Qualitätskriterien und nicht zugelassene Zusatzstoffe

Seit 2007 findet alljährlich im Frühjahr der "Markt des guten Geschmacks - die Slow Food Messe" in Stuttgart statt. Alle ausgestellten Produkte müssen die strengen Qualitätskriterien erfüllen, die in der Ausstellungsordnung der Messe Stuttgart niedergelegt sind, und vor der Zulassung von Slow Food Deutschland geprüft werden.

Unsere Qualitätskriterien

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Ausstellungsordnung 2019 - Qualität der Exponate

Slow Food Deutschland entwickelt entsprechend seiner Philosophie, Merkmale und Richtlinien für die Qualität von Lebensmitteln. Diese spiegeln sich in der Ausstellungsordnung für den Markt des guten Geschmacks – die Slow Food Messe wider. Sie gibt eine Orientierung was Zutaten und auch Zusatzstoffe, Hilfsstoffe und Herstellungsmethoden angeht, die für Produkte auf der Messe zulässig bzw. nicht zulässig sind. Die Entwicklung dieser Qualitätsrichtlinien ist ein lebendiger Prozess, in den auch Sie als Aussteller sich in unseren Workshops einbringen können. Ziel dieses Prozesses ist es, zwischen industrieller und handwerklicher Herstellung von Lebensmitteln im Sinne der Slow Food Philosophie differenzieren zu können. Folge ist, dass die Qualitätsrichtlinien ebenfalls ‚lebendig’ sind, sie sich entwickeln und sich damit auch produktgruppenspezifisch immer wieder auch verändern. Daher bitten wir Sie um genaue Lektüre, nicht zuletzt damit das Zulassungsverfahren problemlos verlaufen kann.

§ 1 Generelle Vorschriften

Entsprechend der Philosophie von Slow Food Deutschland sind alle auf der Messe dargebotenen Lebensmittel, Speisen und Getränke durch den Aussteller selbst in traditionell handwerklicher Art, individuell und ohne industriell produzierte und standardisierte Komponenten herzustellen.

Alle Lebensmittel, Speisen und Getränke, die für den Aussteller durch Dritte produziert wurden oder ein Händler von Dritten bezieht, sind mit Namen und Adresse des Herstellers auf dem Produkt bzw. auf der Speisekarte oder am Stand zu kennzeichnen.

Zur Beurteilung der Qualität der auszustellenden Produkte durch Slow Food, sind alle Lebensmittel, Speisen und Getränke anzumelden und mit ihren Inhaltsstoffen zu deklarieren. Non Food Produkte (§ 3.13; 3.14) haben ebenfalls den in §§ 3.13; 3.14 festgelegten Kriterien zu entsprechen.

Alle Lebensmittel, die zur Ergänzung des Angebotes am Stand verwendet werden, müssen angemeldet und deklariert werden und die beschriebenen Kriterien für Lebensmittel, Speisen und Getränke erfüllen. Hierunter fallen u.a. Brot zur Verkostung, Öl oder Saucen zum Dippen, Milch und petit fours bei Kaffeebars sowie Senf und Ketchup bei Essensanbietern.

Convenienceprodukte sind Lebensmittelzubereitungen, die vollständige Mahlzeiten ergeben, und die bereits alle Komponenten eines Gerichtes beinhalten, inklusive Gewürzen und Salz. Solche Convenienceprodukte können ggf. direkt verzehrt werden oder müssen ggf. erwärmt bzw. mit Wasser oder Brühe aufgekocht werden.

Voraussetzung einer Zulassung von Convenienceprodukten ist, dass die Rezepte und Produkte der Ausstellungsordnung und somit der Slow Food Philosophie entsprechen. Die Transparenz der Wertschöpfungskette ist erforderlich.

Die Messebesucher*innen sollen ausgestellte Produkte auch außerhalb der Messe beim Hersteller beziehen können. Produkte, die speziell für die Messe produziert werden und im Nachhinein mit dieser Rezeptur nicht mehr beim Hersteller erhältlich sind, sind auf dem Produkt oder am Stand entsprechend zu kennzeichnen.

Aus Gründen der Müllvermeidung ist die Verwendung von Kaffeepads und -kapseln, Plastikgeschirr, -besteck und -bechern nicht gestattet. Die Abgabe von Plastiktüten ist ebenfalls nicht gestattet.

Im Falle des AO-konformen Einsatzes von potentiell GVO-gefährdeten Zutaten/Zusatzstoffen ist das Zertifikat „Gentechnikfrei“ einzureichen.

Für selbst produzierende Bio-Produzenten gilt nur die EU-Bio Grundverordnung sowie die Einschränkungen aus §2. Hier ist bei der Anmeldung das gültige Bio-Zertifikat vorzulegen.

Zur Teilnahme sind ausschließlich Unternehmen zugelassen, die Produkte gemäß der Nomenklatur und Ausstellungsordnung ausstellen. Grundsätzlich ist der Aussteller verpflichtet für die Einhaltung aller geltenden rechtlichen Vorgaben bzgl. Herstellung, Handel und Kennzeichnung der dargebotenen Erzeugnisse zu sorgen.

§ 2 Allgemeingültige Produktanforderungen

Nicht zulässig sind:

  • Lebensmittelimitate und -surrogate
  • Gentechnisch hergestellte Inhalts- und Zusatzstoffe
  • Zusatz- und Aromastoffe sowie Raucharomen
  • Zuckerstoffe, die chemisch-physikalisch hergestellt sind: Fructose, Laktose und Maltodextrin
  • Gewürzextrakte und Aromastoffe in Pulverform

Zulässig sind:

  •  Gewürzextrakte und Aromaextrakte, inklusive ätherische Öle aus den namensgebenden Pflanzen, die ausschließlich mittels Wasser oder Alkohol, durch Destillation, Mazeration oder Pressen gewonnen werden. Das dazugehörige Datenblatt der eingesetzten Aromen- und Gewürzextrakte ist bei der Anmeldung vorzulegen.
  • Zuckerstoffe, die chemisch-physikalisch hergestellt sind:
    Glucose, Dextrose, Invertzucker
  • Als verdickende Zutaten: Getreidemehl und-stärke, Maisstärke, Kartoffel- & Tapiokastärke sowie Eier.

Spezifische Anforderungen und Ausnahmen von § 2 sind unter den entsprechenden Warengruppen in § 3 aufgeführt.

§ 3 Besonderheiten für die Warengruppen lt. Produktverzeichnis zusätzlich zu §2

§ 3.1 Getreide: Getreide und Zerealien, Pseudozerealien (z.B. Quinoa), Saaten, Brot und Backwaren, Kuchen, Torten, Gebäck, Teigwaren

Nicht zulässig (zusätzlich zu § 2)

  • Backmischungen und chemische Backmittel für Schnellgärungen, Porensteuerung, Rösche, Konservierung, Teigverdickung und Feuchthaltung
  • Backwaren, die nicht vollständig im angemeldeten Betrieb hergestellt und gebacken wurden

Zulässig (Ausnahme von § 2)

  • Traditionelle Backtriebmittel wie Natriumhydrogencarbonat (E 500) in Verbindung mit Weinsäure (E 334)
  • Hirschhornsalz (Ammoniumcarbonat (E 503), Ammoniumhydrogencarbonat (E 503)), Pottasche (Kaliumcarbonat E 501) und Hefe

§ 3.2 Fleisch: Roh-Fleisch, Wurstspezialitäten, Schinken, Geflügel, Wild

Nicht zulässig (zusätzlich zu § 2)

  • Gelschinken
  • Fleischreifung in Folie
  • Dextrose in Wurst
  • Schnellreifung mittels GDL für Fleischprodukte

Zulässig (Ausnahme von § 2)

  • Citrate (E 331, E 332, E 333) und Phosphate (E 450), sowie Salpeter und Nitritpökelsalz (E 250, E 251, E 252) in Wurstwaren und Schinken

§ 3.3 Fisch: Fisch, Meeresfrüchte, Fischfeinkost

Nicht zulässig (zusätzlich zu § 2)

  • Schnellreifung mittels GDL für Fischprodukte

Zulässig (Ausnahme von § 2)

  • Benzoesäure (E 210) bei Krabben oder Zubereitungen aus Krabben

§ 3.4 Molkereiprodukte

Nicht zulässig (zusätzlich zu § 2)

  • Käsereifung in Folie
  • Käse mit Wachsüberzug oder Plasticoat
  • Einsatz von Lysocym
  • Dextrose bei Molkerei-Produkten
  • Behandlung der Rinde mit Natamycin (E235)
  • mildgesäuerte Butter
  • H-Milch, laktosefreie Milch, Kondensmilch
  • Molke Milchpulver

Zulässig (Keine Ausnahmen von § 2)

§ 3.5 Kulturpflanzen und Sämereien

Nicht zulässig (zusätzlich zu § 2)

  • Nicht samenfeste Sämereien
  • F1 Hybriden

Zulässig (Keine Ausnahmen von § 2)


§ 3.6 Obst und Gemüse: Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Pilze, Trüffel

  • Trüffel: die lateinische Artbezeichnung ist anzugeben

Zulässig (Keine Ausnahmen von § 2)

§ 3.7 Feinkost: Feinkost, Feinkost vegetarisch/vegan, Gewürze, Chutneys, Senf, Aufstriche

Zulässig (Ausnahme von § 2)

  • Meerrettich: Sulfite (E 220-E 228)

§ 3.8 Öle und Essige

  • Öle: Die Ölmühle ist auf dem Produkt zu deklarieren Dies gilt nicht bei Olivenölen

Zulässig (Keine Ausnahmen von § 2)

§ 3.9 Süßes: Schokolade, Marmeladen, Konfitüre, Gelee, Fruchtaufstriche, Honig, Eis, Süßwaren

Nicht zulässig (zusätzlich zu § 2)

  • Anonyme Honige: der Imker ist auf dem Produkt zu deklarieren


Zulässig (Ausnahme von § 2):

  • Bei Marmeladen, Konfitüren, Gelees, Fruchtaufstrichen und Chutneys: Pektin (E 440 a)
  • Bei Milchschokolade: Milchpulver
  • Bei Schokolade: Emulgator Sojalecithine
  • Bei Eis: Guarkernmehl, Johannisbrotkernmehl

§ 3.10 Alkoholische Getränke: Bier, Champagner, Branntwein, Destillate, Liköre

§ 3.10.1 Bier:

Nicht zulässig (zusätzlich zu § 2)

  • Hopfenextrakte
  • Hopfenöl

Zulässig (Keine Ausnahmen von § 2)

§ 3.10.2 Wein: Wein, Schaumweine
Nur Weine von Winzern, bei denen die Arbeit im Weinberg und Keller in der Hand der Winzer liegen

Nicht zulässig (zusätzlich zu § 2)

  • Weine aus Erträgen mit mehr als 75 hl/ha
  • mittels Wasserentzug und/oder Maischeerhitzung erzeugte Weine
  • mittels Holzspäne oder Holzpellets aromatisierte Weine
  • Weine, die zu weniger als 75 % aus eigenem Anbau des Winzers stammen

Zulässig (Ausnahme von § 2)

  • Sulfite (E 220-E 228)
  • Citronensäure (E 330) bei Schaumweinen


§ 3.11 Alkoholfreie Getränke: Wasser, Säfte, Limonaden, Erfrischungsgetränke, Kaffee, Tee

Nicht zulässig (zusätzlich zu § 2)

  • Frucht- und Gemüsesäfte: Aromaextrakte und Konzentrate

Zulässig (keine Ausnahme von § 2)

§ 3.12 Angebote von Speisen

  • Die Zutaten erfüllen die Anforderungen an die entsprechenden Produktgruppen
  • Die Essensanbieter bereiten die Speisen im eigenen Betrieb vollständig selbst zu

§ 3.13 Küchen & Küchenutensilien, gedeckte Tafel

  • Handwerklich hergestellte Küchen
  • Handwerklich hergestellte Küchenutensilien
  • Hochwertige Küchenwerkzeuge und -geräte
  • Hochwertige Tischwäsche, Besteck, Gläser und Geschirr
  • alle unter besonderer Beachtung der Materialauswahl, Herstelltechnik und Herstellungsort

§ 3.14 Non-Food Tierprodukte

  • Im Sinne der Ganztier-Verwertung (Nose-to-Tail) dürfen Produkte von Tieren aus eigener Haltung angeboten werden, z.B. Felle, Wolle und daraus verarbeitete Produkte wie Seifen.

§ 4 Die Messe Stuttgart entscheidet in beratender Abstimmung mit Slow Food Deutschland nach freiem Ermessen über die Teilnahme. Über die Produktzulassung entscheidet Slow Food Deutschland. Im Falle von Beanstandungen seitens Slow Food Deutschland erhält der Aussteller zeitnah eine Benachrichtigung. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

§ 5 Betriebe dürfen ausschließlich Waren ausstellen, die der Ausstellungsordnung entsprechen.

§6 Der Einsatz von Einweggeschirr ist grundsätzlich untersagt. (siehe §1)

Zulässig (Ausnahme von §2)

Probierschälchen für Warenverkostungen mit einem Volumen, das nicht mehr als 30ml beträgt.

§ 7 Kenntnisnahme und Bestätigung der Ausstellungsordnung für den Markt des guten Geschmacks - die Slow Food Messe 2019
Mit meiner Unterschrift bestätige ich, dass die von mir/uns auf der Messe angebotenen Produkte angemeldet wurden und den §§ 1, 2, 3,5 und 6 der Ausstellungsordnung für die Slow Food Messe 2019 entsprechen. Im Falle der Ausstellung von unzutreffenden Angaben zu Inhaltsstoffen, Zusatzstoffen oder Herstellung eines ausgestellten Produktes, ist die betreffende Ware nach Aufforderung der Messe Stuttgart vom Aussteller unverzüglich vom Stand zu entfernen. Im Falle einer Nichtentfernung der betreffenden Ware oder eines Verstoßes gegen die §§ 1, 2, 3, 5 und 6 der Ausstellungsordnung wird eine Konventionalstrafe von 200 € pro Produkt erhoben, im Wiederholungsfall der Stand geschlossen und der Aussteller von der Teilnahme an zukünftigen Messen ausgeschlossen.

Ausstellungsordnung 2019 als PDF herunterladen

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Mehr Informationen:
Unsere Qualitätsphilosophie

Bild oben: © Jamie Eckermann