Slow Food erkundet gutes Wasser bei der Siegsdorfer Petrusquelle

Gutes Wasser bei der Petrusquelle in Siegsdorf

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Unter diesem Titel machte sich das Slow Food Convivium Chiemgau-Rosenheimer Land auf, die Welt des Mineralwassers zu erkunden. Zunächst führten uns Josef Forster, Betriebsleiter der Siegsdorfer Petrusquelle und Marion Mader, Doemens-Wassersommelière, durch den mittelständischen Betrieb. Aktuell waren über 2 Mio. Euro investiert worden, um die völlig unbehandelt, frei aus dem Berg in die Flaschen fließende Petrusquelle den Menschen auch zukünftig bereitstellen zu können. Als wir durch den Betrieb liefen, wurde jedoch gerade fritz-kola abgefüllt. Die Petrusquelle füllt die bekannte Newcomer Cola für Südbayern und Österreich ab.

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Danach zeigte uns unser Orga-Team-Mitglied und Wassersommelier-Lehrer Manfred Mödinger die kritische Lage des Trinkwassers in Deutschland auf und wie Medien gerne das „Märchen vom besten Lebensmittel“ erzählen. Dabei ging es nicht nur um die Nitratproblematik, denn Rückstände aus Pflanzenschutzmitteln und Medikamenten setzen der Wasserqualität in Deutschland immer stärker zu.

Nach den unangenehmen Fakten rund ums Wasser konnten wir uns der genussvollen Seite des nassen Elements widmen. Frau Mader und Herr Mödinger hatten eine Verkostung mit sechs, sehr unterschiedlichen Mineralwässern vorbereitet, so dass die ganze Bandbreite des Eigengeschmacks von Wasser erkundet werden konnte. Wir lernten, dass das klassische „Entschlackungswasser“, gering mineralisiert und ohne Kohlensäure, auch sehr gut zu fruchtbetonten Rotweinen und großen Gewächsen passt. Das ausgewogen mineralisierte, kochsalzarme Mineralwasser der Siegsdorfer Petrusquelle ist nicht nur zur Babynahrung geeignet, sondern auch das ideale „Weiß-weinwasser“, da es bei säurebetonten Weißweinen die Säure leicht mildert, ohne den Wein zu stark zu beeinflussen.

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Bemerkenswert war, wie unterschiedlich in den Inhaltsstoffen sehr ähnliche Wässer schmeckten. Die Chemie kann ein Wasser doch nicht vollständig beschreiben. Weiter verkosteten wir „trocken“ schmeckendes Calciumsulfat-Wasser neben weich und seifig daher kommendem Natriumhydrogencarbonat-Wasser. Erstaunlich welche Bandbreite die Natur bereithält, denn laut Gesetz darf natürlichem Mineralwasser außer Kohlen-säure nichts hinzugefügt werden.

Der krönende Abschluss war das magnesiumreichste Mineralwasser der Welt aus der Donat-Quelle aus Rogaska in Slowenien. Für Extremsportler ideal mineralisiert, war es für empfindliche Geschmacksnerven doch sehr gewöhnungsbedürftig.

Herzlichen Dank an die Petrusquelle für diese Reise zum guten Wasser, die mit einem hervorragenden, gemeinsamen Abendessen im Klostergasthof Maria Eck einen runden Abschluss fand.

(Bericht: Mödinger, Fotos: Hirschpoltner)

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