Augsburger Rathaus

Convivium Augsburg

Kontakt: Marianne u. Helmut Wager
Adresse: Reichensteinstr. 34, 86156 Augsburg
Fon: (0821) 40 74 62
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Rechenschaftsbericht

Liebe Slowfoodler,
vor der Mitgliederversammlung wollen wir Ihnen noch einen kurzen Bericht über die Entwicklung des Conviviums und die Aktivitäten in den letzten beiden Jahren geben.
Im Januar 2006, kurz vor der letzten Mitgliederversammlung, hatte das Convivium 73 Mitglieder, darunter 2 Förderer. Jetzt, im Januar 2008, haben wir die schöne runde Zahl von 100 Mitgliedern erreicht. (Die beiden Neumitglieder, Nummer 99 und 100, werden bei unserer Mitgliederversammlung da sein.) Dies entspricht einem Zuwachs von immerhin 37%! Ein bisschen stolz macht dies schon. Und es ist umso erfreulicher, da wir bei der Neugründung des Conviviums Ingolstadt unsere Mitglieder im Landkreis Neuburg/Schrobenhausen abgegeben haben.
Zu unseren „Alt-Förderern“, dem „Kuckuck“ in Pfersee und dem „Stemmer“ in Aichach, kommen „Schreieggs Post“ in Thannhausen und die Gruppe der Spezialitätenwirte im Wittelsbacher Land. Letztere verfolgen ein Konzept das dem Slow-Food-Gedanken nahe kommt: Verwendung regionaler Produkte und die Kooperation mit Bauern, Erzeugern und Verarbeitern aus dem Wittelsbacher Land.
Im Arbeitskreis Wittelsbacher Land e.V. arbeiten Conviviumsmitglieder am regionalen Entwicklungskonzept, insbesondere beim Projekt „Gesunde Ernährung und regionale Produkte“ mit.
Im Februar 2008 sind als Förderer die Gaststätte „annaEVENT“ in Augsburg und „Meyers Keller“ in Nördlingen dazugekommen. Und sozusagen taufrisch ist der Förderantrag der Brauerei Riegele.
Die weite räumliche Spanne des Conviviums Augsburg von Schongau im Süden bis Nördlingen im Norden bringt es mit sich, dass nicht alle Mitglieder den Weg zu unseren Veranstaltungen finden. Wir haben daher die Gründungsinitiative aus dem Donau-Ries-Kreis gerne aufgegriffen. Da jedoch für eine Gründung nicht genügend Mitglieder gewonnen werden konnten, blieb Nördlingen organisatorisch bei uns und wir unterstützen nun die Gründungsinitiatoren, Karin und Peter Schmidt, bei ihrer örtlichen Veranstaltungsreihe.
Seit der letzten Mitgliederversammlung haben wir uns bei 17 Veranstaltungen getroffen, seit Januar 2007 bietet zusätzlich am letzten Mittwoch jeden Monats der Stammtisch die Gelegenheit sich auszutauschen. Auf unserem Besuchsprogramm standen die Produkte Honig, Brot, Pilze und Fisch. Wir fuhren zu Wein und Bier nach Franken und nach Violau ins Schullandheim. Wir besuchten unsere Allgäuer Slow-Food-Freunde bei einem Burgfest und begrüßten sie im darauffolgenden Jahr bei einem Treffen in Augsburg. Unsere „etwas andere Weinprobe“ hat schon Tradition. Gerhard Frisch-Frauenschuh und Peter Michalczyk stellten uns beim Hausfrauenbund beim Geschmack auf die Probe. Wir trafen uns in verschiedenen Lokalen, auch im Zusammenhang mit dem SFD-Projekt „Genussführer“. Und wir haben auch zusammen gekocht.
Die Arche des Geschmacks ist ein internationales Projekt von Slow Food. Lokale und regionale Lebensmittel, Nutztier- und Nutzpflanzenarten, die unter den gegenwärtigen ökonomischen
Bedingungen es schwer haben, sich am Markt zu behaupten oder die “aus der Mode gekommen sind“, sollen durch die Arche-Kampagne vor dem Vergessen gerettet werden.
  
Unter anderem durch Berichterstattung in der Presse wurden wir auf das „Augsburger Huhn“ aufmerksam. Diese Rasse wurde 1880 vom Haunstetter Julius Meyer aus einem italienischen und einem französischen Huhn gezüchtet. Das tiefschwarze, blau oder grün schimmernde Tier mit dem charakteristischen Becherkamm hatte bis in die 60er Jahre hinein große wirtschaftliche Bedeutung und wurde in seinem Bestand von der Bayerischen Staatsregierung gefördert. Das freiheitsliebende Huhn, das sich sein Futter gerne selber sucht, lässt sich nicht in Legebatterien einsperren, verlor damit seine wirtschaftliche Bedeutung und wird heute nur noch von Schauzüchtern gehalten. Wir haben im Ries eine Gemüsebäuerin gefunden, die noch eine Schar Augsburger Hühner laufen hat. Wir wollen versuchen, die Hühner wieder weiter zu verbreiten, auch als Eier- und Fleischlieferanten, und sie daher in die Arche aufnehmen lassen.
Ein zweites Arche-Produkt soll der „Chabeso“ werden. „Chabeso“ war im Augsburger Raum in den 50er Jahren ein Synonym für Limonade. Zwischenzeitlich verschwunden, wird er heute von der Brauerei Riegele wieder produziert. Wegen seines Milchsäuregehalts wurde er bereits zu Beginn des vorigen Jahrhunderts als wichtig für die „Volksgesundheit“ gepriesen.
Ende des vergangenen Jahres ist die Messegesellschaft TMS mit Sitz in Dresden an das Convivium Augsburg herangetreten. In Dresden organisiert diese Gesellschaft heuer bereits zum zweiten Mal eine Feinschmeckermesse unter dem Titel „Kulinaria & Vinum“. Diese Messe soll jetzt in Augsburg ihr zweites Standbein erhalten. Die Gesellschaft bietet uns und unter dem Dach von Slow Food auch anderen Ausstellern Messefläche zu günstigen Bedingungen an. Es bietet sich hier die Möglichkeit Slow Food und das Augsburger Convivium in breiter Öffentlichkeit zu präsentieren.
All diese Aktivitäten waren nur möglich durch die Mithilfe vieler – dafür recht herzlichen Dank!
Auch was wir in Zukunft vorhaben, ist nur möglich, wenn es auf mehrere Schultern verteilt werden kann. Vielleicht haben Sie Lust, in unserer Aktivgruppe mitzuarbeiten. Vielleicht wollen Sie auch ein Projekt verantwortlich durchführen, kennen Produzenten oder Gaststätten bei denen sich ein Besuch lohnt oder wissen von Veranstaltungen und Aktionen, wo Slow Food sich beteiligen kann. Vielleicht kennen Sie traditionelle Speisen, erinnern sich an Nutzpflanzen und Nutztiere, die in Vergessenheit geraten sind. Unser Convivium lebt vom Miteinander der Mitglieder. Wir freuen uns über jedes Angebot zur Mitarbeit, auch punktuell, und über jeden Tipp. Ein Verein, der ausschließlich von Ehrenamtlichen getragen wird, braucht die Mithilfe vieler.
Wir freuen uns auf weitere spannende, interessante Slow-Food-Jahre!
Marianne und Helmut Wager
Im Namen der gesamten Aktivgruppe

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