Slow Food Bielefeld / OWL

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Conviviumleiter: Fritz Feger

Stellvertr. Conviviumleiterin: Birgit Hohls
Orga-Team: Gisela Behrendt-Menzel, Jutta Deitermann, Dagmar Heckmann, Asgard Knehans-Gläser,  Andrea Kombrink, Ulrich Lohmann

Klangreise „Römische Küche“

Im November erlebten wir eine einmalige Klang- und Geschmackreise durch die römische Küche.
In der Umgebung des Archäologischen Freilichtmuseum Oerlinghausen war der „richtige“ Ort gefunden.
Zuerst folgte eine kurze Einführung in die römische Küche durch Sylivia Crumbach, die aus Duisburg anreiste und sich u.a. auf die römische Küche spezialisiert hat und für die kulinarische Reise zuständig war.


Die Abfolge des Essens folgte strengen Regeln. Zwischen den einzelnen „Gängen“ wurde das Werk „Immensa est potentia caeli“ von Dagmar Scholz, einer Dortmunder Komponistin, frei nach Philemon und Baucis von Ovid uraufgeführt. Wir erlebten Anna Falkenhain und Jan Jendrkowiak am Schlagwerk.


Die Mythologie von Ovid beschreibt in den Metamorphosen den Besuch des Göttervaters Jupiter (Zeus) und seines Sohnes Merkur (Hermes) in einer Stadt in Phrygien. Die Einwohner gewähren den beiden Wanderern jedoch keinen Einlass. Allein Philemon und seine Frau Baucis, ein altes Ehe-paar, das in einer ärmlichen Hütte am Stadtrand lebt, erfüllten die Gastfreundschaft, nehmen die bei-den auf und bewirten sie mit allem, was sie haben. Erst durch einen Zufall erkennen sie die Götter und entschuldigen sich für das karge Mahl. Die Götter jedoch belohnen Philemon und Baucis für ihre Großzügigkeit und Gastfreundschaft, indem sie ihre Hütte in einen goldenen Tempel verwandeln und beide zu Priestern bestellen. Am Ende ihres Lebens verwandeln die Götter sie in zwei Bäume. Phile-mon wird zu einer Eiche und Baucis zu einer Linde.


Der als Buffet aufgetischte erste „Gang“ waren Gerichte für das „einfache“ Volk, die keine eigenen Küchen hatten, sondern ihr Essen in Tavernen und Garküchen zu sich nahmen. Heute in aller Munde als „Street Food“ bekannt. Es gab „Puls“ (Getreideeintopf), Eingelegter Kohl, Brot mit „Moretum (Rei-bekäse aus Ziegenkäse, Olivenöl, Kräuter und Knoblauch). Das Highlight war die von Sylivia selbst hergestellte Lucanische Bratwurst aus Schweinefleisch, mit Berberitzen, Pinienkerne, Kräuter, die leicht angeräuchert war und frisch gegrillt wurde.


Überführend ging es mit den musikalischen Klängen auf Spuren von Ovid zum Gastmahl der gehobe-ren Kreise ins „Triklinum“ Esszimmer. Dort lag man zu Tische und das Essen, die einzelnen Gänge wurden angereicht. Hier konnten wir gefülltes Hühnchen, Eier mit Pinienkernsauce, Mangoldgemüse und grüne Linsensalat probieren.
Als letzter Gang schon zu Römerzeiten wurden Dulcia (Süßigkeiten) gereicht. Es gab Globi (Weizen-grießbällchen in Honig-Mohnsauce) Eierkäse, gefüllte Datteln, Obst und ein Würzwein.

 


Insgesamt war es eine spannende und besondere „Klangreise“, die durch Sylvia Crumbach einen Einblick in die römische Küche gab und musikalisch durch ANNA-NOVA in die Mythenwelt des Ovid entführte und nachklingt.


Text & Fotos: Birgit Hohls


Informationen zum Museum finden Sie hier:

http://www.afm-oerlinghausen.de

Informationen zu Sylvia Crumbach finden Sie hier:

www.archaeotechnik-crumbach.de


Informationen zu Jan Jendrkowiak / JB Musik finden Sie hier:

http://www.jbmusik.de


Informationen zum Projekt ANNA-NOVA:

http://www.anna-nova.de


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