Convivium Mecklenburgische Seenplatte

Kontakt:

Convivienleiterin: Sybille Lüers

Stellvertr. Convivienleiter: Holger Lüers

Adresse: Hof, 2 - 17207 Zierzow

Tel.: 0174 436 55 36 

E-Mail: mecksee@slowfood.de

(von links) Bürgermeister Wolfgang Plattmeier (Hersbruck), Landwirtschaftsminister Till Backhaus, Bürgermeister Jens Kamin (Marihn), Oberbürgermeister Ulrich Lutz (Überlingen) bei der Verleihung der Aufnahmeurkunde und Cittaslow-Fahne.


(von links) Staatssekretär Dr. Thomas Freund (Bevollmächtiger beim Bund), Horst Forytta, Landwirtschaftminister Dr. Till Backhaus, der Landtagsabgeordnete Rudolf Borchert, Sonja Forytta.


Talk über Slow Food und Cittaslow: Dr. Ursula Hudson (Deutsche Akademie für Kulinaristik), Heinrich Graf von Bassewitz (Ökobeauftragter des Deutschen Bauernverbandes), Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus, Ulrich Rosenbaum (Pressebeauftrager Slow Food Deutschland) und Dr. Wolfgng Plattmeier, Bürgermeiser von Hersbruck.



Die kleinste Cittaslow der Welt

Weltweit sind über hundert Städte bis 50.000 Einwohnern dabei, doch so klein war ein Neumitglied der aus Slow Food heraus entstandenen Cittaslow-Bewegung bisher noch nicht: 260 Einwohner zählt das Dörfchen Marihn zwischen Waren und Neustrelitz mitten in der mecklenburgischen Seen- und  Endmoränenlandschaft. Marihn ist auf dem Wege, ein Musterdorf zu werden. Am 7. Juni wird der "Garten von Marihn" hinter dem alten Herrenhaus eröffnet, der 2009 einer der wichtigsten Außenposten der Bundesgartenschau sein wird. Hier können Menschen und vor allem Kinder Genuss sinnlich erfahren. Das Dorf schmückt sich mittlerweile. Aus einer alten Scheune wurde ein Gemeinschaftshaus für Jung und Alt. Daben entsteht ein Schulgarten mit einem Seminar- und Küchenraum. Hinter allem stehen engagiere Slow-Food-Mitglieder: Horst Forytta und seine Frau Sonja, die das Schloss Marihn kauften und wieder her richteten und den 30 Hektar großen Garten den Menschen öffnen werden, und Jens Kamin, der Ortsbürgermeister. Marihn ist der Sitz des Slow-Food-Conviviums Mecklenburgische Seenplatte, das Horst Forytta leitet.

Am 8. Dezember war der große Tag: Vertreter der deutschen Cittaslow-Städte aus  Hersbruck, Überlingen und Waldkirch waren gekommen, und Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus, mittlerweile ein Anhänger der Slow-Food-Idee, nahm sich einen ganzen Nachmittag Zeit. "Bei all unserem Streben, wirtschaftlich zu anderen Regionen Deutschlands und Europas aufzuschließen, müssen wir uns gleichzeitig auf Nachhaltigkeit, regionale Wirtschaftskreisläufe und Lebensqualität in unseren ländlichen Räumen besinnen", sagte er . Nur dann werde es gelingen, die Einzigartigkeit unserer ländlichen Räume zu erhalten, ihre Seele zu bewahren und sie lebenswert zu halten. Die Potenziale intakter ländlicher Räume gelte es, für die weitere Entwicklung Mecklenburg-Vorpommerns zu erschließen. "Cittaslow ist eine der Möglichkeiten, wie sich ländliche Gemeinden Alleinstellungsmerkmale schaffen", fügte  Backhaus hinzu. Aus den Voraussetzungen vor Ort könnten so neben einer Steigerung der Lebensqualität auch regionale Wertschöpfungsketten initiiert und Beschäftigung geschaffen werden. "Dabei erlangen bei Cittaslow Werte Geltung, die in der Vergangenheit vielfach vernachlässigt wurden und als altmodisch galten", so der Minister in seiner Rede. Traditionen, Heimatliebe, Bodenständigkeit oder die Rückbesinnung auf Altbewährtes könnten durchaus zukunftsfähig sein, gerade in einem Land wie Mecklenburg-Vorpommern. Sie seien Standortfaktoren, die kreative junge Menschen im Land halten und motivieren könnten, hier etwas aufzubauen und hier die Zukunft zu gestalten. "Wenn es Cittaslow gelingt die Menschen zu begeistern, wenn es gelingt regionale Wertschöpfungsketten zu initiieren, dann wird es zum Erfolgsmodell für die gesamte Region", sagte Backhaus und verwies auf das besondere bürgerschaftliche Engagement in der Gemeinde Marihn. Dazu gehört der Ausbau des "Alten Speichers" zum Feuerwehr- und Gemeindehaus. Es wird als Mehrgenerationenhaus genutzt und erfüllt alle Funktionen vom Jugend- bis zum Seniorentreff.

Der "Garten von Marihn" ist nicht nur Außenstandort der Bundesgartenschau 2009 sondern auch  ein Standort der Gartenroute Mecklenburg-Vorpommern im Bundesverband Gartennetz Deutschland e. V. Weiterhin ist der "Schulgarten - Geschmacksschule und Ernährung" als Modellprojekt in Kooperation mit Slow Food Deutschland und der Deutschen Akademie für Kulinaristik geplant. Die Landesregierung konnte die Gemeinde allein von 2000 bis 2006 bei Maßnahmen im Bereich der öffentlichen und privaten Dorferneuerung sowie zur Entwicklung der ländlichen Räume mit insgesamt 675.800 Euro unterstützen. So waren Investitionen in Höhe von 1,14 Mio. Euro möglich. "Als Cittaslow sind sie jetzt Bestandteil einer internationalen Vereinigung von lebenswerten Städten", würdigte der Minister die Gemeinde Marihn und ihre ehrgeizigen Entwicklungsziele. Wie in anderen Gemeinden der Cittaslow-Bewegung auch wurden diese in folgenden Bereichen gesetzt: Nachhaltige Umweltpolitik, typische Kulturlandschaft, charakteristische Stadtstruktur, regionaltypische Produkte, Gastfreundschaft, regionale Märkte, Kultur und Traditionen sowie Bewusstseinsbildung.

"Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei der weiteren Umsetzung aller Ziele Ihrer Gemeinde", gratulierte Minister Backhaus. "Als Mitglied der internationalen Vereinigung Slow Cities sind Sie fortan Botschafter unseres Landes."


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