Augsburger Huhn

Beschreibung des Passagiers

arche-augsburger_huhn_1_288.jpg

Das Augsburger Huhn entstand durch die Kreuzung der französischen Hühnerasse „La Flèche“ mit der italienischen Rasse „Lamotta“, als der Züchter Julius Meyer um das Jahr 1870 die Fleischqualität der ersten Rasse mit der guten Eierproduktion der zweiten zu vereinen versuchte. Von Augsburg und dessen Umgebung verbreitete es sich schnell in ganz Bayerisch-Schwaben und darüber hinaus, zeitweise bis in den Schwarzwald. Die Rasse gilt als robust und hat sich bestens an die klimatischen Bedingungen der schwäbisch-bayerischen Hochebene angepasst.

Das Merkmal des Tieres ist der sogenannte Becher- oder Kronenkamm. Beim Augsburger Huhn beginnt der Kamm nämlich vorne am Schnabel einfach, teilt sich jedoch nach dem ersten oder zweiten Zacken, um sich hinten in einer „Krone“ zu vollenden. Der rubinrote Becherkamm, die mittelgroßen, roten Kehllappen sowie die ovalen, weißen Ohrscheiben wirken sehr auffällig bei dem rein schwarzen, grün glänzenden Gefieder. Bei einer jährlichen Legeleistung von 150 bis 180 Eiern bringen es die Hennen auf ein Gewicht von 2,5 kg und die Hähne wiegen bis zu 3 kg.

Gefährdung des Passagiers

Bis in die 1960er Jahre war das Augsburger Huhn beliebt und weit über sein Ursprungsgebiet hinaus verbreitet. Mit dem Aufkommen der Hochleistungsrassen veränderte sich seine Situation jedoch rasant, bis die Rasse fast vollkommen verschwand. Weder bei der Legeleistung noch bei der Futterverwertung kann das Augsburger mit konventionellen Masthühnern konkurrieren. Das Schlachtgewicht bei extensiver Haltung wird erst nach mehreren Monaten erreicht. Die Hennen der Legehybriden legen jährlich fast doppelt so viele Eier wie die Augsburger. Auf der roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter Nutztierrassen e. V. (GEH) wird das Augsburger Huhn als „extrem gefährdet“ eingestuft. Für 2013 wurde ein Bestand von 287 Hennen und 43 Hähnen dokumentiert.

Vermarktung des Passagiers

arche-1_augsburger_huhn_2_288.jpg

Gegenwärtig stehen Eier, Masthähne und Hühner nur sehr begrenzt zur Verfügung. Lebende Hühner und Hähne werden gezielt an Züchter zur Wiedervermehrung der Rasse abgegeben.

Im Zuge der Diskussion um ein Ende des Kükenschretterns und einer nachhaltigen, tiergerechten Hühnerhaltung geraten die verdrängten Zweinutzungsrassen wie das Augsburger Huhn wieder in den Blickpunkt der Hühnerzucht.

Regionale Bedeutung des Passagiers

Das Augsburger Huhn ist die einzige in Bayern gezüchtete Hühnerrasse. Als Zweinutzungshuhn mit guten Mast- und Legeerträgen hat sich zunächst im Schwäbischen um Augsburg verbreitet und später auch im Stuttgarter Raum sowie im Schwarzwald.

Geschmack des Passagiers

Bei der Rasse handelt es sich um ein Freilandhuhn, dessen Eier und Fleisch besondere Geschmackserlebnisse bieten. Die extensive Haltung mit viel Bewegung und gutem, abwechslungsreichem Futter sorgt beim Augsburger Huhn für etwas dunkleres Fleisch, das im Geschmack an Wildgeflügel erinnert.

Ende des 19. Jahrhunderts schrieb Jean Bungartz in seinem Buch zu Hühnerrassen: „Die Vorzüge, welche man diesem Kreuzungsprodukt nachrühmt, sind: im Eierlegen gleichwertig mit dem Italienerhuhn, in Fleischproduktion den französischen Rassen nicht nachstehend und das Fleisch selbst von gutem, saftigem Geschmack“.

Züchter, Erzeuger und Bezugsquellen

Sonderverein der Züchter des Augsburger Huhnes und der Zwerg - Augsburger
Vorsitzender: Anton Schneider
Paarweg 4a
86316 Friedberg Rederzhausen
Tel. (08 21) 60 16 65
c3YtYXVnc2J1cmdlci1odWVobmVyQHQtb25saW5lLmRl
www.augsburger-huhn.de

Bilder: © Monika Spaeth (3)