Tour zum Umweltgarten Wiesmühl und Besuch im Gasthaus Maier-Gallenbach

Der Ausflug in den nördlichen Chiemgau bestand aus zwei Teilen: am Morgen die Besichtigung des Umweltgartens in Wiesmühl bei Englsberg, nur 5 Kilometer südlich von Garching an der Alz und aus dem Besuch im Gasthaus Gallenbach bei Taufkirchen.

Der Umweltgarten in Wiesmühl ist schon bekannt, besonders auch bei den umliegenden Schulen für die pädagogische Vermittlung der Natur. Der Initiator und Betreiber Walter Grundl hat unsere SlowFood-Gruppe höchst persönlich durch sein Lebenswerk geführt. Gleichzeitig hatten sich aber noch andere Interessierte eingefunden: eine Kindergruppe und eine Kräuter-Sammelgruppe, die allesamt mit Körbchen ausgestattet waren.

Vom Umweltgarten werden mehrere Führungen unterschiedlicher Thematik angeboten, zu finden auf der Website www.umweltgarten.de

Wir lernten auf der unterhaltsamen Tour eine Menge über einheimische Pflanzen, deren Vorlieben und bevorzugten Standorten, die Verwendungsmöglichkeiten, vielleicht als Heilkräuter, Bodenauflockerer, Schattenspender, Versteck und Lebensraum für die unterschiedlichsten Wildtiere. Wir kamen vorbei an Insektenhotels und an einem Bienenhaus, das der örtliche Imkerverband betreibt und Anfängern der Imkerei auch das Handwerk beibringt. Seit 1997 wird dieses 10.000 qm große Areal stetig bearbeitet, re-naturiert und mit heimischen Pflanzen bestückt. Es befindet sich auch eine Wasserlandschaft inmitten des Gartens, aus kleinen Rinnsalen, sumpfigen Tümpeln und einem Fischteich bestehend. Als besonderes Schmankerl hat sich bei unserem Besuch ein Unterwasser-Bunker herausgestellt, dessen Fenster es erlauben, das Leben unter Wasser zu beobachten. Wir haben nicht schlecht gestaunt, plötzlich einem glotzenden Karpfen gegenüber zu stehen. Im hinteren Bereich wird es, umkränzt von üppigen Frühlingsblumen, leicht esoterisch, man kann sich auf die Liegen des Wolkenkinos begeben, gleich ausprobiert von einer Teilnehmerin. Über zwei Stunden waren wir unterwegs, reicher an Wissen über unsere heimische Natur und traurig darüber, dass man es heute nicht mehr überall so erleben kann. Ein Besuch dort mit der Familie lohnt sich immer.

Zum Mittagessen und um den Nachmittag zu verbringen sind wir nach Taufkirchen an der Alz gefahren zum Landgasthaus Maier Gallenbach https://www.maier-gallenbach.de/ . Das schöne Maienwetter hat es erlaubt, dass die Wirtin Claudia einen Tisch draußen vor dem Hof gedeckt hat und uns in dieser romantischen Umgebung die bestellten „Ofenschubser“ servierte. Die Ofenschubser sind eine Art Fladenbrot oder vielleicht ähnlich dem elsässischen Flammkuchen, nur aus Produkten, die der Biobauer auf seinem Hof selbst erzeugt, so aus Dinkel und Einkorn, der Belag – auch in einer vegetarischen Variante – Tomaten, Pilze, Käse, Schinken, Pastrami und viele, frische Kräuter ist durchgehend Bio und wenn möglich auch aus Eigenerzeugung. Es hat super geschmeckt und wir hätten ewig dort sitzen können, wenn nicht Bauer Hilarius zum Aufbruch gerufen hätte, damit wir auch etwas von seinem Hof sehen. Jetzt bekamen wir bei einem Rundgang Einsicht in die biologische Führung einer Landwirtschaft, den Bauerngarten, Gemüse in Hochbeeten, die von den Schülern der Dorfschule bestellt und gepflegt werden, den Kräutern im Kräuter-Räucherhäuschen und den verschiedenen Hühnerrassen, die auf dem Hof gehalten werden. Wir lernten die kleine Eselherde kennen, deren Mitglieder allesamt schöne Namen führen und wir wurden auf ein gegenüberliegendes Feld geführt, um die Wildblumen unter den Getreidepflanzen selbst bestaunen zu können. Dann zeigte man uns eine kleine Anpflanzung von Essmaroni-Bäumen und am Ende bugsierte uns Hilarius in ein finsteres, gruseliges Kellerverlies, das früher als Vorratskammer und Eiskeller genutzt wurde. Wie gut, dass am Ende ein Freund des Hauses und Hobby-Bierbrauer www.brassatore.jimdo.com gerade vorbeigekommen war und uns von seinem Emmer-Bier probieren ließ. Wahrscheinlich habe ich noch etwas vergessen zu schildern, aber ich schwebte vor Begeisterung auf Wolke Nr. 7, da kann dann schon mal etwas hinunterfallen.

Text und Fotos: Helga Geistanger / 18.05.2019

Umweltgarten Wiesmühl  der Akeleiengarten

Umweltgarten Wiesmühl

Umweltgarten Wiesmühl  Frühlingswiese

Umweltgarten Wiesmühl

Umweltgarten Wiesmühl

Gallenbach

Gallenbach Wildblumenstrauss

Gallenbach Ofenschubser

Gallenbach

Gallenbach Kräuterstube

Gallenbach Eselei

Fotos: Helga Geistanger

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