Convivium Oldenburg

Kontakt: Scott Haslett
Adresse: Friedrich-Rüder-Str. 28, 26135 Oldenburg
Tel: (0441) 217 92 46
Fax: (0441 217 93 16
E-Mail: oldenburg (at) slowfood.de

Klaus Ruwisch,  Wehdestr. 79 B, 26123 Oldenburg

Tel: (0441) 3 22 99

Sabine Ehlts, Herrenweg 96, 29135 Oldenburg

Tel: (0441) 209 77 62

Projekt Streuobstwiese

Wenn man so mit Google Maps (anschauen) sich das Gelände anschaut, denkt man „Wow! Sogar mit Teichen!“ Steht man dann im knietiefen Gras auf dem Grund, kratzt man sich doch am Hinterkopf: „Alle Achtung. Drei Hektar ist schon viel Gegend!“ „Aber die Stadt mäht noch mal und will auch die Kopfweiden am großen Teich beschneiden.“

Auf Initiative von Wilhelm Tasche und Wolfgang Huesmann hat Slow Food Oldenburg gegen Pflege eine „Ausgleichsfläche“ von etwa drei Hektar von der Stadt Oldenburg am Auenweg gepachtet. Hier werden wir eine Streuobstwiese anlegen – mit seltenen regionalen Obstsorten wie Äpfeln, Birnen oder Kirschen. Auch Quitten oder Beerenobst sollen den Genussgarten vervollständigen.

Wir möchten Ihnen an dieser Stelle so nach und nach über das Werden unserer Streuobstwiese Bericht erstatten. Wann wird das erste Äpfelchen gepflückt? Wann kann der Kinderkochklub den ersten Apfelsaft pressen? Wann haben wir genügend Obst, um einen Convivien-Apfelbrand brennen zu lassen?

Wer aktiv oder als stiller Förderer mitmachen möchte, darf sich gerne melden (oldenburg@slowfood.de).


14. November 2009

Etwas skurril zeigte sich die Pflanzaktion der Bäume. Neun gestandene Männer gruben im Nieselregen die Pflanzlöcher – der Gartenbaubetrieb hatte den Termin vergessen und lieferte keine Bäume. Dafür kam ein Trupp Jäger und begannen eine Treibjagd auf Enten. Wofür haben wir schließlich die Teiche?


28. November 2009

Okay, im November kann man kein gemütliches Pflanzwetter erwarten. Aber es war leidlich trocken. So wurden die ersten 21 Obstbäume gepflanzt.

Es sind: Apfelbäume: Gravensteiner, Himbeerapfel von Holowans, Golden Boskop, Jakob Level, Schöner von Herrnhut, Stina Lohmann, Gelber Richard, Geheimrat Dr. Oldenburg, Taubenapfel, Ontario Spät. Birnen: Vereinsdechantbirne, Conferenzbirne. Kirschen: Süßkirsche Lapins, Dönnissens gelbe Knorpel, Sauerkirsche Grani. Pflaume: The Czar. Reneklode: Oullins. Mirabelle Nancymirabelle.

Wolfgang wird an jeden Baum wetterfeste Informationszettel anbringen. Eine Karte mit den gepflanzten Bäumen ist natürlich auch gezeichnet.


6. Mai 2010

Ein gar nicht frühlingshafter Wind pfeift über das Gelände. Dunkle Wolken jagen über den Himmel, aber den angekündigten Regen bringen sie noch nicht.

Vor ein paar Tagen hat Imkerin Dörthe Hoyer-Lange ein Bienenkorb auf die Wiese gestellt. Auf meinem Blick zu den frisch gepflanzten Obstgehölzen lächelt sie: „Oh da hinter dem Wäldchen gibt es viel Löwenzahn!“

Und wirklich sehen vor allem die Apfelbäume nicht sehr grün aus und auch keine einzige Blüte zeigt sich. Dafür entdecken wir den Apfelwickler, der sich an den frischen Knospen delektiert. Beherzt zerquetschen wir sie. Zur Freude zeigen die Kirschbäume einige Blüten.

Der Lokalsender oldenburg eins hat sich heute angesagt, um sich etwas über die Streuobstwiese, aber vor allem um über die kritische Situation der Bienen zu berichten. Dörthe Hoyer-Lange hatte Glück und verlor während des Winters kaum Bienen infolge der Varroa-Milben.

40.000 bis 50.000 Bienen wohnen zurzeit auf unserer Streuobstwiese. Für ein Kilogramm Honig müssen die emsigen Tierchen rund 14 Millionen Blüten besuchen. Dafür müsste eine einzige Biene etwa sechsmal um die Erde fliegen (Erdumfang etwa 40.000 km). Bis zu 30 Kilo Honig kann so ein Bienenstock erbringen.

Bei einem kurzen Rundgang zwischen den Obstbäumen ließ sich Redakteurin Sabine Molitor von Scott über Sinn, Zweck und Ziel der Streuobstwiese von Slow Food Oldenburg berichten.


7. Juli 2010

Heute haben wir uns zu einem Picknick auf unserer Streuobstwiese getroffen.

Frohe Kunde! Den Bäumen geht’s gut. Obwohl sie im Frühjahr durch den Apfelwickler fast keine Blätter entwickeln konnten, tragen sie jetzt kleine grüne Kronen.


Alle, die mit dem Fahrrad zum Picknick angereist waren, schafften es gerade noch, ihre Räder irgendwie abzustellen, das Wichtigste zu schnappen und zu den Freunden, die mit dem Auto angefahren waren, auf die Rücksitze zu springen. So begrüßte man sich im Wagen, während draußen, unterstützt von Donner und Blitz, der Regen nur so rauschte.


Als es dann nur noch von den Bäumen tropfte, wurde mit vielen Helfern das Picknick aufgebaut. Arthur bekam morgens noch eine geniale Idee und er brachte eine große Plane und vor allem Klapptische mit. So konnten wir das Büffet „artgerecht“ aufbauen. Jeder hatte etwas Schmackhaftes mitgebracht und es begann ein rechtes Schmausen.



Die Wolken waren vertrieben, es wurde warm. Man spann herum: Wie sollte der erste gepflückte Apfel von unserer Streuobstwiese gefeiert werden? Wie könnte der erste selbst gepresste Apfelsaft benannt werden. Vielleicht Slow Foods Bester? Und – sollten wir eine Slow Food Apfelkönigin küren? Gegenvorschlag war der Mirabellen- oder Birnenkönig.

Warm schien die Sonne, angenehm gefüllt waren die Mägen. Freude und Freunde. Da darf man schon ein wenig die Überschwänglichkeit verzeihen. Vielleicht sollten wir doch erst einmal abwarten, bis eine einzige, erste Frucht an einem der 21 Bäume hängt?



25. Juli 2010

269 Schritte bis zum „Geheimrat Dr. Oldenburg“. Die Gießkanne und den Eimer Wasser ausgießen und 269 Schritte zurück zum Teich.

Lange war es trocken gewesen und die jungen Obstbäume dürsteten nach Wasser. Fast alle Mann in Urlaub und so mussten die beiden Convivienleiter ran. Jeder eine Gießkanne und einen Eimer mit Wasser aus dem Teich füllen und dann mit diesen 20 Liter Wasser zu den 21 Bäumen laufen.


Und was macht man beim Wasserschleppen? Man erzählt sich vom Urlaub. Und man rechnet. Zusammen bald eine halbe Tonne Wasser geschleppt. Jeder hat seine Gießkanne und seinen Eimer mit Wasser elfmal getragen (den einundzwanzigste Baum haben wir uns geteilt). Im Mittel haben wir sie 120 Meter geschleppt. Macht rund 1,3 km für jeden. Und die Arme sind gefühlte 3 cm länger geworden.

Da soll noch einer behaupten, bei Slow Food sitzt man nur bequem und genießerisch am Esstisch.

Pah! Slow Food macht fit!


3. Oktober 2010

Der Honig von der eigenen Streuobstwiese steht erstmals zum Verkauf!

Auf dem Hoffest zum Auftakt der diesjährigen Ochsenwochen, den Slow Food Oldenburg mit dem Hof Reuter veranstaltete, wurde er vorgestellt und verkauft. Aber die echten Freaks hatten sicherheitshalber schon laut „Vorbestellung!“ gerufen.

Über 16 Kilogramm Honig hat Imkerin Dörthe Hoyer-Lange mithilfe des Bienenstocks erhalten. Die Tracht: Sommerblüten.

Oh, ob er schmeckt? Wie Engelsnektar! Ideen, Eifer, Engagement und Fleiß sind nun mal Geschmacksverstärker. Und so schmeckt unser Honig einen Tick besser als alle vergleichbaren Honige auf der Welt.


Wir berichten weiter!


9. APRIL 2011
Pflegearbeiten! Wilhelm teilte die zehn Männer in drei Gruppen ein: Ein Trupp kümmerte sich um die Bäume, eine Gruppe um die vordere Umzäunung und es waren gemäß der Unteren Naturschutzbehörde auch noch die Baumsämlinge rund um den großen Teich zu entfernen.


Die Bäume sind bis auf die Sauerkirsche gut über den Winter gekommen. Wolfgang hatte inzwischen eine Fortbildung zum Obstbaumschnitt absolviert, jedoch diesmal bis auf Kleinigkeiten wenig an unseren Bäumen zu korrigieren. Auch die Kartographie der Obstbäume, die bislang etwas vernachlässigt wurde, machte mit ein wenig kriminalistischem Spürsinn (zwei Etiketten waren abgefallen) wenig Mühe. (Karte der Bäume)

Dagegen um jeden Baum in einem Durchmesser von rund einem Meter das Gras zu entfernen, das war Knochenarbeit.


Auch das Roden der Baumsämlinge rund um den Teich war mit Mühsal verbunden. Hunderte kleine Triebe mussten gekappt und weggebracht werden. Hauke griff auch schon mal zur Axt und entfernte schon groß gewordene Triebe.


Und auch entlang des Zauns räumte die Gruppe ordentlich mit dem Wildwuchs auf. Nach Wilhelms verschrammten Händen zu urteilen, war es eine ziemlich pieksige Arbeit.

Nach gut drei Stunden war die Arbeit getan. Und am Teich sieht es sehr aufgeräumt und schon fast parkwürdig aus.


Bitte, wo bleibt die Bank?


3. JUNI 2011

Erneut haben die Wickler arg gewütet. So haben wir die Leimringe an den Obstbäumen erneuert. Die meisten Bäume blieben jedoch noch grün und werden wohl zunehmend –Johannistrieb - ein Laubdach aufbauen.


Desweiteren haben wir drei Meisenkästen angebracht, um die natürlichen Feinde der Wickler fürs nächste Jahr zu unterstützen. Carsten ließ es sich nicht nehmen, die "gefährlichste" Arbeit routiniert durchzuführen. Bei den Arbeiten haben wir ein verlassenes Fasanengelege gefunden.


Zuletzt haben wir noch von Greenpeace Körnermischungen um die Baumscheiben gesät, um für eine bessere Bienenweide zu sorgen. Imkerin Dörthe Hoyer-Lange, die dieses Jahr zwei Bienenvölker aufgestellt hat, konnte rund 50 kg Honig ernten!


9. OKTOBER 2011


Am 9.10. trafen sich 15 interessierte Leute zum 2. Picknick auf der Streuobstwiese. Da es bisher noch keine Ernte gab, wurden einige Früchte besorgt und mit vielen mitgebrachten Leckereien ein reichhaltiger Tisch unter dem Slow-Food-Zelt (falls es doch noch regnen sollte) aufgebaut.


Die Obstbäume wurden in Augenschein genommen und dabei kamen wir ins Gespräch: Wann wohl der erste Apfel geerntet werden könne? Wie kann man den Schädlingen effektiv und ökologisch einen Riegel vorschieben? Wie soll es sonst so weitergehen?


Nach anderthalb Stunden haben wir unser Zelt abgebrochen, da das schon angekündigte Regengebiet bedrohlich am Himmel erschien. Es kamen aber nur ein paar Tropfen herunter.

Wir berichten weiter!


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