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13.05.2013 - Wissen, was wir essen! - Unser Schneckentisch

„Wissen, was wir essen!“ war das Thema unseres Schneckentisches im Mai 2013.

Dr. Reinhard Löbbert, langjähriger Präsident der Deutschen Gesellschaft für Warenkunde und Technologie e.V., Mitverfasser des Handbuches „Lebensmittel – Waren, Qualitäten, Trends, führte uns in die Welt der Lebensmittel, der Zusatzstoffe und der „Nichtzusatzstoffe“ ein. Ein komplexes Thema, das mit viel Leidenschaft diskutiert wurde.

Was sind Lebensmittel, woraus bestehen sie? Was sind Zusatzstoffe, welche Aufgabe haben sie in  Lebensmitteln? Wie sind sie definiert, wie werden sie deklariert? Was steht in der Zutatenliste, was wird verschleiert? Was muss man davon halten, wenn industriell hergestellte Lebensmittel mit dem Zusatz „ohne Konservierungsstoffe“, „ohne Geschmacksverstärker“ usw. bezeichnet werden?

Besonders intensiv wurde über „Nichtzutatenstoffe“ (Nichtzutaten) diskutiert – nach der deutschen „Lebensmittel-Kennzeichnungsverordnung“ sind das Lebensmittelzusatzstoffe, Verarbeitungshilfsstoffe oder sonstige Substanzen, die verwendet werden, aber nicht deklarationspflichtig sind. Also auch nicht in Zutatenliste ausgewiesen werden.

Das sind Stoffe, die ein Nahrungsmittelprodukt beider Produktion zugeführt werden wie z. B. Extraktionslösemittel, Schälmittel, Feuchthaltemittel ... . Aber auch Aromen, Enzyme, Mikororganismenkulturen, sofern sie z. B. in nicht mehr als in technologisch erforderlichen Mengen verwendet werden. Und über diese verwendeten „Nichtzusatzstoffe“ gibt es keine Untersuchungen über ihre Wirkung in Lebensmitteln. Selbst wenn sie im Endprodukt nicht mehr nachweisbar sind – ob und wie sie das ursprüngliche Produkt verändert haben, was sie bewirken, bleibt also unklar.

Man könnte fast resignieren. Es gibt aber immer mehr Menschen, Institutionen und Vereine, so wie auch Slow Food, die aufklären und Alternativen entwickeln.

Auf die Frage, was man denn tun könne, zitierte Dr. Löbbert den amerikanischen preisgekrönten Journalisten und Food-Aktivisten Michel Pollan. Er hat mit Ernährungsberatern, Anthropologen, mit Ärzten und „vielen Müttern und Großmüttern“ in seinem Buch „Food Rule: An Eater’s Manual“ 64 Ess-Gebote aufgestellt (22 prägnante Regeln siehe in der Anlage).

Frau Sonja Beselin hatte zum Ausklang des Abends einen kleinen Imbiss vorbereitet, den wir dann alle gemeinsam im neuen Domizil der kochBar-essBar, dem Schloss Schellenberg genießen konnten.

M. Weniger


22 Gebote für gesunde Kost

 


04.04.2013- Unsere Kräuterwanderung 2013

 


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