Buvez du cidre….oder Moscht musch mega


Am 14. Juni 2010 trafen sich die Mitglieder und Freunde des Conviviums Oberschwaben, um den Vergleich zwischen dem traditionell hergestellten oberschwäbischen Most und dem aus Frankreich bekannten Cidre anzutreten. Die Besonderheit bestand darin, dass beide aus dem einheimischen Bio-Obstgarten von Erwin Fässler aus Sulpach und Berthold Büchele aus Ratzenried gewonnen wurden.

Frisches Brot der Bäckerei Frick in Weingarten und köstliches Griebenschmalz bildeten einen würdigen Rahmen für diese besondere Verkostung.

 

Die Entstehung:

Den regelmäßig stattfindenden Familientreffen in der Normandie seitens meiner Frau, habe ich es zu verdanken, dass mir eine umfangreiche kulinarische Einsicht Frankreichs zuteil wurde. Was mich dabei besonders faszinierte war der herrlich fruchtig-frische Geschmack von Cidre.

 

Nach etlichen Frankreichbesuchen beschlossen mein Schwiegervater, mein Schwager und ich einen Cidre aus oberschwäbischen Äpfeln herzustellen.

Gesagt getan – nur wie? Nach umfangreicher Vorortrecherche bei den normannischen Obstbauern konnten wir das ein oder andere Geheimnis zur Herstellung gewinnen und starteten Ende Dezember 2009 mit der Vermostung unserer Äpfel.

 

Der Zeitpunkt der Mostgewinnung ist dabei etwas Besonderes. In unserer Region ist es üblich den Apfelsaft im September / Oktober zu pressen. Französische Cidreproduzenten schwören allerdings darauf, die Äpfel längere Zeit bei bestimmter Temperatur einzulagern. Auf Grund der niedrigen Temperaturen erfolgt auch der anschließende Gärprozess des Saftes in langsameren Schritten. Der noch süße Most verlangt im Verlaufe der Gärung viel Zuwendung. So muss der Saft in regelmäßigen Abständen umgefüllt werden, um die Schwebstoffe und Hefeanteile vom Saft zu trennen. Nach der Flaschenabfüllung wird der Restzucker durch Fermentation in Kohlensäure umgewandelt.

 

 

Vielen Dank an alle Mitwirkenden. Die Vorbereitungen für den Cidrejahrgang 2010 laufen bereits in vollem Gang

 

Christian Fässler


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