Der Unterwirt in Fridolfing wird Unterstützer von Slow Food

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Sieben Monate sind vergangen seit der Unterwirt in Fridolfing in "neuem Kleid" eröffnet wurde. Aus einem alten Traditionswirtshaus, das in die Jahre gekommen war, entstand ein sympathisches, modernes Gasthaus mit einladendem Restaurant und fünf nagelneuen Gästezimmern. Annelies Kiermaier hat hier ihren Traum Realität werden lassen. Seit vielen Jahren von der Idee des Slowfood-Gründers Carlo Petrini überzeugt und inspiriert, wollte die gebürtige Fridolfingerin zeigen, dass Essen aus regionalen Produkten zum kulinarischen Erlebnis werden kann und man gleichzeitig Nachhaltigkeit im ländlichen Raum unterstützt. Zurück liegen zwei Jahre Planung und Umbau mit vielen Hürden, Schwierigkeiten und der Abschied vom italienischen Partner, mit dem sie eigentlich diesen Traum gemeinsam geträumt hatte. Noch in der fortgeschrittenen Planungsphase erlag er einer plötzlichen Krankheit. Mit dem nötigen Durchhaltevermögen zog sie das Projekt durch und kann heute stolz auf ein Kleinod schauen.

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Schon vor ein paar Wochen zeigte mir Frau Kiermaier ihr Haus, ich konnte vor allem die geschmackvolle Ausstattung des Restaurants aber auch

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die der Gästezimmer, jedes in einer anderen Farbe dekoriert, sehen. Außerdem erfuhr ich etwas über die Geschichte dieses Wirtshauses; schon im 16. Jahrhundert wurde es mit einer Konzession ausgestattet, damals hieß das: "reale Wirtsgerechtigkeit". Dies ist auf die günstige Lage an der Salzach zurückzuführen, vor 500 Jahren ein wichtiger Salzhandelsweg.

Die Küche widerspiegelt die Verbundenheit mit der Region und will beweisen, dass Lebensqualität auf dem Lande bestehen kann. Die regionalen Gerichte - der Kreativkoch Marus Werner ist hier am Werk - werden durch ausgewählte, frische mediterrane Zutaten ergänzt bzw. angerichtet. Die Menükarte listet vorbildlich transparent die Lieferanten auf und ermöglicht dem Gast nachzuvollziehen woher die Zutaten stammen. So war es nur konsequent, dass der Unterwirt in Fridolfing auch offizieller Unterstützer von SlowFood wurde.

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Am Mittwoch war es dann endlich soweit und ich konnte mit ein paar Freunden dort einen Besuch zum Essen machen. Das Menü stand unter dem Motto "Faire Woche", dieses passend, die Aufnahme der Kommune als "Fairtrade-Gemeinde" kulinarisch zu unterstützen. Die Gerichte waren so verlockend, dass es schwer fiel sich für etwas zu entscheiden. Jemand bestellte "Gockltee" und erhielt eine Hühnersupe mit Steinpilzravioli in einem Glas serviert, sehr attraktiv.

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Ruperti-Rind stand ebenfalls auf der Karte und wurde vom Fleischliebhaber unter uns gewünscht. Ein perfekt rosa gegartes Stück bestes Rindfleisch wurde gebracht.

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Ich selbst entschied mich für Zucchini-Bulgur-Pflanzerl mit Büffelmozzarella und Kirschtomaten, genau nach meinem Geschmack.

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Als Dessert orderte ich "Heumandl", eine Zuckerwatte-Komposition mit Heu-Eiscreme und Zwetschgen Gelee. Sogar der Zucker stammt aus fairem Handel. Ich hatte noch nie "Heu-Eis" gegessen, es schmeckte nach duftenden Bergwiesen! Das Heu stammt übrigens vom uns schon bekannten Bauer Wagner, eigentlich gedacht als Futter für die prächtigen Murnauer Werdenfelser Rinder, ein bisschen wurde abgezweigt für die extravagante Eiskreation. Klar, dass die Getränke in schönen Gläsern serviert werden, da schmeckt der Wein gleich noch besser.

Der Unterwirt in Fridolfing ist eine kulinarische Bereicherung für die Region.

Gasthaus Unterwirt, Hadrianstraße 26, 83413 Fridolfing, Telefon 08684-9697609

(Text und Fotos Helga Geistanger, 25.09.2015)

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