Besichtigung der Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau eG am 18. Oktober 2016

Besichtigung der Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau eG am 18. Oktober. 2016

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Immerhin 25 Interessenten hatten sich an einem Dienstagvormittag eingefunden. Nach der Begrüßung durch Frau Heine, die Nachhaltigkeitsbeauftragte der Milchwerke, erzählte uns der Geschäftsführer Berhard Pointner alles Wichtige über die Milchwerke.

Die Genossenschaft wurde bereits 1927 gegründet. Heute garantiert diese Gesellschaftsform ein besonders behutsames und nachhaltiges Wachstum des Betriebes. Zudem bedeutet es, dass der Betrieb nicht für Aktionäre und Investoren arbeitet, sondern für seine Mitglieder. Der Standort in Piding besteht seit 1986. Er umfasst 60.000 qm Fläche. Aktuell sind knapp 1800 aktive Landwirte Mitglied, davon 465 Bio-Bauern. Der Einzugsbereich erstreckt sich entlang der nördlichen Voralpen vom Mondsee bis Garmisch.

Die tägliche Milchanlieferung liegt bei durchschnittlich 800.000 kg Rohmilch, davon werden 50 Prozent täglich abgeholt. Die Jahresleistung liegt bei knapp 300 Mio. kg Milch (dies entspricht nur 0,8 % der deutschen Milchproduktion!), vor 30 Jahren waren es 30 Mio. kg! Etwa 30 % der verarbeiteten Milch sind bereits Bio. Die wöchentliche Fahrleistung der LKW liegt bei 46.000 km.

Seit eineinhalb Jahren bezahlt die Molkerei an ihre Bauern die höchsten Milchpreise in Deutschland und Österreich (aktuell: 39,85 Cent brutto für Bergbauernmilch, 58,12 Cent für Demetermilch). Insgesamt werden 150 Artikel hergestellt, alle vor Ort in Piding. Geliefert wird in Deutschland und 14 weiteren EU-Länder. Discounter werden nicht beliefert.

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Die Kühe bekommen als Futter überwiegend Gras, Heu und Silage. Grüne Gentechnik ist verboten. Seit 20 Jahren dürfen die Genossen keinen Klärschlamm mehr auf ihre Wiesen ausbringen. Sie werden seit Jahren auch homöopathisch geschult, was sehr zur Tiergesundheit beigetragen und den Antibiotikaeinsatz gesenkt hat. Durch den hohen Grünfutteranteil hat die Bergbauernmilch einen besonders hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, den sogenannten Omega-3-Fettsäuren. Ab 2017 wird zum überdurchschnittlichen Milchpreis zusätzlich eine Tierwohl- und Weideprämie bezwahlt werden.

Bei der anschließenden sehr angeregten Diskussion wurden viele Übereinstimmunen zwischen der Molkerei Berchtesgadener Land und der Slowfood-Philosophie festgestellt.

Bei der interessanten Führung durch die Produktions- und Lagerräume wies Frau Heine auf den fairen Einkauf von Bio-Bananen, Bio-Zucker und Bio-Schokolade direkt bei den Erzeugern in Lateinamerika hin.

Zum Abschied bekamen wir alle eine reichlich mit Bergbauernprodukten gefüllte Kühltasche geschenkt.

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Die Besichtigung ließen wir mit einem Mittagessen in neu eröffneten Landgasthaus Goberg am schönen Dorfplatz von Anger ausklingen. Bei den Gesprächen zeigten sich die Teilnehmer vom Konzept der Molkerei Berchtesgadener Land wirklich sehr beeindruckt.

Fotos: Helga Geistanger, Text: Anton Mirlach

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