Convivium Ostfriesland

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Adresse: Im Timp 5, 26624 Münkeboe
Fon: (04942) 45 61
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Startseite > Slow Food vor Ort > Ostfriesland > Convivium aktuell > Rückblick: Eine Seefahrt, die ist lustig...

Zugegeben, ein wenig müde schauten die meisten von uns schon noch aus den Augen an diesem Sonntagmorgen um kurz nach 9 Uhr am Hafen von Dornumersiel. Und der Himmel zeigte auch noch das verhangene Grau, das uns hier im Norden bereits den ganzen Sommer über begleitete. Immerhin regnete es nicht. Das hätten wir bei unserem Vorhaben nun wirklich nicht gebrauchen können!

Denn Slow Food Ostfriesland hatte eine Kutterfahrt mit anschließendem Fisch-Büfett organisiert und 36 Mitglieder und Gäste aus Bremen, Oldenburg und Ostfriesland waren neugierig und willens, einmal ihre Seebeine zu testen.

Nun standen wir erwartungsvoll am Kai in Höhe des Kutters MS ‚Atlantis’ und schauten zu, wie Kapitän Rosenboom mit einem Deckwaschschlauch noch klar Schiff machte, bevor wir dann seinen Kutter enterten.

2 Stunden Fahrt im Wattenmeer vor Langeoog stand auf dem Programm, 2 Stunden, in denen wir Seeluft schnuppern, einiges über das Wattenmeer erfahren und auch einmal sehen wollten, was sich alles in einem Netz verfangen würde, wenn man es eine Weile über Grund zieht.

Während sich die meisten von uns den lauen Wind um die Nase wehen ließen, fachsimpelte eine kleine Gruppe mit Kapitän Rosenboom im Ruderhaus. Dabei ging es nicht nur um das Fahrtgebiet, sondern auch um die Arbeit und Ziele von Slow Food, die den Kapitän sehr interessierten.

Vor Langeoog wurde schließlich das Netz ausgeworfen. Das Wattenmeer gilt als die Kinderstube vieler Nordseefische und steht u.a. auch deshalb unter Naturschutz.

Als das Netz wieder eingeholt und auf einen Tisch entleert wurde, krabbelte und quirrlte es nicht schlecht.

Hier kämpften sich Dwarslooper durch die Massen nach oben, da konnte man die grauen Krabben erkennen und wußte nun endlich, warum die Franzosen sie als crevette gris (= graue Krabbe) bezeichneten, zahlreiche Plattfische lagen neben anderen Fischen, Seesternen und Seetang.

Geduldig erklärte uns Pieter, der 2. Mann an Bord, die einzelnen Tiere.

Vorsichtig nahm er zwei kleine Plattfische in die Hand, zeigte sie herum und erklärte uns Unwissenden, dass es sich dabei um Butt handelte. Die nächsten Plattfische sahen für uns fast genauso aus. „Aber das sind Schollen“, klärte er uns auf. „Das erkennt man an den roten Punkten auf der Oberseite.“

Selbst eine Seezunge fand sich noch, die uns staundendem Publikum präsentiert wurde, bevor sie zu ihren Artgenossen ins Aquarium wanderte.

Stint („riecht nach Gurke“), Seeskorpion, Aalquappe, Einsiedlerkrebse, Strandkrabben, jede Menge Krabben und selbst Kompassquallen hatte er herausgeholt.

„Und was ist das wohl?“

Jetzt hielt er einen kleinen, fingerlangen Fisch empor, der sich scheinbar an seinem Daumen festgelutscht hatte und nun in ohne Netz und doppelten Boden über dem Tisch schwebte.

„Das ist ein Daumenlutscher. Der heftet sich an die Oberseite der Fische und befreit sie von Parasiten.“

Na, und dann ging es den Krabben doch an den Kragen. Eifrig wurden sie von einigen Wagemutigen aus dem Haufen herausgesammelt und in einen Eimer geworfen. Anschließend wanderte die „Beute“ in den bordeigenen Ofen und wurde an Ort und Stelle in Nordseewasser gekocht. Danach sahen sie so aus, wie man sie aus dem Fischgeschäft kennt: schön rot. Aber so richtig frisch und noch etwas warm schmeckten sie natürlich viel besser!

Als wir nach zwei Stunden wieder festmachten, hatten wir dank der Seeluft den nötigen Hunger und wandten uns unserem zweiten Programmpunkt zu.

Eine lange Autokaravane zog vom Hafen die wenigen Kilometer nach Westeraccum zur Speisegaststätte Schmidt, wo Lydia Ufen mit einem leckeren Fischbüfett schon auf uns wartete. Rotbarschfilet, Scholle (mittlerweile auch eine Rarität und vom Aussterben bedroht), verschieden eingelegter Matjes, geräucherte Makrelen, Bratkartoffeln und verschiedene Salate und Soßen warteten nur darauf, von uns verzehrt zu werden. Genüßlich stürzten wir uns auf die Leckereien und schmausten nach Herzenslust.

2 Stunden später und mit gut gefüllten Bäuchen zog es uns dann bei Sonnenschein heimwärts zum eigenen Sofa.

„Und da bekommt mich dann auch keiner mehr herunter“, meinte Hannelore noch.

Das war eine gelungene Slow Food-Veranstaltung.

Ach ja, und die nächste Fisch-Veranstaltung ist bereits auch in der Planung: Fischzubereitung, mit Tipps und Tricks unter Anleitung von Lydia Ufen.

PS: Natürlich hat der Daumenlutscher auch einen „ordentlichen“ Namen: Scheibenbauch, liparis liparis). Und die Fische und andere Meerestiere wurden lebendig wieder in ihr Nass zurückbefördert.


Daumenlutschters Kinderstube

Keine Angst vor großen Fischen zeigten die Teilnehmer der Kutterfahrt

Zugegeben, ein wenig müde schauten die meisten von uns schon noch aus den Augen an diesem Sonntagmorgen um kurz nach 9 Uhr am Hafen von Dornumersiel. Und der Himmel zeigte auch noch das verhangene Grau, das uns hier im Norden bereits den ganzen Sommer über begleitete. Immerhin regnete es nicht. Das hätten wir bei unserem Vorhaben nun wirklich nicht gebrauchen können!

Denn Slow Food Ostfriesland hatte eine Kutterfahrt mit anschließendem Fisch-Büfett organisiert und 36 Mitglieder und Gäste aus Bremen, Oldenburg und Ostfriesland waren neugierig und willens, einmal ihre Seebeine zu testen.

Nun standen wir erwartungsvoll am Kai in Höhe des Kutters MS ‚Atlantis’ und schauten zu, wie Kapitän Rosenboom mit einem Deckwaschschlauch noch klar Schiff machte, bevor wir dann seinen Kutter enterten.

2 Stunden Fahrt im Wattenmeer vor Langeoog stand auf dem Programm, 2 Stunden, in denen wir Seeluft schnuppern, einiges über das Wattenmeer erfahren und auch einmal sehen wollten, was sich alles in einem Netz verfangen würde, wenn man es eine Weile über Grund zieht.

Während sich die meisten von uns den lauen Wind um die Nase wehen ließen, fachsimpelte eine kleine Gruppe mit Kapitän Rosenboom im Ruderhaus. Dabei ging es nicht nur um das Fahrtgebiet, sondern auch um die Arbeit und Ziele von Slow Food, die den Kapitän sehr interessierten.

Vor Langeoog wurde schließlich das Netz ausgeworfen. Das Wattenmeer gilt als die Kinderstube vieler Nordseefische und steht u.a. auch deshalb unter Naturschutz.

Als das Netz wieder eingeholt und auf einen Tisch entleert wurde, krabbelte und quirrlte es nicht schlecht.

Hier kämpften sich Dwarslooper durch die Massen nach oben, da konnte man die grauen Krabben erkennen und wußte nun endlich, warum die Franzosen sie als crevette gris (= graue Krabbe) bezeichneten, zahlreiche Plattfische lagen neben anderen Fischen, Seesternen und Seetang.

Geduldig erklärte uns Pieter, der 2. Mann an Bord, die einzelnen Tiere.

Vorsichtig nahm er zwei kleine Plattfische in die Hand, zeigte sie herum und erklärte uns Unwissenden, dass es sich dabei um Butt handelte. Die nächsten Plattfische sahen für uns fast genauso aus. „Aber das sind Schollen“, klärte er uns auf. „Das erkennt man an den roten Punkten auf der Oberseite.“

Selbst eine Seezunge fand sich noch, die uns staundendem Publikum präsentiert wurde, bevor sie zu ihren Artgenossen ins Aquarium wanderte.

Stint („riecht nach Gurke“), Seeskorpion, Aalquappe, Einsiedlerkrebse, Strandkrabben, jede Menge Krabben und selbst Kompassquallen hatte er herausgeholt.

„Und was ist das wohl?“

Jetzt hielt er einen kleinen, fingerlangen Fisch empor, der sich scheinbar an seinem Daumen festgelutscht hatte und nun in ohne Netz und doppelten Boden über dem Tisch schwebte.

„Das ist ein Daumenlutscher. Der heftet sich an die Oberseite der Fische und befreit sie von Parasiten.“

Na, und dann ging es den Krabben doch an den Kragen. Eifrig wurden sie von einigen Wagemutigen aus dem Haufen herausgesammelt und in einen Eimer geworfen. Anschließend wanderte die „Beute“ in den bordeigenen Ofen und wurde an Ort und Stelle in Nordseewasser gekocht. Danach sahen sie so aus, wie man sie aus dem Fischgeschäft kennt: schön rot. Aber so richtig frisch und noch etwas warm schmeckten sie natürlich viel besser!

Als wir nach zwei Stunden wieder festmachten, hatten wir dank der Seeluft den nötigen Hunger und wandten uns unserem zweiten Programmpunkt zu.

Eine lange Autokaravane zog vom Hafen die wenigen Kilometer nach Westeraccum zur Speisegaststätte Schmidt, wo Lydia Ufen mit einem leckeren Fischbüfett schon auf uns wartete. Rotbarschfilet, Scholle (mittlerweile auch eine Rarität und vom Aussterben bedroht), verschieden eingelegter Matjes, geräucherte Makrelen, Bratkartoffeln und verschiedene Salate und Soßen warteten nur darauf, von uns verzehrt zu werden. Genüßlich stürzten wir uns auf die Leckereien und schmausten nach Herzenslust.

2 Stunden später und mit gut gefüllten Bäuchen zog es uns dann bei Sonnenschein heimwärts zum eigenen Sofa.

„Und da bekommt mich dann auch keiner mehr herunter“, meinte Hannelore noch.

Das war eine gelungene Slow Food-Veranstaltung.

Ach ja, und die nächste Fisch-Veranstaltung ist bereits auch in der Planung: Fischzubereitung, mit Tipps und Tricks unter Anleitung von Lydia Ufen.

PS: Natürlich hat der Daumenlutscher auch einen „ordentlichen“ Namen: Scheibenbauch, liparis liparis). Und die Fische und andere Meerestiere wurden lebendig wieder in ihr Nass zurückbefördert.


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