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16.05.2012 -Oleofactum - Öl von Hand gemacht!

Foto: © Jürgen Brinkmann, Mülheim

Oleofactum – Öl von Hand gemacht!

Öl – das ist mit Wasser das wichtigste Lebensmittel. Ohne die ungesättigten Fettsäuren im Öl würden wir nicht atmen können und austrocknen wie Dörrobst.“

Slow Food Essen hatte Walter Bitzer, den Firmengründer von „oleofactum“, eingeladen, uns in die Welt der Kern- und Nussöle zu entführen. Das ging natürlich nicht ohne ein bisschen Theorie, mit dem Probieren und Testen kam aber auch der praktische und kulinarische Teil nicht zu kurz.

Wir empfinden Fette und Öle häufig überwiegend als Dickmacher – mit diesem von der industriellen Lebensmittelproduktion vorgegaukelten Vorurteil räumte Walter Bitzer auf.

In seinem kurzweiligen Vortrag erläuterte er uns anschaulich den gesundheitlichen und kulinarischen Wert von frisch hergestellten und schonend gepressten hochwertigen Ölen aus Saaten, Kernen und Nüssen. Er arbeitete heraus – und belegte dieses durch Beispiele –, dass wir uns in keinem anderen Bereich der Ernährungskultur von dem Ursprung eines Lebensmittels so weit von überliefertem Kulturwissen entfernt haben wie beim Öl.  Die dazu gehörende Wissenskultur, anders als beispielsweise beim Wein, ist praktisch verloren gegangen.

Von Anbeginn führte er auch in die historische Dimension, in das Ursprüngliche der Ölmüllerei ein, deren Sterben schon mit beginnender Industrialisierung im 18. Jahrh. eingeleitet wurde.

Natürlich ging Walter Bitzer auch auf die Herstellung und Produktion von Ölen ein. Hier machte er den Unterschied von handwerklich hergestellten Ölen und der industriellen Großproduktion klar. Auf die Pressung kommt es an, wenn die Inhaltsstoffe unverfälscht erhalten werden sollen – so wie er es in seiner Manufaktur lebt. Und so lädt er Jeden ein, in seiner „Gläsernen Manufaktur“ in Offenburg diesen Prozess zu erleben.

Dass der Ölmarkt ein gigantischer Markt und auch ein hoch subventionierter Markt ist, welche Geschäfte damit und mit Fruchtölen, insbesondere mit Olivenölen, gemacht werden, wurde ebenfalls thematisiert.

Im Mittelpunkt aber standen seine Öle. Wir konnten feststellen,  dass seine Öle – neben ihrem hohen gesundheitlichen Wert –, so frisch wie sie sind, einfach besser schmecken. Sein Credo „Klasse statt Masse“ haben wir selbst beim Tasting seiner Öle erfahren können.

Reinheit, die man schmeckt, schenkt Vitalität, die man spürt.  Genuss pur und unverfälscht.

Besonderen Dank auch an Patrick Jabs von „lecker werden“, der an diesem Abend die Öle in seinem Menu zur Geltung kommen liess: Das Hanföl an einem am Knochen gereiften,  wunderbar zart sous-vide-gegartem Entrecôte vom westfälischen Limousinrind, das Schwarzkümmelöl an einem ebenfalls wunderbar zart sous-vide-gegartem Rückenbraten vom Archepassagier Buntes Bentheimer Weideschwein. Dazu servierte er einen Stielmus-Kartoffelstampf (Rezept ist unter „Slow Cooker“ zu finden).

Übrigens: Die Öle von Walter Bitzer kann man nicht im Geschäft kaufen, außer bei ihm im badischen Offenburg. Man kann und muss sie bei ihm bestellen. Nur so kann er die notwendige Frische garantieren.

Die Adresse für die Bestellung und für viele weitere Informationen:

www.oelofactum.de

Manfred Weniger

Foto: © Jürgen Brinkmann, Mülheim


 Walter Bitzer im Vortrag (Foto: © Jürgen Brinkmann, Mülheim)


 ... probieren und diskutieren ... (Foto: © Jürgen Brinkmann, Mülheim)


 ... probieren und schmecken ... (Foto: © Jürgen Brinkmann, Mülheim)


Patrick Jabs (li) von "lecker werden" und Andreas Neumann (Slow Food Essen) bei der Menu-Vorbereitung. (Foto: © Jürgen Brinkmann, Mülheim)


 


Die "Gläsernen Manufaktur" in Offenburg in Bildern

 


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