Ein recht entmutigendes Ergebnis für alle, die einmal nicht selber kochen wollen und eine Pizza nach Hause bestellen wollen, erbrachte ein Test von Slow Food Oldenburg. Von insgesamt neun über Lieferdiensten bestellten Pizzen wurden vier mit „Befriedigend“ und fünf mit „Ausreichend“ bewertet.
Von den Testern hatten etwa die Hälfte noch nie eine Pizza ins Haus bestellt. So waren alle voller Erwartung, als gegen 18.40 Uhr die ersten vier Pizzen bestellt wurden, nach dem Motto: Wir sind hungrig, schauen wir mal ins Telefonbuch. Damit alle Teigfladen vergleichbar waren, wurde als Zutaten Salami, Pilze und Oliven geordert. Zur besseren Beurteilung und damit der Mindestbestellwert erreicht wurde, wurden von jedem Lieferdienst zwei Pizzen bestellt. Für die beiden Pizzen wurde im Mittel 12,50 Euro bezahlt.
Sofort nach Erhalt wurde die Temperatur, das Gewicht und der Durchmesser ermittelt, bevor die Probanden die Pizzen auf den Tisch bekamen. Es war eine Blindverkostung. Die Pizzen wurden mit Hilfe eines einheitlichen Beurteilungsbogens nach dem Aussehen, dem Geruch und dem Geschmack (der doppelt zählte) begutachtet und nach Schulnoten bewertet.
Es war keine reine Freude. Pappiger Teig, säuerlicher Belag, zu salzig lautete öfter das Urteil. Die mit 13 Jahren jüngste Testerin Jorina entdeckt sogar angegorene Dosenchampignons. So manch einer wünschte sich ein Glas Wein zum Nachspülen, aber während des Verkostens war nur Wasser erlaubt.
Am besten schmeckte den Testern die Pizza von „Bella Casa“, die gleichzeitig mit 855 Gramm auch die gewichtigste Pizza war. Neun Lieferdienste wurden getestet, 18 Pizzen bestellt, aber nur etwa 10 Teigfladen gegessen. Kein gutes Zeichen bei erwartungsvollen, hungrigen Gästen.
Alle benötigten nach dem Test erst einmal einen Verdauungsschnaps. Und man durfte dem Wein zusprechen, bevor zum Vergleich zwei selbstgemachte Pizzen, natürlich mit Salami, Pilze und Oliven, auf dem Tisch kamen – sie waren schnell in den Mägen verschwunden. Die Kosten für zwei Pizzen (zum Teil mit Bio-Zutaten) betrugen 4 Euro. Die Dauer vom Teig kneten bis zur fertigen Pizza auf dem Teller lässt sich in etwa mit einer guten Stunde beziffern. Wenn man gleich größere Portionen vom Teig und der Soße vorbereitet und einfriert, lässt sich eine selbstgemachte Pizza (vorausgesetzt, man hat das Auftauen nicht vergessen) in rund 20 Minuten auf den Tisch bringen. Es ist um einiges günstiger und da weiß man, was man isst.