18.000 Menschen bei der Großdemonstration „Mia ham’s satt“

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Vorstandsmitglied Rupert Ebner (1. Reihe, ganz re.) trägt die Schnecken-Fahne von Slow Food Deutschland.

6.10.2018 – Unter dem Motto „Mia ham’s satt“ demonstrierten heute – eine Woche vor der bayerischen Landtagswahl – 18.000 Menschen auf Münchens Straßen gemeinsam mit einem Bündnis aus über 80 Organisationen für eine ökologische, tiergerechte, bäuerliche Landwirtschaft und gesundes Essen, für nachhaltige Mobilität, für saubere Luft und Klimaschutz, lebenswerte Städte und den Erhalt unserer vielfältigen Kultur- und Naturlandschaft. Slow Food Deutschland e. V. gehört zu den Trägern der Veranstaltung.

Von zahlreichen Traktoren und Motivwägen begleitet – unter anderem einer riesigen Betonwelle, einem Megastall-Laster und einem Pestizidsarg – bewegte sich der Demonstrationszug mit Transparenten, Bannern und Fahnen vom Königsplatz über die Brienner Straße zum Odeonsplatz, von dort über die Ludwigstraße in die Theresienstraße und über die Arcisstraße zurück zum Königsplatz. Rupert Ebner, Mitglied im Vorstand von Slow Food Deutschland und mehrere Slow-Food-Gruppen nahmen an der Veranstaltung teil.

Bei der Kundgebung sprachen Norbert Schäffer (Landesbund für Vogelschutz e.V.), Moritz Angstwurm (BUNDjugend), Chris Methmann (Campact), Richard Mergner (BUND Naturschutz in Bayern e.V.), Gertraud Gafus (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V.), Walter Haefeker (Europäischer Berufsimkerverband), Roman Kolar (Deutscher Tierschutzbund), Helga Stieglmeier (AufgeMUCkt), Bernadette Felsch (ADFC Bayern e.V.).

Zahlreiche Musiker unterstützten den Protest und spielten für die Demonstranten und ein besseres Leben in Bayern und der Welt live on stage: Schmidbauer & Kälberer, dicht&ergreifend, Hundling, Hans Well mit den Wellbappn und die Folkshilfe.

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Markus Hahnel, Leiter von Slow Food München und Stadtimker, demonstriert für eine gute, saubere und faire Landwirtschaft.

Statements des Trägerkreises

Ursula Hudson, Slow Food Deutschland
„Essen ist politisch! Durch das aktuelle Lebensmittelsystem steht nicht nur die Zukunft unserer Lebensmittelproduktion auf dem Spiel, sondern auch die Zukunft unserer Kinder sowie von schon jetzt gefährdeten Ökosystemen, der biologischen Vielfalt und der für unser Überleben wichtigen nicht erneuerbaren natürlichen Ressourcen wie Boden und Wasser.”

Josef Schmid, Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft
„Es geht um viel: um das Weiterbestehen der Bauernhöfe als Existenzgrundlage der bäuerlichen Familien, um die Lebensgrundlagen, Bodenfruchtbarkeit, Trinkwasser und gesunde Lebensmittel für die ganze Bevölkerung, und um faire Bedingungen und Chancen für die Menschen auf den anderen Kontinenten."

Bernadette Felsch, ADFC Bayern e.V.
„Bayerns Städte ersticken im Verkehr. Lärm, schlechte Luft, Stress und Unfälle sind die unschönen Folgen der autozentrierten Verkehrspolitik. Ein Umdenken in der Verkehrsplanung ist überfällig. Nicht das eigene Auto für alle zu jeder Zeit an jedem Ort, sondern kurze Wege, ein guter und kostengünstiger ÖPNV, und sicherer und komfortabler Fuß- und Radverkehr sind der Schlüssel für ein lebenswertes Bayern! “

Richard Mergner, BUND Naturschutz in Bayern e.V.
„Die Heimat am Sonntag zu beschwören und am Montag zu zubetonieren, haben wir gründlich satt. Jetzt aufstehen für eine bäuerliche Landwirtschaft und gegen die Agrarindustrie, für die Erhaltung der Landschaft und gegen den Flächenfraß, für eine zukunftsfähige Mobilität statt Straßenbauorgien und Startbahn-Größenwahn.“

Stephanie Weigel, Aktionsbündnis „Artgerechtes München“ und Tollwood
„Heile Welt Bayern? Weit gefehlt! Auch bei uns schreitet die Industrialisierung der Landwirtschaft dramatisch voran. Die nächste Regierung muss uns Bürgerinnen und Bürger ernst nehmen und das Ruder herumreißen. Wir brauchen eine Kehrtwende in Bayern und das bedeutet ohne Wenn und Aber: eine enkeltaugliche, ökologische Landwirtschaft. Ohne Massentierhaltung, Artensterben und Pestizide.“

Chris Methmann, Campact
„Kurz vor der Wahl machen wir klar, dass Umweltschutz und Nachhaltigkeit Priorität haben müssen. Die BürgerInnen wollen keine Pestizide, keine Megaställe, keine Betonwüsten und keinen Smog. Was wir brauchen ist eine zukunftsfähige und umweltverträgliche Agrar- und Verkehrspolitik, die Artenvielfalt, bäuerliche Landwirtschaft und Natur schützt."

Helga Stieglmeier, AufgeMUCkt
„Mia ham‘s satt, dass die Fakten wie fehlender Bedarf, extreme Klimaschädlichkeit, immenser Flächenverbrauch und Gefährdung der Gesundheit durch Lärm und Dreck der Menschen ignoriert werden. Wir fordern: Endgültige Beerdigung einer 3. Startbahn, Nachtflugverbot von 22-6 Uhr, Kerosinsteuer sowie ein bayerisches Flughafenkonzept.“

Norbert Schäffer, LBV
„Für den Schutz der Biologischen Vielfalt in Bayern brauchen wir ein ganzes Bündel von Maßnahmen. Dazu gehören die nachhaltige und naturverträgliche Nutzung unserer Kulturlandschaft, aber auch nutzungsfreie Großschutzgebiete, z.B. in der Laubwaldzone sowie an Donau und Isar. Mia ham’s satt! Natur statt Flächenfraß!“

Quelle: Pressemeldung der Veranstaltunger vom 6. Oktober 2018

Impressionen

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Marlene Hinterwinkler (Mitte), glücklich strahende Mitorganisatorin der erfolgreichen Demo, unermüdliche Slow-Food-Aktivistin für gute Lebensmittel in der Genussgemeinschaft Städter und Bauern sowie im Aktionsbündnis Artgerechtes München. Links: Richard Bartels, Leiter von Slow Food Fünfseenland; rechts: Rupert Ebner, Mitglied im Vorstand von Slow Food Deutschland und stellvertrender Leiter von Slow Food München.

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Richard Ebner vertritt die Slow Food Jugend.

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Das Münchner Slow Mobil für Kinderkochkurse fuhr ebenfalls mit.

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Slow-Food-Aktivist Michael Olma, war aus Ingolstadt angereist. Er leitet dort die Slow-Food-Gruppe.

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Rupert Ebner, Umweltreferent der Stadt Ingolstadt, engagiert sich im Vorstand von Slow Food Deutschland für die Agrarwende.

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Die Demo richtete sich unter anderem gegen den bienenschädlichen Einsatz von Ackergiften beim Anbau unserer Lebensmittel.

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Ein Plädoyer für eine globale ökologische Landwirtschaft

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"Eat less meat" stand auf dieser Hühnerkralle – mit unmissverständlicher Pose.

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Könnte direkt zum Oktoberfest fahren: Ein Käfig voller Hühner in qualvoller Massentierhaltung. Zur Erinnerung: Das Aktionsbündnis artgerechtes München bekam im September 2017 von der Stadt München eine Absage für mehr Bio auf Münchens Festen.

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Hier geht es ums Tierwohl: "Lass die Sau raus!" fordert ein Demonstrant.

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Der aktuelle Ministerpräsident Markus Söder (CSU) war das Ziel vieler kritischer Botschaften auf den Demo-Plakaten.

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80 verschiedenen Organisationen hatten zum Protest gegen die Umwelt- und Agrarpolitik der bayerischen Landesregierung aufgerufen. Im Hambacher Forst feierten gleichzeitig 50.000 Menschen den Rodungsstopp.

Fotos: © Katharina Heuberger (12), Moritz Olma (2)

Mehr Informationen:

Mia ham's satt

Slow Thema: Agrarpolitik