Slow Food vor Ort

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Slow-Food-Garten in der Perma-Kultur "Lebenswelten" in Andernach-Eich. Ein Projekt der Convivien Bonn, Köln und Rhein-Mosel.

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Hinweis: Diese Seite wird im Laufe des Projekts immer wieder aktualisiert.
Stand: 5. Juli 2016


Das erste Kesselheimer-Zuckererbsen-Menü

Am 24. Juni gab es im Gastronomischen Bildungszentrum Koblenz (GBZ) eine kulinarische Premiere: Nachdem der Arche-Passagier Kesselheimer Zuckererbse im Slow-Food-Garten in Andernach Eich bislang nur zur Saatgutvermehrung angebaut wurde, konnten jetzt die ersten Schoten zum Verzehr geerntet werden. Der Erhaltungserfolg wurde mit einem Kesselheimer-Zuckererbsen-Menü von Spitzenkoch Detlev Ueter, dem Leiter der Koch- und Serviceschule des GBZ, gefeiert.

Der Abend wurde von Slow Food Rhein-Mosel organisiert und in den neuen Räumlichkeiten des GBZ der IHK Koblenz ausgerichtet. Unter den 23 Gästen waren Mitglieder und Freunde von Slow Food, Birgitta Goldschmidt, die beim Konzept des Slow-Food-Gartens beraten hatte und Katharina Taubert, die als Gärtnermeisterin in der Perma-Kultur mit ihrem Team den Garten betreut. Auch Martin Fuchs, der Leiter des Slow Food Conviviums Rhein-Mosel, saß mit an der Tafel. Aufgrund seines Engagements konnte die Kesselheimer Zuckererbse rund um Koblenz gerettet werden und wird nun wieder in der Gegend angebaut. Spitzenkoch Detlev Ueter (links) verhalf der Erbse an diesem Abend zu kulinarischen Höhepunkten.

Die Zuckerschoten wurden zum Einstieg gefüllt serviert, mit einem Lachstatar, Räucheraalmousse und einer Mascarponecreme mit Curry. Zusätzlich wurde ein Zuckererbsen-Smoothie gereicht, der mit Gin und Tonic abgeschmeckt wurde. Danach wurde aus den Zuckerschoten ein Erbsenmousse hergestellt und mit Kichererbsen, Wildkräutersalat und einem confiertem Eifelhahn serviert.

Im Hauptgericht bestach die Zuckererbse durch ihre Natürlichkeit, hier wurde sie nur kurz mit etwas Meersalz gedünstet und zur Abrundung gab es ein Möhrenpüree mit einem geschmorten Mittelbug vom Rind, welches 48 Std bei 72 Grad gegart wurde. Als Dessert wurde ein Erbsen-Matscha-Sorbet gereicht und mit Minz-Joghurt, Lavendel-Aprikosen und Erdnusscrunch serviert.

Für Martin Fuchs ist nach fünf Jahren der Wunsch in Erfüllung gegangen, ein ganzes Menü „Rund um die Zuckerschoten“ servieren zu lassen. Sein Fazit: "Das Menü hat mich kulinarisch glücklich gemacht!"

Gerne kann Saatgut bestellt werden bei Slow Food Rhein-Mosel, damit die Kesselheimer Zuckererbse wieder vermehrt in Gärten der Region angebaut wird: rhein-mosel@slwofood.de

Quelle: Pressemeldung des GBZ

Weitere Informationen zum Arche-Passagier Kesselheimer Zuckererbse: Kesselheimer Zuckererbse


Detlev Ueter, Leiter der Koch- und Serviceschule des GBZ, mit den frisch geernteten Kesselheimer Zuckererbsen für das Menü. | © Martin Fuchs


Zuckererbsen-Smoothie, abgeschmeckt mit Gin und Tonic, der zum ersten Gang serviert wurde. | © Detlev Ueter/GBZ


Erbsenmousse mit Kichererbsen, Wildkräutersalat und confiertem Eifelhahn. | © Detlev Ueter/GBZ


Geschmorter Mittelbug vom Rind, gedünstete Zuckererbse, Möhrenpüree. | © Detlev Ueter/GBZ


Erbsen-Matcha-Sorbet mit Minz-Joghurt, Lavendel-Aprikosen und Erdnusscrunch.| © Detlev Ueter/GBZ


Kesselheimer Zuckererbse: Erfolgreiche Saatgutvermehrung 2015

Die Gartensaison 2016 beginnt. Martin Fuchs, Leiter des Conviviums Slow Food Rhein-Mosel und Initiator des Slow-Food-Gartens in Andernach, nimmt dies zum Anlass für einen kurzen Rückblick auf die Saison 2015 und einen Ausblick auf die Pläne für dieses Jahr. Das vergangene Jahr war geprägt von der Saatgut-Vermehrung des Arche-Passagiers Kesselheimer Zuckererbse (siehe Bild) im größeren Stil.

Saatgut ist jetzt in einer größeren Menge vorhanden und kann wieder zurück in die Hausgärten gehen. Die Saatgutanfragen aus dem Norden und Süden der Republik konnten befriedigt werden, auch in unserer Region wurde schon viel weitergegeben.

In unseren sechs Hochbeeten werden wir auch in dieser Saison wieder alte Gemüsesorten anbauen. Unter anderem wollen wir die Arche-Passagiere Paas Lintorfer Frühe, eine Buschbohne, und den Arche-Passgier Bonner Advent, einen Maiswirsing, im Garten der Öffentlichkeit zeigen.

Wissenschaftliches Forschungsprojekt 2016

Der kleine Vergleichsanbau der Kesselheimer Zuckererbse mit der „Bengeler Zuckererbse“, den wir im vergangenem Jahr hier in unserem Slow Food Garten in Andernach (siehe unten im Absatz: Slow Food forscht an der "Bengeler-Erbse") durchgeführt haben, soll in diesem Jahr an der Universität Kassel im Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften am Uni-Standort Witzenhausen fortgeführt werden. Geplant ist eine Forschungsarbeit zu Genmarkern mit der Bengeler Erbse und ihren Verwandten.

Bild oben: Saatgut der Kesselheimer Zuckererbse. | © Herbert Dott

Mehr Informationen:

Saatplan 2016 herunterladen

Arche-Passagier Kesselheimer Zuckererbse

Arche-Passagier Paas Lintorfer Frühe

Arche-Passagier Maiwirsing


Drei Convivien auf Tour in der „Essbaren Stadt“ Andernach

Am 25. Juli 2015 trafen sich die Convivien Köln, Bonn und Rhein-Mosel im Slow Food Garten. Ein Bericht von Monika Hörig.

Ein paar Blättchen Basilikum, etwas Sauerampfer, Zitronenmelisse und vielleicht ein paar Johannisbeer-Rispen: Buchstäblich am Wegesrand können die Andernacher die Zutaten zu ihrem Salat pflücken. Und vielleicht stammt sogar der ganze Salatkopf aus dem Beet im Schlossgraben. „Essbare Stadt“ nennt sich die Aktion, mit der Andernach seit Jahren von sich reden macht und zahlreiche Auszeichnungen gewinnen konnte. Sie war das Ziel einer Exkursion der drei Convivien Rhein-Mosel, Bonn und Köln Mitte Juli.

Pflücken erlaubt“ statt „Betreten verboten“ heißt es in Andernach. Ob Erdbeeren, Salat oder Zwiebeln: Die Stadtverwaltung lässt überall Gemüse, Obst und Kräuter anbauen – und jeder darf sich bedienen. So werden öffentlichen Parks und Grünanlagen zum Garten für die Bürger. Die öffentlichen Nutzpflanzen zeigen, wie man sich gesund ernährt und steigern die Wertschätzung für regionale Lebensmittel. Ob jäten oder ernten: Jeder darf mitmachen. Die Nutzpflanzen machen nicht nur die Jahreszeiten wieder bewusst erfahrbar, sondern auch die natürlichen Phasen von Säen, Wachsen und Ernten“. Gemüsesorten wie Möhren und Bohnen, Obstsorten, Beerensorten, Spaliergehölze, Küchenkräuter oder Schnittpflanzen werden in den Grünanlagen gepflanzt.

Bild oben: Die Teilnehmer bei der Besichtigung des SF Gartens.


Jedes Jahr steht eine Nutzpflanze besonders im Fokus. So wurden 2010 an der Mauer im Schlossgarten 101 Tomatensorten gepflanzt, es folgten 100 Bohnensorten, auch Bohnen und Kohl waren schon die „Stars“, und in diesem Jahr sind es Kürbis und Melone. Ein kleiner Weinberg mit Rebsorten zum direkten Traubengenuss findet sich unmittelbar benachbart. Insbesondere fördert das Projekt den Anbau von regionalen und seltenen Sorten und stärkt damit die Identifikation mit der Heimat und unterstützt die urbane Biodiversität. Platz für Gemüse und Co. ist immer, so werden z.B. auch temporäre Baulücken zur Anpflanzung genutzt.

Aber es geht noch weiter: Die „Essbare Stadt“ ist nur Teil einer modularen und nachhaltigen Grünraumplanung. Mit der Umstellung von Wechselbeeten auf pflegeleichte Staudenbeete verbindet die Stadt ökologische und ökonomische Vorteile. Um insbesondere die jungen Einwohner der Stadt in das Projekt zu integrieren, wurde ein „fahrbarer Schulgarten“ entwickelt, der an Schulen und Kindergärten vorfährt.

Waren die Slowfoodies schon von diesem Projekt angetan, das sie bei einer Stadtführung erlebten, die ihnen auch Historisches vermittelte, so begeisterte sie anschließend die Permakultur im Andernacher Stadtteil Eich. Die „Lebenswelten“ bieten hier auf inzwischen 17 ha öffentlicher Fläche Langzeitarbeitslosen eine Beschäftigungsmöglichkeit – und den Genießerinnen und Genießern guter, ökologisch produzierter Lebensmittel ein kleines Paradies. Unter Verzicht auf Herbizide und mineralische Dünger wachsen hier Obst und Gemüse aller Art. Dafür wird mit Zwischenfrüchten im Mischfruchtanbau und mit umfangreichen Mulchen gearbeitet. Dazwischen tummeln sich vier Angler Sattelschweine und ein paar Dutzend Hühner, auch „Coburger Fuchs“-Schafe blöken in der Nähe. Die Produkte stehen in der Innenstadt für einen sehr günstigen Preis zum Kauf, auch auf dem Permakultur-Gelände selbst ist ein kleiner Laden. Zurzeit entsteht ein Arboretum mit 150 Bäumen aus allen Erdteilen.

Bild oben: Teilnehmer beim Rundgang durch die „essbare Stadt“ Andernach. Im Vordergrund: Kürbis-Pflanzen. Kürbis ist die diesjährige „Leitfrucht“.


Mitten in der Permakultur hat auch der Slowfood-Garten seinen Platz gefunden. Finanziert von den drei genannten Convivien und von Slow Food Deutschland, wachsen hier regionale und alte Sorten, vor allem die Kesselheimer Zuckererbse, deren immer größer werdendes Anbaugebiet im Garten für die Verbreitung der Samen sorgt. In den Hochbeeten finden sich Maikönig-Salat und Grünkohl „Lerchenzungen“, Kohlrabi „Lanro und viele andere alte Sorten mehr.

Kein Wunder, dass da manch einer dachte: Schaffen wir das in unserer Stadt auch? Jedenfalls war es schön und spannend, und dem Convivium Rhein-Mosel sei herzlich für die Organisation gedankt.

Bild oben: Der Eingang zum Slow-Food-Garten mit blühenderKapuzinerkresse, im Hintergrund Beerensträucher.

Text und Bilder: Monika Hörig.


Slow Food forscht an der "Bengeler-Erbse"

Im April startete die Gartensaison 2015 im Slow-Food-Garten in der Perma-Kultur "Lebenswelten" in Andernach-Eich. In die Hochbeete wurde ab Mitte April gesät und Ende April die vorgezogenen Pflanzen gepflanzt.

Dieses Jahr wachsen im Garten unter anderem Kohlrabi der Sorte Lanro, Kopfsalat der Sorte Maikönig, Zwiebeln der Sorten Zittauer Gelbe und Stuttgarter Riesen, Möhren der Sorte Pariser Markt und Mangold der Sorte Roter Vulkan. Auch die Slow Food Arche-Passagiere Kesselheimer Zuckererbse und die Stangenbohne Ahrtaler Köksje sowie verschiedene Mutationen wie die Möschbohne werden im Garten angebaut.

Erbsen- und Bohnen-Verwandtschaftsforschung

Ein besonderes Gemüseprojekt hat sich Martin Fuchs, Leiter des Conviviums Slow Food Rhein-Mosel und Initiator des Slow-Food-Gartens in Andernach, ausgedacht: Erbsen im Vergleichsanbau. "Durch Zufall habe ich erfahren, dass Annette Fehrholz in Bengel/Mosel eine alte Zuckererbsensorte entdeckt hat. Ich habe sie gebeten mir Saatgut von dieser Erbse zu schicken und wir haben ein Vergleichanbau in der Perma-Kultur angelegt", erklärt Fuchs das kleine Slow-Food-Forschungsprojekt. Um eine eventuelle Verwandtschaft mit der Kesselheimer Zucker herauszufinden, sollen das Wachstum, die Blüte, die Schoten und die Samen verglichen werden. Da die neu entdeckte Erbse noch  keinen eigenen Sortennamen hat, wird sie wahlweise "Bengeler Erbse", nach dem Fundort genannt oder auch "Simon-Erbse, da Annette Fehrholz die Erbse im Garten der Familie Simon in Bengel gefunden hat. Auch die Stangenbohne Ahrtaler Köksje wird im Laufe des Jahres im Vergleich mit der Möschbohne  untersucht werden.

Im Juli wird es dieses Jahr ein Treffen der Convivien Köln, Bonn, Bielefeld und Rhein-Mosel geben, um die Essbare Stadt und die Perma-Kultur incl. des Slow Food Gartens zu besichtigen.

Bild oben: Die Bengler Erbse oder Simon-Erbse am 19. Mai 2015 im Hochbeet. | © Martin Fuchs

Mehr Informationen zu den Arche-Passagieren Ahrtaler Köksje und Kesselheimer Zuckererbse finden Sie hier:

Ahrtaler Köksje

Kesselheimer Zuckererbse


Blick in den Slow Food Garten im Frühjahr 2015.


Versuchsfeld, um zwei Standenbohnen-Sorten zu vergleichen: Ahrtaler Köksje und die Möschbohne. Die Bohne Ahrtaler Kökse ist Passagier auf der Slow Food Arche des Geschmacks, einem internationalen Biodiversitätsprojekt, das alte Nutzpflanzen und Nutztiere vor dem Verschwinden rettet.


Ein Beet mit der Kesselheimer Zuckererbse, ebenfalls Passagier auf der Slow Food Arche des Geschmacks, betreut vom Convivium Slow Food Rhein-Mosel.


EIn diesem Hochbeet wächst der "Maikönig", eine frühe Freiland-Kopfsalatsorte.


Auch der Kohlrabi der Sorte Lanro wächst im Hochbeet.


Coburger Fuchsschafe im Permakultur-Garten. Schafe und Ziegen sind Teil des Permakreislaufes. Sie fressen auf den Wiesen und geben Fleisch und Dünger. Im Garten in Andernach gibt es auch noch Schwäbisch-Hällische Schweine und Glanrinder, auch Passagiere auf der Slow Food Arche des Geschmacks.


Blick vom Slow-Food-Garten ins Rhein-Mosel-Tal.


Alle Bilder: © Martin Fuchs


Ein Garten zum Schauen, Lernen und Bewahren!

1.12.2014 - Ende August eröffnete das Convivium Rhein-Mosel einen Slow Food-Garten in Andernach. Das Schau- und Lernprojekt ist Teil der weltweiten Bewegung "Essbare Städte", die Grünanlagen in essbare Landschaften verwandelt. Convivien-Leiter Martin Fuchs gibt einen ersten Sachstandsbericht.

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Neuer Schau- und Lehrgarten in Andernach-Eich eröffnet

2.9.2014 - Am 30. August wurde vom Convivium Rhein-Mosel unter der Leitung von Martin Fuchs ein neuer Slow-Food-Garten in Andernach-Eich eröffnet, inmitten der Permakultur „Lebenswelten“. Phoebe Ploedt, Mitglied im Vorstand von Slow Food Deutschland, war dabei. 

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Arche-Gemüse gedeiht im Slow-Food-Garten

Auf das Lärchenholz für die Hochbeete haben wir leider warten müssen. Es ist aber nun angekommen und die Schreinerei der Perspektive baut gerade die sechs Hochbeete. Das ist schade, da wir nur noch einige Spät-Gemüse sähen können. Die Kesselheimer Zuckererbse wurde jedoch termingerecht ausgesät und gedeiht kräftig (siehe Fotos unten vom 1. Juni 2014). Dieses Gemüse ist seit Dezember 2013 Passagier auf der Slow Food Arche des Geschmacks, einem internationalen Projekt der Slow Food Stiftung für Biodiversität, zur Rettung von Nutzpflanzen, Nutztieren und Lebensmitteln, die vom Verschwinden bedroht sind.

Mehr Informationen:

Kesselheimer Zuckererbse

Arche des Geschmacks


Die Kesselheimer Zuckererbse wurde termingerecht ausgesäht und gedeiht kräftig. Diese knackigen, fast fadenlosen, süßen Schoten, die sich beim Blanchieren nur wenig verfärben und bissfest bleiben, werden schon lange im Koblenzer Raum angebaut, vor allem auf der Insel Niederwerth und im Ortsteil Kesselheim. An das dortige Klima und die Böden angepasst, wurden sie früher in großen Mengen als Frischgemüse für den lokalen Markt produziert. 


Kesselheimer Zuckererbsen werden im Frühling angeboten und haben eine relativ kurze Saison. Dabei lassen sie sich gut einfrieren, ohne ihre Konsistenz und Farbe zu verlieren. Ihr typischer Erbsengeschmack ist ausgeprägter als bei den modernen Sorten. Der traditionelle Anbau ist aufwändig und so sind sie nur noch in Koblenzer Privatgärten zu finden.

Alle Erbsenbilder: © Martin Fuchs


Der Slow-Food-Garten in der Perma-Kultur Andernach-Eich

Bestandplan: Der rote Punkt markiert die Lage des Slow-Food-Gartens© Stadtplanungsamt Andernach

Was ist der Slow-Food-Garten?

Der Slow-Food-Garten inmitten der Permakulturfläche „Lebenswelten“ in Andernach-Eich ist ein Schau-, Erhaltungs- und Bildungsgarten für Agrobiodiversität und gutes, faires, sauberes Essen.

Gestaltungskonzept

Inmitten der Permakulturfläche „Lebenswelten“ in Andernach-Eich wird ein ca. 70 m² großer Bereich barrierefrei als „Slow Food Garten“ angelegt. In 6 Hochbeeten und einem Bodenbeet (für Stangenbohnen) werden Jahr für Jahr wechselnde seltene Gemüsesorten angebaut. Eingerahmt wird der Garten von einer Naschobsthecke. Eine Beschilderung informiert über die angebauten Sorten und das Anliegen des Projektes.


Planungszeichnung für den Slow-Food-Garten in der Permakultur "Lebenswelten" in Andernach. | © Stadtplanungsamt Andernach

Nutzungskonzept

Die „Lebenswelten“ sind immer für Besucherinnen und Besucher geöffnet, so dass der Slow-Food-Garten jederzeit besichtigt werden kann. Eine Beschilderung klärt die Besucher/innen über die angebauten Sorten und das Anliegen des Projektes auf. Slow Food wird darüber hinaus im Slow Food Garten verschiedene Aktionen durchführen:

  • Führungen
  • (Weiter-)Bildungsveranstaltungen
  • Mitmach-Aktionen zum „Zyklus des Lebens“: Säen/Pflanzen – Ernten – Genießen: Mit allen Sinnen erleben!

An der Nutzung des Slow Food Gartens beteiligt sich nicht nur das Convivium Rhein-Mosel, sondern auch die benachbarten Convivien Bonn und Köln, so dass eine hohe Reichweite gewährleistet ist.

Zielgruppen sind:

  • Slow Food Mitglieder und interessierte Erwachsene
  • Schulen und Kindergärten
  • Kinder- und Jugendgruppen

Durch den Anbau der seltenen Sorten trägt der Slow Food Garten auch selbst zum Erhalt dieser Sor¬ten bei. Geerntetes Saatgut kann an interessierte Gärtner/innen oder an Schulgärten weitergegeben werden. Bei Veranstaltungen kann das Saatgut als „Botschafter der Vielfalt“ verteilt werden etc.

Pflegekonzept

Die gärtnerische Grundsicherung des Slow-Food-Gartens wird in die Pflegearbeiten der Perspektive gGmbH integriert. Die Perspektive gGmbH ist eine Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft für Langzeitarbeitslose mit Sitz in Andernach. Sie betreut schon seit einigen Jahren die Permakulturfläche „Lebenswelten“ in Andernach-Eich und die „Essbare Stadt Andernach“. Da mit dem Slow Food Garten kein zusätzlicher Pflegeaufwand für die Perspektive entsteht, sondern lediglich ein Teilbereich der Lebenswelten anders als bisher genutzt wird, konnte diese Vereinbarung zwischen Slow Food und der Perspektive ohne Probleme getroffen werden.

Bei der Planung des jährlichen Anbaus, dem Ankauf von Saatgut, der laufenden Aktualisierung und Instandhaltung der Beschilderung sowie im Rahmen von gemeinschaftlichen Pflegeaktionen ist das Slow Food Convivium Rhein-Mosel in die Pflege des Slow Food Gartens eingebunden.

Hintergrund

Das Slow-Food-Convivium Rhein-Mosel wurde 2008 gegründet. Es hat heute 115 Mitglieder und wird von Martin Fuchs geleitet, der sich als ehemaliger Andernacher Geschäftsmann heute in Politik und Gesellschaft für die nachhaltige Entwicklung in seiner Stadt engagiert. Das Convivium Rhein-Mosel kooperiert mit dem GenerationenSchulGarten-Netzwerk Koblenz und hat sich für den Erhalt regionaler Sorten stark gemacht. Auf der Bundesgartenschau 2011 in Koblenz war Slow Food in Kooperation mit dem Gemüsesorten¬projekt des BUND, Landesverband Rheinland-Pfalz, mit einem Ausstellungsbeitrag zur Agrobio¬diversität vertreten. Angestoßen durch die Aktivitäten im Rahmen dieses Beitrags wurde ein neuer Passagier in die Arche des Geschmacks aufgenommen: Die Kesselheimer Zuckererbse, eine lokale Gemüsesorte aus der Region Koblenz. Auf der Suche nach einem Ort, an dem die Kesselheimer Zuckererbse und andere seltene, regionale Gemüsesorten der Öffentlichkeit präsentiert werden können, um das Thema Agrobiodiversität und die Anliegen von Slow Food verschiedensten Zielgruppen nahe zu bringen, hat das Convivium Rhein-Mosel in der Permakulturfläche „Lebenswelten“ in Andernach einen idealen Partner gefunden. Die Inhalte und Ziele der „Lebenswelten“ entsprechen passgenau der Philosophie von Slow Food.


Slow Food Deutschland e. V. - Luisenstraße 45 - 10117 Berlin - Telefon: 030 / 2 00 04 75-0 - E-Mail: info@slowfood.de