Sie von der Archegruppe der Convivien Stuttgart und Tübingen. Ihre Aufgaben sind neben dem Fördern und Unterstützen der vorhandenen Produktion das Entwickeln der Kommunikation, aber auch das Erweitern der Zahl der Erzeuger, ihre Versorgung mit professionellen Daten, die Einbindung in einen ökologisch sanften Tourismus sowie die Förderung der Wahrnehmung und Bevorzugung von Lebensmittel-Spitzenqualität durch den Verbraucher.

In der Interessengemeinschaft Albschneck befinden sich derzeit sechs Kleinerzeuger, die bis zum Herbst 2005 erste Albschneck-Deckelschnecken produzieren, verarbeiten und vermarkten.


Bilder: © Slow Food Archiv (2)


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