Kontakt: Peter Wittler
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Schweinefabrik und Gen-Mais – zwei Seiten einer Medaille
Am westlichen Rand des Landkreises Merseburg-Querfurt, im Ziegelrodaer Forst, sollen massenhaft Schweine gemästet, am östlichen, in der Gemarkung der Gemeinde Raßnitz, könnte bald gentechnisch behandelter Mais angebaut werden.
Das Convivium Leipzig-Halle-Merseburg des Vereins Slow Food sagt zu beidem
NEIN.
Warum? Das erklärt sich aus den Zielen unseres Vereins: Wir treten für Lebensmittel ein, die
- mit hohem handwerklichen Können erzeugt wurden, also sicher für alle Verbraucher sind.
- auf möglichst kurzem Wege zum Verbraucher finden, was besonders für regionaltypische und frische Produkte gilt.
- so produziert wurden, dass Tiere und Pflanzen in ihrer Eigenart respektiert wurden und die Umwelt geschont wird.
- nicht industriell „glatt gebügelt“, sondern reich an Geschmack sind. Das setzt Artenvielfalt voraus.
Insofern fallen „Schweinefabrik“ wie „Gen-Mais“ unter unsere Kritik, wobei wir wissen, dass erst in zweiter Linie der Schweinemäster, der seine Produktion optimieren will, und der Landwirt, der sich vom gentechnisch veränderten Mais höhere Erträge erhofft, zu kritisieren sind. An SIE appellieren wir:
Prüfen Sie Ihre Entscheidung, ob sie langfristig, für Mitmenschen und Umwelt gleichermaßen, Bestand haben kann, oder ob mögliche Folgen Ihrem Eigeninteresse zuwider laufen. Die moralische Verantwortung tragen Sie.
Die politische und rechtliche Verantwortung tragen die Politiker aller Stufen.
Von DIESEN/IHNEN fordern wir:
Sorgen Sie für eine Landwirtschaft, die wieder bodenständig wird und nicht durch immense Subventionen künstlich schwebend im globalen Raum gehalten wird. Der Anteil der arbeitenden Bevölkerung in der Landwirtschaft ist so niedrig wie nie zuvor – hier läge die Chance für Arbeitsplätze und umweltgerechten Wirtschaften in einem. Setzen Sie sich dafür ein, auch wenn dieses Vorhaben viele Legislaturperioden andauern wird. Machen Sie einen Anfang. Haben Sie Mut, sich zu nachhaltigem (Land)Wirtschaften zu bekennen. Schweinefabriken und Gen-Mais-Felder sind dazu nicht nötig.
Alfred Georg Frei
Christian Forberg
Mandy Kreisl