Convivium Bonn

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Ausflug zum Felchenfischer am Laacher See

31.07.2016

Slowfood vom Feinsten: Fische aus dem Laacher See

Der Laacher See an einem Sonntagvormittag im Juli: Vereinzelte Fischer sind mit ihren Booten auf dem See, ein paar Enten schwimmen vorbei, ruhig ist es, von ferne sind die Glocken der Abtei zu hören. Nur aus dem Fischerhaus von Ansgar Hehenkamp dringt fröhliches Stimmengewirr, 35 Genießerinnen und Genießer haben sich dort versammelt, um Wissenswertes über die Fischerei in diesem natürlichen See zu erfahren – und vor allem Köstliches aus dem Wasser zu probieren.

Die wissbegierigen Slowfoodies aus Bonn und der Region erhalten von Hehenkamp zunächst eine Einführung in die Geschichte des bis zu 45 Meter tiefen Sees: Wie er vor 13000 Jahren durch eine Explosion entstand, dass er seine heutige Form zwei Wasserspiegelabsenkungen verdankt, und dass die Felchen, um die es heute hauptsächlich geht, im 19 Jahrhundert aus dem Bodensee importiert wurden.

Hehenkamp ist seit 2007 Pächter der Fischerei, er verkauft Speisefische und bereitet auf den Angelschein vor. Anschaulich schildert er den Zuhörerinnen und Zuhörer den Jahresablauf eines Fischers: Ab März geht er auf den See und wirft die Netze aus, bis etwa Oktober fängt er Felchen und Hechte, auch Aale, Schleien und Barsche gehen ins Netz. Die „Einbürgerung“ von Seeforellen hat bisher nicht funktioniert, oder war jedenfalls nur aus Sicht der Hechte ein kurzzeitiger Erfolg, die sich über die Leckerbissen gefreut haben. Während der Laichzeit ist Pause, erst am 25. November, dem Katharinentag, fängt Hehenkamp an den Laichplätzen Fische, um die Zucht fortzusetzen. Den Winter verbringt er dann mit Arbeiten im Bruthaus.

Den Felchen scheint es gut zu gefallen im Laacher See: sie werden bis zu 300 Gramm schwer. Das spricht für ein ausreichendes Angebot an Nahrung, besonders an Phosphat. Der Phosphatgehalt sei in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts kritisch gewesen, so Hehenkamp, das Wasser sei inzwischen sehr sauber, fast zu sauber für die Fische.

Drei Quadratkilometer groß ist das unter Naturschutz stehende Gewässer. Hehenkamp kennt jede Ecke und weiß, wann er wo seine Netze auswerfen muss. Auch das Echolot kommt schon mal zum Einsatz. Seine Fische bekämen kein Kraftfutter, keine Antibiotika. Verarbeitet werden sie in einer ehemaligen Metzgerei in Wassenach.

„Slowfood vom Feinsten“ also. Davon konnten sich die Gäste dann überzeugen: Aal und Felchenfilets geräuchert, Tatar und Ceviche vom Felchen, Felchenfilet gegrillt und mit Panade ausgebacken….
Dazu gab‘s einen Weißburgunder von der Ahr und einen Sauvignon blanc Spätlese trocken aus Rheinhessen, beides Jahrgang 2015.
Wer nun auf den Geschmack gekommen ist, findet unter www.fischerei-marialaach.de Informationen, wie er an Fische aus dem Laacher See kommt. In Bonn und der Region beliefert Hehenkamp auch Fisch-Meyer. „Wer Fische haben will, bekommt sie“, verspricht Hehenkamp, „wir kommen schon zueinander.“


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