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Umweltfestival: Großes Interesse an Slow-Food-Bildungsangebot

6.6.2018 – Slow Food Deutschland und Misereor waren am Sonntag mit einem Gemeinschaftsstand und ernährungspolitischen Mitmachaktionen beim Umweltfestival in Berlin vertreten. Große und kleine Besucherinnen und Besucher nahmen interessiert an den Bildungsaktivitäten teil und zeigten großes Interesse für die Inhalte von Slow Food Deutschland.

Besucher konnten Bodenvielfalt kennenlernen und Boden mit allen Sinnen begreifen sowie spielerisch mehr über das Mindesthaltbarkeitsdatum erfahren. Das Brettspiel „Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ärgert euch nicht!“ von Slow Food Youth thematisierte dagegen Themen wie Saatgut und Klimawandel.

Bild oben: Mitmachprogramm am Stand von Slow Food Deutschland beim Umweltfestival.


Verschwendung vermeiden, Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) verstehen

Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und Handlungsalternativen aufzuzeigen ist ein zentrales Anliegen für Slow Food Deutschland, denn während etwa jeder neunte Mensch an Hunger leidet, werden jährlich 1.3 Milliarden Tonnen Lebensmittel weltweit weggeworfen. Lebensmittelverschwendung findet entlang der gesamten Lebensmittelwertschöpfungskette statt, vom Acker, über den Transport bis hin zum Konsum in Privathaushalten, öffentlichen Einrichtungen und der Gastronomie.

Die Verschwendung findet in den Haushalten unter anderem deshalb statt, weil Lebensmittel schlecht geworden sind, oder aber das Mindesthaltbarkeitsdatum falsch interpretiert wurde. Denn anders als beim Verbrauchsdatum, ist das MHD für manche Lebensmittelgruppen und noch verschlossene Lebensmittel lediglich als Richtwert anzusehen. Aus diesem Grund konnten die Besucherinnen und Besucher am Slow Food Deutschland Stand sich mit dem MHD befassen und durften verschiedene Lebensmittel der zutreffenden Kategorie (z. B. Länger als MHD haltbar; wenn geöffnet: Nach MHD-Ablauf bitte entsorgen) zuordnen. So konnten Teilnehmende erfahren, dass Lebensmittel wie Kaffee, Reis und Nudeln nicht schlecht werden und auch Lebensmittel wie Mehl und Gewürze, wenn ungeöffnet, weit über das MHD bedenkenlos genießbar sind. Nur bei Produkten wie frischen Fleischerzeugnissen, Fisch und Meeresfrüchten, sei das MHD ernst zu nehmen. Das Fazit des Spiels ist: Im Zweifel einfach probieren und schauen, ob das Lebensmittel noch gut aussieht und probieren. Selbst Milchprodukte halten sich oft noch Wochen jenseits des MHD. So kann man Lebensmittel retten und spart auch noch Geld dabei!

Bild oben: Das von Slow Food Youth Deutschland konzipierte Brettspiel bringt Menschen wichtige Themen rund um die Nahrungsmittelerzeugung näher.


Warum wir die Ressource Boden wertschätzen sollten

Böden sind die Grundlage unseres Lebens, sie bringen über 95 Prozent unserer Lebensmittel hervor. Gleichzeitig werden sie aber immer knapper. Deshalb thematisierte Slow Food Deutschland beim Umweltfestival auch die Ressource Boden und machte diese für Kinder und Erwachsene durch verschiedene Bodensorten begreifbar. Ziel der Mitmachaktion war es, dass die Teilnehmenden sich mit der Ressource Boden auseinandersetzen, indem sie sich die Bodenvielfalt anschauen und die Bodenart durch einen Fühl- und Hörtest feststellen. Die Bodenproben dienten außerdem dazu, um mit den Festivalbesuchern über die Bedeutung der Ressource Boden ins Gespräch zu kommen. Dabei ging es unter anderem um Themen wie Böden als Klimaretter und die Bedeutung der Ressource für die Lebensmittelerzeugung.

Bild oben: Beim Umweltfestival konnten Besucher die Bodenvielfalt mit allen Sinnen erfahren: Die Farbenvielfalt sehen sowie die Unterschieden in der Beschaffenheit ertasten und hören.


Kleinbäuerinnen und Kleinbauern ärgert euch nicht!

Beim Brettspiel „Kleinbauer ärger dich nicht“ gelangt jeder Spieler durch würfeln auf diverse Aktionsfelder. Auf dem Weg kann ihm Gutes und Schlechtes passieren, wie ein Hoferbe oder strenge Umweltschutzauflagen und Kontamination durch Genmais vom Nachbarfeld. Manche Aktionen wie der Leguminosenanbau haben positive Auswirkungen, z. B. auf die Bodenfruchtbarkeit, und andere wie die jahrelange intensive Bewirtschaftung der Fläche haben negative Folgen. Ziel ist es bis zum Spielende einen erfolgreichen Kleinbetrieb zu führen. Das Brettspiel dient der Ernährungsbildung und behandelt ganz zentrale Themen wie Saatgut und den Klimawandel. Je nach Alter gibt es eine einfachere Ausgabe für Kinder und eine fortgeschrittene Version für Erwachsene.

Bild oben: Wer sich mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) auseinandergesetzt weiß, dass es für viele Lebensmittelgruppen als Richtwert anzusehen ist und Lebensmittel, die das MHD überschreiten nicht gleich in den Abfall gehören.


 Alle Bilder: © Sharon Sheets


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