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Puzzle - Das ist da alles drin?

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Drei Spiele-Ideen von Slow Food Hannover

Als Kooperationspartner des Museums August Kestner in Hannover für die Sonderausstellung „Food Design“ entwickelten Catharina Siemer und Frank Buchholz vom Slow Food Convivium Hannover drei Spiele, um Austellungsbesuchern die Slow Food Philosophie rund um Lebensmittel unterhaltsam, praktisch und interaktiv zu veranschaulichen:

- Das ist da alles drin? - ein Lebensmittel-Puzzle
- Künstlich oder echt? - ein Vergleich von Aromen
- Geschmacksexplosion - ein Experiment zum Schmecken

Auf dieser Seite stellt Ihnen das Convivium Hannover die drei Spiele-Ideen in Form eines Erfahrungsberichts vor.

Beim Nachbau der Spiele und/oder bei der Verwendung der PDF-Vorlagen auf dieser Seite wird freundlichst um die Erwähnung des Conviviums Hannover als Urheber der Ideen gebeten.

Ansprechpartner für Fragen und Tipps:
Frank Buchholz, Convivium Hannover
Tel. (05 11) 46 38 94
hannover@slowfood.de


Das ist da alles drin?
- ein Lebensmittel-Puzzle

Das Puzzlespiel war ein großer Erfolg und sorgte schon vor dem Eingang für erstauntes Aufmerken: "Echt, das ist da alles drin?" Doch von vorne. Zunächst haben wir drei große Stahl-Verbund-Platten jeweils auf das Maß 2 m x 1,22 m eingekürzt (verfügbar in 2,40 x bzw. 4,05 m x 1,22 m – Transportmöglichkeit beachten!). Dieses Material ist magnetisch und eignet sich für unsere Spielidee besonders. Auf diese Platten wurde das Logo von Slow Food CV Hannover und der Slogan „Wissen was man isst“ mit Folie geklebt. Der Tischler fertigte je einen Rahmen mit Ausstellwinkel aus Holz an. Gemeinsam hatten wir die Produkte „Erdbeer-Joghurt“, „Scheiben-Käse“ und „Schokokuss“ gewählt. Eine deutlich erkennbare Kontur der Nahrungsmittel wurde ebenfalls mit dem Zusatz „z. B. Schokokuss“ aufgeklebt. Für das Puzzle wurde Magnetfolie direkt bedruckt und geschnitten. Die einzelnen Inhaltsstoffe erhielten unterschiedliche Farbgebungen. Grün steht für „gehört unbedingt zum Produkt“, Blau sagte „ist überflüssig, aber nicht schlimm“ und Rot warnte „nur wegen der industriellen Herstellung im Produkt“. Die Inhaltsangaben wurden direkt von der Deklaration des Produktes übernommen, da wir keine Lebensmittelchemiker sind. Annette Paries hat, da sie „vom Fach“ ist, noch einmal über die Zuordnung gesehen, damit uns keine „Patzer“ passieren.

Zum Transport benötigt man nun ein großes Auto, aber die Tafeln sind schnell aufgestellt und fallen gut ins Auge. Allerdings sollte man auch einen großen Raum für die Lagerung der Tafeln haben. Wenn die Tafeln aufgestellt sind, platziert man die Puzzleteile in den weißen Bereichen der Tafeln und los geht‘s! Man kann gerne die Puzzleteile mischen – dann wird es etwas schwieriger mit der Zuordnung. Die Verbindung von formalen Merkmalen und inhaltlichen Aspekten macht das Puzzlespiel für alle Altersgruppen attraktiv. Begleitend gab es eine A4-Übersicht der Inhaltsstoffe und ihrer Bedeutung, insbesondere für die industrielle Verarbeitung. Noch wichtiger aber ist die „Betreuung“ der Station, um mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen.

Drei Beispiele: Erdbeerjoghurt, Scheibenkäse, Schokoküsse (PDF)

Beispiel: Infoblatt Zusatzstoffe (PDF)


Künstlich oder echt?
- ein Vergleich von Aromen

Wir haben zehn Keramikdosen mit hölzernem Deckel von einem schwedischen Kaufhaus erworben. Aber Achtung: Die Deckel haben einen für dieses Experiment störenden Eigengeruch. Wir haben das behoben, indem wir Cellophan-Folie zwischen Deckel und Plastikverschluss einsetzten. Im Vorfeld wurde in der Küche viel experimentiert. Die künstlichen Aromen waren durch die Ausstellung vorgegeben (es gab ein Sensorium). Aus diesen wollten wir uns fünf aussuchen, die den natürlichen Lebensmitteln überhaupt eine Chance lassen. Viele Gerüche, z. B. Olive, war „natürlich“ einfach nicht überzeugend – die Säuerungsmittel überlagern den Eigengeruch der Oliven. So wurden die Gläser mit Banane, getrockneten Steinpilzen, Speck, Apfelsaft und Ananas gefüllt. Danach wurden die Lebensmittel mit Watte abgedeckt. Hier ist es wichtig, eine hochwertige Watte zu nehmen, die man in dünnen Lagen über das Lebensmittel legen kann. Ist die Watte zu dick, verliert sich der natürliche, leicht flüchtige Geruch. Ebenso haben wir herausgefunden, dass die Dosen am besten erst zum Schnuppern aufgemacht werden.

Den Besuchern wurde ein vorbereiteter Bogen zur Verfügung stellt, in dem einige Aromen genannt wurden. Natürlich deutlich mehr, als tatsächlich zu schnuppern waren. Die Dosen wurden mit Buchstaben (A, B, C, D, E für Aroma) und Ziffern (1 oder 2 für „künstlich“ oder „echt“ – selbstverständlich immer unterschiedlich) versehen. Es mussten also die Aromen erkannt werden, und zusätzlich musste bestimmt werden, welches der beiden das echte und welches das künstliche ist. Hinterher gab es viel Spaß und Diskussionen bei der Auflösung.

Beispiel: Fragebogen "Künstlich oder echt?"


Geschmacksexplosion
- ein Experiment zum Schmecken

Hier haben wir eine Idee von CV Hannover Gründungsmitglied Claudia Behrensdorf aufgegriffen: Die Besucher nehmen bei zugehaltener Nase eine Erdnuss (in diesem Fall geröstet und gesalzen) in den Mund und zerkauen sie. Aufgrund der verbreiteten Allergieproblematik haben wir auf eine Blindverkostung bei zugehaltener Nase verzichtet. Erst danach wird die Nase freigegeben: Es erfolgt eine Geschmacksexplosion. Versuchen Sie es selbst! Dieses Experiment zeigt eindrücklich, dass Geruch und Geschmack zusammengehören.


Idee und Konzept Spiele: CV Hannover, Catharina Siemer und Frank Buchholz
Gestaltung des Puzzles und Fragebogens (siehe PDFs): Frank Buchholz
Fotos auf dieser Seite: Frank Buchholz
Erfahrungsbericht: Sabrina Buchholz
Weitere Informationen: hannover@slowfood.de


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