Ahrtaler Köksje

Beschreibung des Passagiers

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Das Ahrtaler Köksje gehört zu den in Deutschland selten gewordenen Trocken- oder Körnerbohnensorten. Im Gegensatz zu den meisten noch kultivierten Stangenbohnen werden solche Sorten nicht als grüne Hülse in Suppe, Salat oder als Einkochbohne verwendet, sondern ausschließlich getrocknet zur kräftigen Suppengrundlage genutzt. Im Kreis Ahrweiler sowie im Köln-Bonner Raum ist sie die einzige regional nachgewiesene Trockenbohne. Das Ahrtaler Köksje soll von den französischen Cocos de Prague-Bohnen abstammen, die von den napoleonischen Besatzungstruppen an den Rhein mitgebracht wurden. Von der Cocos-Bohne wurde vermutlich auch die Bezeichnung Köksje abgeleitet. Außerdem erinnert die Bohne an den kleinen runden Koks-Hut (Melone), der im Rheinland ebenfalls Köksje heißt.

Eigenschaften und geschmackliche Charakteristik

Die Köksje-Pflanzen wachsen an einer Bohnenstange entlang, werden allerdings nicht sehr hoch. Die Hülsen reifen lange an der Stange ab, teilweise bis zu den ersten Frösten Ende Oktober, was einen Anbau auf das klimabegünstigte Weinbaugebiet des Ahrtals beschränkt. Die Ernte als Trockenbohne erfordert eine möglichst lange Nachreife, um die Bohnen in der Hülse ausreichend trocknen zu lassen. Früher wurden die kompletten Pflanzen von der Bohnenstange gestreift und auf den Speicher oder in die Scheune gehängt. Zum Schutz vor Mäusen wurden sie manchmal in selbstgenähten Beuteln aufgehängt aufbewahrt. Die karamellfarbenen, braun gepunkteten Bohnenkerne wurden immer nur in der jeweils benötigten Menge frisch ausgepellt, der Rest verblieb in den Hülsen. Die Bohne ergibt eine sämige, leicht süßliche Suppe, die traditionell von der Ahrweiler Feuerwehr zum jährlichen Feuerfest angeboten wird. Ebenso gut schmeckt sie zum Brotaufstrich verarbeitet oder in einem bunten Salat.

Grund der Gefährdung

Trockenbohnen geraten in Deutschland in Vergessenheit. Während weltweit die Produktion steigt, verschwinden hierzulande die meisten traditionellen Sorten von den Sortenlisten und damit aus dem Handel. In den letzten Jahren haben der Tausch und die Weitergabe der Samen durch die Nachbarschaften einen Rückgang erfahren. Das Köksje wird nur in Privatgärten der Region angebaut, vor allem von den älteren Personen. Viele Gärten fallen daher brach und Samenbestände blieben in den Gartenhäuschen liegen. Zudem hat sich eine Durchmischung der ursprünglichen Bestände mit anderen Sorten ergeben. Es sind daher nur noch wenige typische Stränge erhalten, die unbedingt gesichert werden müssen.

Die Region des Arche-Passagiers

Das Ahrtaler Köksje wird im Kreis Ahrweiler, Rheinland-Pfalz, und im Köln-Bonner Raum, Nordrhein-Westfalen, angebaut.

Erwerbbarkeit des Passagiers

Das Ahrtaler Köksje ist gegenwärtig nicht verfügbar.

Bilder: © Thomas Großmann (1), Margret Artzt (1)