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Slow Food in der Welt: Food-Festival in Chiang Mai

2.2.2017 – Unter dem Motto "Good Seeds, Good Food" organisierten am 21. Januar deutsche und thailändische Slow Food Aktivisten ein Festival zur Förderung der Vielfalt, Natürlichkeit und Qualität des Essens in Thailand. Dieser Aktionstag zur Unterstützung nachhaltiger, biologischer Landwirtschaft der Region um Chiang Mai, der Jugendlichen und der Jungköche der Region sowie der Verwendung von non-GMO Produkten in den Küchen der Stadt fand mittlerweile zum zweiten Mal statt. Ein Bericht von Nadja Tokarski, Slow Food Aktivistin.

Ort des Geschehens war das Künstlerdorf neben der Tempelanlage des „Baan Kang Wat“ in Chiang Mai. Dazu planten die Slow Food Convivien Chiang Mai, die Slow Food Youth Thailand und ein Slow-Food-Vertreter aus Düsseldorf ein gemeinsames Festival. Im Mittelpunkt des Tages stand die Förderung und Erhaltung der biokulturellen Vielfalt, der damit verbundenen kulinarischen Traditionen, sowie die Wertschätzung regionaler Esskulturen Nord- und Südthailands.


Die Gemeinde der Interessenten und Förderer wächst

Es gibt unzählige Märkte in und um Chiang Mai, die die Stadt, die privaten Haushalte und die Gastronomie mit landwirtschaftlichen Produkten versorgt. Stark behandelte und genetisch modifizierte Waren werden jedoch nach wie vor vertrieben. Unter der Bevölkerung, den Köchen und den Besuchern der Stadt zeichnet sich ein immer stärker werdendes Verlangen nach unbehandelten, d. h. biologischen und nachhaltig angebauten Waren ab.

Das erste „Good Seeds, Good Food“ Fest fand im letzten Jahr im kleineren Rahmen im Tapae-East-Kulturzentrum statt, in diesem Jahr hat sich die Anzahl der Aussteller und Besucher bereits versechsfacht. Zusammenschluss der Befürworter und Organisatoren, regionale landwirtschaftliche Betriebe, lokale und überregionale Köche sowie Fördergruppen schlossen sich zusammen, um dieses veränderte und ständig wachsende Bewusstsein zu feiern. Dieser Slow-Food-Aktionstag wurde ein „Tag der Bildung“ durch eine Vielzahl unterschiedlicher Informationsveranstaltungen und kostenloser Verkostungen für alle Teilnehmer und Besucher.

Bild oben: Zwei Jungbauern kochen und verkaufen ihre Produkte auf dem Markt


Köstliche Bildung für die heranwachsende Generation

Kinder waren nicht nur Besucher der diesjährigen Veranstaltung sondern aktive Mitwirkende. Die regionale Projektgruppe „Food for Change“ bietet interessierten Jugendlichen eine Plattform. Ein außerschulischer Lernort für Heranwachsende, die sich für Landwirtschaft, Lebensmittel und deren Zubereitung interessieren. Sie bereiteten non-GMO Kostproben für die Besucher des Festivals vor, informierten Gäste an ihrem Saatgut-Tauschstand über die Notwendigkeit von Saatvielfalt und beteiligten sich am musikalischen Rahmenprogramm des Tages.

Im Bild: Kindergruppe gegen GMOs


Das Rahmenprogramm des Tages Anbieter der Region eröffneten den „Good Seeds, Good Food“ Tag mit einem Markt. Sie boten Waren aus ausschließlich biologisch- und nachhaltiger Landwirtschaft zum Kauf an. Das landwirtschaftliche Schulungszentrum „Pun Pun“ oder „Food for Change“ informierte die Besucher beim Kauf und versorgte die Teilnehmer der späteren Kochveranstaltungen mit frischen Zutaten. Jeder einzelne Anbieter des Marktes steuerte ebenso „50 kleine Happen“ für den langen Verkostungstisch am Ende des Aktionstages bei.

Im Bild: Kinderaktivitäten auf dem Festival


Gemeinsames Kochen für einen guten Zweck

Die Kocharena lud nachmittags dazu ein, die frischen Zutaten des Marktes zu probieren. Bei der Zubereitung ihrer Speisen informierten lokale und überregionale Kochgrößen die Gäste über kulinarischen Traditionen und die Wertschätzung regionaler Esskulturen Nord- und Südthailands. Ebenso wurde ein mehrgängiges Gourmetmenü der Köche der „Slow Food Rotational Farming“ Gruppe zubereitet, sowie deutsch-thailändisches Slow Food in Form von veganen Gourmethappen von der Köchin des Conviviums Düsseldorfs. Alle Köche berichteten über die Verwendung ihrer Zutaten und boten ihre Speisen im Tausch gegen eine kleine Spende an.

Im Bild: Vorbereitungen für ein mehrgängiges Menü


Informationsveranstaltungen und Moderation aller Convivienvertreter

Die Vertreter aller Convivien moderierten die SF Veranstaltungen des Aktionstages und ermöglichten somit die Informationsweitergabe auf drei Sprachen. (Foto 16: Sprecher der SF Rotational Farmer; Foto 17: Sprecherinnen der Convivien Chiang Mai, Foto 18: Sprecherin des Conviviums Düsseldorf) Ein langer Tisch der Köstlichkeiten lud zum Ausklang des Tages gegen 20 Uhr ein. Ein letztes Mal wurden die circa 300 Gäste über die Slow Food Bewegung Thailands, über non-GMO, die Vielfalt und die Verwendung der Zutaten durch die Organisatoren und Marktanbieter informiert. Der Informations- und Bildungsauftrag erfolgte in sehr positiver Art und Weise mit Spaß und Verkostungen der frischen, regionalen Produkte.

Bild oben: Musikalische Unterhaltung auf dem Festival

Text und alle Fotos auf dieser Seite: Nadja Tokarski. Die Autorin ist ein ehemaliges Mitglied von Slow Food Düsseldorf, lebt seit einiger Zeit in Thailand und ist dort als Food-Aktivistin weiter eng mit der Slow Food Bewegung und dem Slow Food Youth Network verbunden.


Food Truck mit Verkostungsmöglichkeit


Ausstellung einiger Gerichte


Gourmetgerichte zum Probieren


Interessierte Besucher auf dem Festival


Kürbis mit Festival-Hinweiser


Probierhäppchen zum Verkosten


Kleine Häppchen


Am Slow-Food-Stand


Marktstand mit Produkten


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