Kontakt: Dr. Hanns E. Kniepkamp, Auf dem Scharfen 6, Spangenberg-Schnellrode
Telefon: 05663-7255
E-Mail: nordhessen (at) slowfood.de
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1989 wurden die beiden Pflüger-Schwestern von vielen nicht ernst genommen: die Floristin und die BWL-Absolventin hatten sich in den Kopf gesetzt, den elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb zu übernehmen und in eine Gastwirtschaft zu entwickeln. Und das in dem 150-Seelen Dorf Weißenbach, abgelegen am Nordhang des Meißners im Werra-Meißner-Kreis!
Heute ist die Jausenstation Weißenbach wohl das bekannteste und erfolgreichste Gasthaus in der Region. Wie das?
Ein Grund liegt darin, dass von Anfang an der Slow Food Gedanke Grundlage des Konzepts war, ohne so benannt zu werden. Von Beginn an setzte die Jausenstation auf traditionelle nordhessische Küche aus eigenen bzw. regionalen Produkten. Dies wurde immer weiter verfeinert.
Wie bei der Poststation Altes Forstamt in Morschen hat auch bei der Jausenstation der Gastro-Großhandel keine so rechte Freude am Betrieb, denn:
- Gemüse und Obst werden fast ausschließlich selbst angebaut,
- die Kartoffeln kommen von einem Bauern drei Dörfer weiter,
- das Rindfleisch stammt von der eigenen Herde,
- das Schweinefleisch stammt ausschließlich vom Hof Herold in Eschwege-Oberhone,
- dieser liefert auch die schwereren "Wurstschweine" für die Hausmacher-Wurstwaren. Matthias Pflüger ist Gründungsmitglied im Slow Food Projekt Förderverein Nordhessische Ahle Wurscht,
- die Kuhmilch kommt von einem Bauern fünf Dörfer entfernt, daraus wird Rohmilch-Käse hergestellt,
- die Ziegenmilch kommt aus der Nähe von Kassel und wird durch Alexander Weiland zu Ziegenkäse,
- das Mehl für die hauseigene Backstube kommt von der Mühle im benachbarten Kaufungen,
- die Eier: von den eigenen Hühnern und von einem Hof zwei Dörfer weiter
- die Weihnachtsgänse werden zwei Dörfer weiter im Freiland gehalten. Die Jausenstation ordert ein bestimmtes Kontingent. Wenn das ausgeschöpft ist - gibts auf der Speisekarte keine Gans mehr.
Ein weiterer, ausschlaggebender Grund für den Erfolg: in der Jausenstation arbeiten drei Generationen unter einem Dach. Die menschliche Komponente stimmt. Seit 1989 sind 20 Arbeitsplätze entstanden.
Die Jausenstation lebt damit die traditionelle Wirtshauskultur - und verfeinert sie.
Seit Mai 2008 ist die Jausenstation auch Förderer von Slow Food.