Kontakt: Dr. Hanns E. Kniepkamp, Auf dem Scharfen 6, Spangenberg-Schnellrode
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Die Angebotspalette an Brotsorten wird in deutschen Bäckereien (oder besser: Brotverkaufsstellen) immer größer. Gleichzeitig sind die geschmacklichen Qualitäten und die Lagerfähigkeit des Brotes verloren gegangen. Knusprig und manchmal duftend wandert es über die Ladentheke. Der Geschmack hält dann meistens nicht, was die Optik verspricht und am nächsten Tag hat die gummiartige Masse jede Attraktivität für den Genießer verloren. Die weggeworfenen Brotmengen bei Kunden und Händlern sind deshalb unvorstellbar groß. Nach den genauen Zutaten darf man die meisten Bäcker heute nicht mehr fragen: nur wenige verwenden Getreide, Wasser, Hefe oder Sauerteig, Salz und Gewürze, die meisten bringen inzwischen Backmischungen zum Einsatz, deren genaue Zusammensetzung sie nicht kennen.
Dies war Anlass für Slow Food Nordhessen, für eine Backaktion am 3. September 2011 am großen Holzbackofen auf dem Teichhof in Grandenborn. Unter der sachkundigen Anleitung von Metzgermeister Edgar Linhose, der seit einigen Jahren mit Leidenschaft das Backen von Sauerteigbrot betreibt. Die Teilnehmenden lernten nicht nur die Mühen des Teigknetens kennen. Sie erlebten auch, wie das Backen von Natursauerteigbrot den Tag strukturiert: die mehrstufige Teigführung und das Anheizen des Ofens erfordern viel Zeit. Die Wartezeiten wurden gut gefüllt mit einer Vesper mit Ahler Wurscht, einer Besichtigung der Käserei in Grandenborn und einen Gang durch die Wurschtekammer des Teichhofes.
Bisons in Nordhessen? Kein Scherz, das stimmt. Slow Food Förderer Horst Lugert züchtet bei Korbach Bisons. Am 18. Juni 2011 haben Mitglieder des Conviviums die Herdebesichtigt.
Wild war lange das Fleisch für den Adel, es war ein Zeichen für Wohlstand und soziale Abgrenzung. Die Zubereitung dieses „edlen“ Fleisches galt als besonders schwierig und aufwendig – kaum ein Rezept, in dem auf eine mehrtägige Beize verzichtet wurde. Ein bisschen haftet dem Fleisch von Hirsch, Reh, Wildschwein, Mufflon, Hase und Gemse immer noch dieses Image an, obwohl Wildfleisch inzwischen zu erschwinglichen Preisen für jedermann zu haben ist und Jäger manchmal hängeringend nach Abnehmern für Wildschweine suchen. An diesem Abend wurde unter Anleitung von Hanns Kniepkamp Wildfleisch einmal ganz anders zubereitet: in der Salzkruste. Dazu gab es winterliche Gemüse und selbst geschabte Spätzle.
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