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Ausstellung: „Geschmack der Regionen – Obst und Gemüse neu entdeckt!“

28.2.2018 – Das Deutsche Gartenbaumuseum in Erfurt stellt in seiner neuen Wanderausstellung ab dem 4. März 2018 die Vielfalt der hierzulande kultivierbaren Obst- und Gemüsearten vor. Diese ist viel größer, als das unser heutiges Marktangebot erwarten lässt. „Geschmack der Regionen“ wird in den kommenden Jahren von Erfurt aus in verschiedenen Regionen Deutschlands gezeigt.

Viele Menschen sollen so für die reich gedeckte Tafel begeistert werden, die uns (fast) vergessenes Obst und Gemüse aus heimischem Anbau bieten. Dafür kooperiert das Deutsche Gartenbaumuseum mit Slow Food Deutschland e.V.

Ein Schatz der genutzt werden muss, um ihn zu erhalten

Die Ausstellung widmet sich im historischen Teil dem Wandel des genutzten Obst- und Gemüsespektrums und seiner Ursachen vom Mittelalter bis in die jüngere Vergangenheit. Es wird anschaulich, unterhaltsam und mit vielen Beispielen vermittelt, welche Arten und Sorten in vergangenen Zeiten in Deutschland angebaut und verzehrt wurden. Eine ganze Reihe davon ist heute kaum noch bekannt. Wenn solche wohlschmeckenden Raritäten in Vergessenheit geraten, werden sie nicht mehr nachgefragt, in der Folge nicht mehr angebaut, und die Saatgutproduktion kommt zum Erliegen. Der Verlust dieses Schatzes wiegt schwer, denn mit ihm verschwindet genetische und kulinarische Vielfalt sowie regional gewachsene Esskultur.

Bild oben: Obst- und Gemüsehandel im 16. Jahrhundert, dargestellt vom niederländischen Maler Pieter Aertsen. | © Hallwylska museet, Stockholm


Obst- und Gemüseraritäten – eine Chance des regionalen Anbaus

Einst traditionell angebaute Arten und Sorten sind besonders für den heutigen regionalen Anbau geeignet. Vor allem dort können wiederentdeckte Obst- und Gemüseraritäten zu neuem Leben erweckt werden. Zu den Themen der Ausstellung gehört ein Vergleich der regionalen gegenüber der globalen Marktversorgung. Neben den Chancen, die der Anbau neu entdeckter Obst- und Gemüseraritäten für ortsansässige Anbauer, Verarbeiter und Händler bietet, wird der CO2-Fußabdruck thematisiert. Wegen des geringen Transportaufwands bei regionaler Erzeugung weist solcherart kultiviertes Obst und Gemüse zumeist eine besonders günstige Klimabilanz auf. Besucher der Ausstellung können die großen Unterschiede des CO2-Fußabdrucks von Obst und Gemüse verschiedener Herkünfte über einen Scanner ähnlich wie im Einkaufsmarkt ablesen.

Bild oben: Brunnenkresse aus der Erfurter Klinge. Der jüngste Passagier auf der Arche des Geschmacks, einem internationalen Projekt der Slow Food Stiftung für Biodiversität. | © Matthias Frank Schmidt


Weiteres zur Ausstellung und ihrer Eröffnung

Die Ausstellung wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert. Das Konzept für die Sonderausstellung wurde vom Deutschen Gartenbaumuseum Erfurt unter Beteiligung externer Fachleute erarbeitet. Ein Teil der Ausstellung ist für Beiträge lokaler Akteure reserviert, die Obst- und Gemüseraritäten aus der Region präsentieren. Dafür kooperiert das Gartenbaumuseum mit Slow Food Deutschland. In Erfurt wird die Brunnenkresse aus der Erfurter Klinge präsentiert. Zur Eröffnung der Ausstellung sind interessierte Bürger herzlich eingeladen. Sie findet am 4. März um 11 Uhr mit Redebeiträgen und Musik statt.

Bild: Auch die Moschuserdbeere zählt zu den wertzuschätzenden Obstsorten, die in der Ausstellung vorgestellt werden. | © Heidi Lorey


Slow Food Deutschland e. V. - Luisenstraße 45 - 10117 Berlin - Telefon: 030 / 2 00 04 75-0 - E-Mail: info@slowfood.de