Terra Madre: Ermanno Olmis Filmdokumentation

TERRA MADRE

R: Ermanno Olmi; P: Gian Luca Farinelli, Beppe Caschetto; mit Vandana Shiva, Ampello Bucci, Marco Rizzone, Pier Paolo Poggio, Aldo Schiavone, Carlo Petrini, Maurizio Gelati, Angelo Vescovi; 78’; Italienisch mit dt. UT; Dokumentarfilm; Italien 2009

Auf den Internationalen Berliner Filmfestspielen 2009 erlebt am 6. Februar das neue Werk von  Ermanno Olmi, Terra Madre, seine Uraufführung. Der weltberühmte Altmeister des italienischen Kinos zeigt seine eigene Sicht auf das große Thema der Ernährung und ihrer ökonomischen, ökologischen und sozialen Zusammenhänge. Olmi hat einen Dokumentarfilm geschaffen, der auf gründlichen Recherchen beruht und mit der Zukunft des Planeten abrechnet. Die Poesie all seiner früheren Werke ist nachvollziehbar und unverkennbar, doch in der Form hat  sich eindeutig der Dokumentarcharakter durchgesetzt.

Der Film ist von der Cineteca Bologna und ITC Movie produziert und von der Generaldirektion Film des italienischen Kulturministeriums unterstützt worden. „Terra Madre“ ist das Ergebnis einer intensiven Arbeit, die durch das 2004 gegründete internationale Netzwerk der Erzeugergemeinschaften inspiriert wurde. Die Idee entstand 2006 anlässlich des zweiten Welttreffens von Terra Madre in Turin und durch die Freundschaft von Carlo Petrini, dem Gründer und Präsidenten der Slow-Food-Bewegung mit dem Regisseur. Olmi war tief beeindruckt von den rund 5.000 Bauern aus aller Welt, die sich in Turin zusammen gefunden hatten. Damals begannen mit Unterstützung von Slow Food, der Cineteca Bologna und der Filmkommission Turin-Piemont die filmischen Aufzeichnungen, die dann im Oktober 2008 bei der nunmehr dritten Ausgabe von Terra Madre vertieft und erweitert wurden.

„Nur dank der Einfühlsamkeit eines Ermanno Olmi war es möglich, den hohen ethischen und moralischen Anspruch zu erkennen, der hinter dieser außergewöhnlichen Veranstaltung von Terra Madre steht“, sagt Carlo Petrini. „Es ist ein weltumspannendes Netzwerk von Menschen, Überzeugungen, Arbeit und Kulturen in 153 Ländern der Erde, das die richtigen Ideen der Verteidigung der biologischen Vielfalt, der Achtung der Umwelt und der Würde der Nahrung verbreitet – im Dienste einer Zukunft des Friedens und des Einklangs mit der Natur.“

Der Film „Terra Madre“ beruht auf der Beobachtung der Teilnehmer in den Foren von Turin und der anschließenden Begleitung einzelner Teilnehmer in ihre Heimatländer. Es ist ein Film der Geschichten von Menschen und ihres Zaubers, ein Film, der zeigt, wie sie ihr Bewusstsein entwickelt haben. Es ist ein politischer und in die Zukunft gerichteter Film.

Olmi selbst sagt über die Terra-Madre-Treffen in Turin: „Ich habe die Bauern bei uns auf dem Lande wieder erkannt, an die ich mich aus der Zeit meiner Kindheit erinnere. Die Gesichter der Bauern ähneln sich in jedem Winkel der Erde. Es sind Gesichter, in denen wir die Spuren eines harten Arbeitsalltags wieder erkennen, genauso wie die Gesichter der Landschaften mit ihren gepflügten Äckern, den Kulturen und den Weiden. In der Welt von heute werden die Bauern in die Ecke gedrängt von den großen Unternehmen, die nur auf Profit aus sind. Auch der Bauer will Geld verdienen, aber sein Umgang mit der Erde ist ein Akt der Liebe, und in diesem solidarischen Fühlen entsteht die Achtung vor der Natur.“


6. Februar 21.45  Uhr: Premiere TERRA  MADRE mit anschließenden Fragen und Antworten mit Regisseur Ermanno Olmi und Carlo Petrini im Cinema Paris, Kurfürstendamm 211 (U-Bhf Uhlandstr.)

7. Februar 22.30: Weitere Aufführung im "Babylon" am Rosa-Luxemburg-Platz.

12. Februar 19.30 Uhr: Aufführung TERRA MADRE im Kulinarischen Kino im Martin-Gropius-Bau. Anschließend im Spiegelzelt vor dem Abgeordnetenhaus gegenüber: Menü mit Cornelia Poletto und Talk mit Carlo Petrini und Hansjürgern Rosenbauer. Mehr...


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