Slow Food Mainfranken_Hohenlohe

Medienarchiv 2015

Conviviumzeitschrift ab jetzt auch auf dem Rechner zu lesen

28.12.2015 - Die aktuelle Ausgabe 1-2016 der Conviviumzeitschrift ist nunmehr auch elektronisch verfügbar. Sie ist als pdf-Dokument zentral gespeichert. Die einzelnen Seiten sind durch Scrollen nacheinander aufrufbar, die Schriftgrößen erlauben ein leichtes Lesen. Nach wie vor ist die Zeitschrift - sie erscheint viermal im Jahr, jeweils zu Quartalsbeginn - auch als Druckwerk  kostenfrei verfügbar an über 200 Auslagestellen im Conviviumgebiet. Bedingt durch die Feier- und Ferientage wird die gedruckte Version allerdings erst in der 2. Januarwoche ausgeliefert werden können.

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Slow Food Weihnachtsmenü mit Dessert aus Unterhaid

21.12.2015 - Auch heuer publizierte Slow Food Deutschland wieder auf www.slowfood.de ein Weihnachtsmenü, das zweite überhaupt. Wie auch das erste Ende 2014 umfasst das heurige vier Gänge. Waren es seinerzeit Rezepte und Ideen von Küchenchefs, repräsentieren die Rezepte 2015 den Einfallsreichtum von Küchenchefinnen, ebenfalls wie beim ersten Weihnachtsmenü von empfohlenen Betrieben des Slow Food Genussführer 2015/16. Niedersachsen, Berlin, Baden-Württemberg und Bayern stellen heuer, die drei letzteren zum zweiten Male, die empfohlenen Restaurants: in Clausthal-Zellerfeld, Berlin-Eichwalde, Stuttgart und Unterhaid (westlich Bamberg). Und letzteres ist eine Empfehlung des Conviviums: das "Alte Rathaus" in Unterhaid, ein Ortsteil von Oberhaid, etwa 10 km westlich von Bamberg und mit direktem Autobahnanschluss. Hier, wo heute fröhlich getafelt wird in einem Gebäude von 1648, das bis 1978 als Rathaus des Dorfes genutzt wurde, ist Doris Pfeifer die Chefin, in der Küche freilich waltet Sabine Steuer - und von ihr stammt auch das Dessert-Rezept: Lebkuchen-Crème brûllée mit Rotwein-Pflaumen. Dem heimeligen Ambiente dieser urgemütlichen Weinstube ganz in Holz (das Haus natürlich ein Fachwerkbau) mit seinen soliden blank-massiven Tischen und Stühlen entspricht auch die Küche: sie vertraut weitgehend auf heimische Produkte, pflegt die regionalen Rezepte aber auf eigene, mordernisierte Art. Mehr über das Menü und seine Rezepte erfährt man auf www.slowfood.de/aktuelles/

Foto: © xy/Slow Food


Schnellerer Zugriff auf die Informationen

19.12.2015 - Mit dem heutigen Tag ab 17 Uhr ist die seit dem 13. Dezember bestehende Baustelle der Convivium-Webseite aufgehoben: Alle Funktionen sind nun wieder aktiv. Neu ist nicht nur die starke Konzentration der Information auf weniger Ebenen: 1) Das Inhaltsregister umfasst neben der "Startseite Mainfranken-Hohenlohe" nur noch sechs "Reiter": Aktuelles, Unsere Themen & Initiativen, Veranstaltungen, Nahrung für Gedanken, Restaurant- & Einkaufsführer, Über uns; dahinter verbergen sich allerdings rund 400 Seiten!  2) Man erreicht nun die meisten Informationen mit einem Klick weniger. 3) Die Inhaltsverzeichnisse der einzelnen Ordner und Kapitel sind nun Stichwortlisten zum Anklicken (zuvor waren es Texte mit integrierten anklickbaren Stichwörtern).Themen lassen sich nun also schneller erreichen als bisher. Aus Conviviumssicht besonders attraktive Thematiken sind noch schneller direkt erreichbar: Das schon bisher etablierte Zusatz-Inhaltsverzeichnis in Spalte 3 wurde optimiert und erspart dem Nutzer mindestens einen Klick.


Kleine Kick-off-Veranstaltung für Regionen kochen SLOW

Offizielles Willkommen durch Gerd Sych (links, Conviviumleiter) und Andreas Schneider (Regionsbetreuer Bamberger Land) - Foto: HW Bunz

31.10.2015 - (-hwb) Die Sonne schien prächtig auf den Maxplatz in Bamberg: Hier war der Treffpunkt für Presse und Conviviumleitung anlässlich des Starts der Novemberaktion des Conviviums "Regionen kochen SLOW". 27 Gasthäuser, Gasthöfe und Restaurants in vier der sechs Conviviums-Regionen, nämlich Bamberg, Rhön, Fränkisches Weinland und Tauberfranken, beteiligen sich. Nach der ersten erfolgreichen Auflage 2014 in Bamberg, der einzigen Stadt Deutschlands mit vier Passagieren der Slow Food Arche des Geschmacks, die weltweit schon 2.700 Passagiere zählt und weiter rasant wächst, wagte die Conviviumleitung den Schritt in die Fläche - mit unerwartet großem Erfolg. Einen Höhepunkt bei diesem öffentliche Pressetermin war die kleine "Vorlesung" vom Dr. Marc Redepenning, Professor für Sozial- und Bevölkerungsgeografie an der Uni Bamberg; er untersuchte ganz im Slow Food Sinne den Slogan "Bamberg kocht SLOW", wobei er den Satz zerlegte und bei Bamberg die Bedeutung des Lokalen behandelte, bei "kocht" das Kochen ganz generell betrachtete als eine wichtige Fähigkeit für eine gesunde, vielfältige und eigenverantwortliche Ernährung. Bei SLOW hob er den Wert der persönlichen Entschleunigung gerade in einer Welt ständig zunehmder Geschwindigkeit, die dabei ist, die Menschen krank zu machen.

So mancher der mitwirkenden gastronomischen Betriebe, alle sehr renommiert, hat schon die eine oder andere Erfahrung mit dem einen oder anderen Archepassagier, vor allem dann, wenn man als Mitglied oder Unterstützer mit Slow Food seit Jahren verbunden ist. Nicht wenige freilich widmen sich erstmals diesen seltenen Produkten, nicht zuletzt auch deshalb, weil man das Produkt oder einen Erzeuger dazu nicht kannte. Das Convivium hat, so erwünscht, Hilfestellung beim Verbindungen knüpfen geleistet.

Die Spannbreite der Angebote ist durchaus erheblich. Manche Betriebe servieren nur ein Gericht mit einem Archepassagier, andere vereinigen darin zwei oder gar drei Passagiere und Kandidaten der regionalen Slow Food Arche des Geschmacks. Wieder andere stellen ein Menü zusammen mit mehreren Archepassagieren - und Hotel Restaurant "Laurentius" in Weikersheim (ein überzeugter Slow Food Unterstützer) stellte gar eine ganze Speisenkarte mit sehr vielen Archepassagieren zusammen, wobei man dort im Süden sich auch der Schwäbischen Alb etwas verbunden fühlt und deshalb auch drei Archepassagiere von dort in das Angebot aufnahm. 


Conviviumsmitglieder ausgezeichnet beim B-W Genussgipfel 2015

27.10.2015 - (-hwb) Der 3. Genussgipfel Baden-Württemberg, eine 2012 gestartete Initiative der Landesregierung in Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen, fand heuer in Schwäbisch Hall statt vom 22. bis 24. Oktober. Im Gegensatz zum Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (Grüne), Alexander Bonde, der sehr im Allgemeinen verblieb, ragte unter den Eröffnungsreden jene der Vorsitzenden von Slow Food Deutschland e.V., Dr. Ursula Hudson, deutlich  hervor durch klare Ansage, Fülle der Fakten und zielorientierte Programmatik.Sie beeindruckte, wie in Gesprächen zu hören war, die Zuhörer im großen Saa des so genannten Neubau, dem gewaltigen, einstigen Zeughaus der Stadt Schwäbisch Hall. Zum Genussgipfel gehören auch die Bekanntgaben von besonderen Leistungsträgern, den so genannten Genussbotschaftern und der kulinarischen Spurensucher; letztere suchen fast vergessene Spezialitäten, seien es Ausgangsprodukte wie Obstsorten, seien es verarbeitete Lebensmittel - gewissermaßen eine Parallelität zur Arche des Geschmacks von Slow Food, welche wohl das Vorbild war.

Vor diesem Hintergrund war es nicht erstaunlich, aber eine offizielle Anerkennung von Slow Food und dass einer der beiden Genussbotschafter 2015 unser Conviviumsmitglied Dietmar Hofmann war, Bio-Erzeuger (Demeter zertifiziert) des Fränkischen Grünkern g.U. (Foto: D. Hofmann am Darrofen für Fränkischen Grünkern g.U., Archiv) und zugleich omnipräsenter Repräsentant für sein Produkt nicht nur bei Slow Food Messen und Ausstellungen. Bereits schon zu den vorherigen Genussgipfeln wurden zwei weitere Conviviumsmitglieder als Genussbotschafter gewählt: Rudolf Bühler, Vorstandsvorsitzender der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall, und Bernulf Schlauch, Regionsbetreuer Hohenlohe, für seine vielfältigen Aktivitäten nicht nur im Zusammenhang mit der Entwicklung von alkoholarmen Blüten-Schaumweinen.

Die Zahl der geehrten Spurensucher war stattlich. Darunter glänzte auch unser Conviviumsmitglied Antje Kunz mit der fast vergessenen, im Hohenlohischen heimische Schlankeles-Birne - eine sehr selten gewordene Streuobstbirnenart, die sehr elegante Birnenbrände ergibt - und der Wiederentdeckung der Schwarzen Nüsse, entbitterte, unreife Nüsse (sie dürfen nicht später als Juni geerntet werden, also wenn ihre spätere Nussschale noch butterweich ist), die es in salziger oder süßer Version geben kann, und zur Begleitung von Haupt- wie Nachspeisen dienen; auch dieses einst vielfältig genutzte Produkt ist heute eine absolute Rarität, nicht zuletzt, weil sie eine Menge Aufwand verlangt und eine sehr lange Lagerungsdauer bis sie delikalt wird. 


27 Gasthäuser in vier Conviviumsregionen kochen SLOW

Foto: Manger

Fränkisches Gelbvieh (Foto: Manger)

24.10.2015 - Im November werden in vier Regionen des Conviviums - Obermain, Rhön, Fränkisches Weinland und Tauberfranken - 27 Gasthäuser und Restaurants wenigstens ein Gericht auf der Speisenkarte mit Produkten der regionalen Slow Food Arche des Geschmacks anbieten. Es sind dies sowohl mit Slow Food verbundene als auch neutrale Betriebe. Diese Initiative - 2014 durch Andreas Schneider, Betreuer der lokalen Region Bamberg in der Region Obermain, erfolgreich für Bamberg mit sieben Bamberger Gasthäusern initiiert - ist nun für 2015 auf weitere Regionen ausgeweitet worden. Auch heuer wurde wieder der in der Gastronomie etwas ereignislose Monat November dafür ausgesucht. 
     Zum gegenwärtigen Zeitpunkt haben ihre Teilnahme an der Aktion zur Förderung seltener, vom Aussterben bedrohter heimischer Spezialitäten zugesagt diese Betriebe: 
- Region Bamberg: Erneut zugesagt haben die Bamberger Gasthäuser Hofbräu Bamberg*, Pelikan*, Kleehof in der Gärtnerstadt, Suppenplantage und der Brauereigasthof Spezial. Neu dazu gestoßen ist das Café-Bistro Das Faltboot (ein Betrieb des Inhabers des Hofcafé, das 2014 teilnahm) und das Brauereigasthaus Schlenkerla*. Als Archepassagiere stehen zur Verfügung die Kartoffelsorte Bamberger Hörnla, der Bamberger Spitzwirsing und der Bamberger Knoblauch; letzterer erlebt gegenwärtig durch die Slow Food Aktivitäten eine Renaissance.
- Region Rhön: Hier sind es aktuell fünf Betriebe, die sich den Archepassagieren Bamberger Hörnla (das auch in der Rhön angebaut wird), Ostheimer Leberkäs, Rhönschaf und Rotes Höhenvieh sowie dem Archekandidaten Fränkisches Gelbvieh widmen: in Bad Brückenau das Restaurant Ludwig* im Dorint Resort & Spa Bad Brückenau, in Bischofsheim das Gasthaus Dickas*, das sogar zwei Gerichte anbieten wird, in Fladungen der Berggasthof Sennhütte* mit ebenfalls zwei Gerichten, in Oberelsbach-Ginolfs das Restaurant Fischerhütte Edwin* und in Hammelburg-Morlesau der Landgasthof Nöth*, der auch zwei Gerichte vorsieht.
- Fränkisches Weinland: Sieben Betriebe sind haben sich zum Mitmachen verpflichtet: in Marktbreit das Restaurant "Alter Esel" *, in Schweinfurt die Weinstube Hess*, in Werneck-Zeuzleben der Gasthof "Zum Auerhahn" * und in Würzburg das Restaurant Mae dee, das Gasthaus Tilman, das Weinhaus Schnabel und die Weinstube unter dem Glockenspiel. Sie wählen unter diesen Archepassagieren: Bamberger Hörnla, Fränkisches Gelbvieh und Schwäbisch-Hällischen Landschwein sowie den Kandidaten Alter fränkischer Satz und Sennfelder Stiel, ein autochthoner Mangold aus dem Gärtnerdorf am Rande von Schweinfurt. 
- Tauberfranken: Hier haben sich ebenfalls sieben Betriebe zum Mitmachen entschlossen: das Stadtpalais in Wertheim, das Restaurant "Stammberger" im Hotel St. Michael in Tauberbischofsheim, die Gaststätte Distelhäuser Brauhaus der Distelhäuser Brauerei in Tauberbischofsheim-Distelhausen, die Weinherberge Rebgut in Lauda, das Gasthaus Krone in Niederstetten-Wermutshausen, das Hotel Restaurant Bistro "Laurentius" in Weikersheim, das Landhaus zum Falken in Adelshofen-Tauberzell. Hier hat man eine reiche Auswahl an Archepassagieren: Fränkischer Grünkern g.U., Schwäbisch-Hällisches Landschwein, Weideochse vom Limpurger Rind g.U. und Rotwein vom Tauberschwarz. 
    Das Convivium unterstützt sie alle kommunikativ mittels seiner Medien und durch aktive Pressearbeit. Die Erfolgschancen für die Aktionsteilnehmer sind gut, denn in Deutschland haben regionale Produkte und die wiederentdeckten lokalen Spezialitäten Hochkonjunktur. Zugleich schaffen heimische Produkte Verschiedenheit in den Speisen und stärken damit die lokale und regionale Identität und - weil das Geld im Lande bleibt - den Wohlstand der Region. Ein nicht zu unterschätzender Nebeneffekt ist die dabei entstehende Stärkung der regionalen Lebensmittelsouveränität. 


11 bayerische Slow Food Betriebe bei Rhöner Genuss-Tour 2015

09.09.2015 - Die zweite Auflage der Broschüre "Rhöner Genuss-Tour", ein Projekt der Dachmarke Rhön und gestern in Bad Brückenau der Öffentlichkeit vorgestellt, ist mit 296 Seiten im LangDin-Format ein stattliches, aber bequem mitzuführendes Buch geworden. Ein Buch, das für Einwohner, Wanderer und Touristen ein echtes Vademecum fürs Genießen rhönerischer Speisen und heimischer Lebensmittel ist. Seit der ersten Auflage vor drei Jahren ist der Inhalt kräftig gewachsen: von damals 204 Seiten mit 91 Betrieben auf nunmehr 135 Betriebe. Mehr als die Hälfte, nämlich 76 stellt dabei Bayern (die übrigen 59 Hessen und Thüringen) - und 11 davon sind als Mitglieder und/oder Unterstützer mit Slow Food verbundene Erzeuger (4) und Gastronomen (7), nämlich die Metzgerei Anton Koob, Bad Neustadt-Brendlorenzen, der Landwirt Christian Hoch mit Christians Erdbeer- und Geflügelhof, Mellrichstadt-Eußenhausen, Weinbau Keller, Ramsthal, und Bolds Schnapsideen, Wartmansroth-Neuwirtshaus sowie das Dorint Resort & Spa Bad Brückenau, Staatsbad Bad Brückenau, Vorndrans Brennerei & Gasthaus "Dickas", Bischofsheim, Küchenchef Jan Kirchhof im Hotel Ullrich, Elfershausen, Familie Klingenbergs Berggasthof und Hotel Sennhütte, Fladungen, Harald Spaths Hotel und Landgasthof Nöth, Hammelburg-Morlesau, Schulze-Diekhoffs Bio-Hotel Sturm / Garten & Spa, Mellrichstadt, sowie Bettina Herberts Restaurant Fischerhütte Edwin, Oberelsbach-Ginolfs.
    Die Aufnahmekriterien für den Status Partnerbetrieb des Biospährenreservats Rhön mit dem Recht und der Pflicht, das Dachmarken-Siegel Die Rhön - Qualität des Biosphärenreservats! sind durchaus fordernd und können auf der Webseite der Dachmarke Rhön eingesehen werden.


Geschlossen: Netzwerk-Gasthaus "Da Ricci"

05.09.2015 - Erst jetzt haben wir erfahren, dass bereits seit einiger Zeit das Ristorante von Slow Food Mitglied Ricci Duro "Da Ricci" in Würzburg-Rottenbauer, ein Mitglied im Netzwerk des guten Geschmacks geschlossen ist. Die Gründe dafür liegen nicht in mangelndem Zuspruch, sondern - so Duro - in Schikanen der Nachbarschaft, denen er sich nicht mehr aussetzen wolle. Ricci Duro hat sich deshalb entschlossen, sein Restaurant in Rottenbauer, das sein Eigentum ist, zu vermieten an einen Nachfolger, der ebenfalls ein italienisches Lokal betreiben wird. Er selbst hat seinen Wirkungskreis verlegt in die Stadtgalerie in Schweinfurt, wo er nun als Trattoria "Da Ricci" firmiert,. Hier, im Oberstockwerk, verwirklicht er seine Küche in gleicher Qualität und Art wie zuvor in Rottenbauer, selbstverständlich alles frisch gekocht und mit selbst gemachten Teigwaren. Sein Fleisch- und Wurstwarenlieferant ist nun die örtliche Metzgerei Uehlein, übrige Lebensmittel bietet ihm die örtliche Groma, wo er, so seine Aussage, bis auf die Seefische alles aus der Region bekomme. 


Ausgemustert: Zwei Gasthäuser

23.08.2015 - Von den 41 vom Convivium empfohlenen Gasthäusern sind zwei nicht mehr relevant. Der Grund bei dem einen, es handelt sich um das "Rössle" in Bretzfeld, ist die räumliche Veränderung der Inhaber: die Familie Gehr ist nun der Pächter und Gastgeber des Gasthof "Roter Ochse" im Freilandmuseum Wackershofen nahe Schwäbisch Hall. Auch hier wird konsequent die gleiche Qualität geliefert wie im "Rössle": nämlich eine anspruchsvolle regionale Küche wie  Slow Food sie liebt aus regionalen Produkten in Bio-Qualität; denn man ist zertifiziert von Bioland. Tagsüber wird eine einfachere, schnellere Küche geboten, abends jedoch eine vergleichbar jener im "Rössle". Montag ist Ruhetag, Sonntag bis 18 Uhr geöffnet, an allen anderen Tagen bis 23 Uhr.
    Beim zweiten Betrieb handelt es sich um das Restaurant "Zum Schlosswirt" in Schloss Aschach bei Bad Bocklet. Der Koch ist nach wie vor derselbe, nämlich Rainer Ernst, doch hat er aus nicht bekannten Gründen - es muss aber welche geben - seine Küche verändert, leider in einer Weise, die dem Qualitätsanspruch des Slow Food Genussführers nicht mehr gerecht wird. Er selbst wünscht, Slow Food solle ihn vergessen.


Conviviumsmitglied ermöglicht 11 Gärten für Afrika

15.08.2015 (-hwb) - Das ist sicherlich einmalig nicht nur in Deutschland, dass eine Person 11 Gärten im Slow Food Projekt 10.000 Gärten für Afrika ermöglicht. Es ist unser Mitglied Philip Dean Kruk-De la Cruz. Die von ihm ermöglichten Gärten sind sowohl unter seinem Namen – es sind fünf –, als auch weitere sechs unter dem Namen des von ihm gegründeten Vereins Pro Terra e.V. öffentlich registriert. Es sind durchweg Schulgärten in den Staaten Äthiopien (Databana School Garden, Dokato School Garden und ein neuer Standort), Kenia (zwei neue Gärten in der Region Mount Kenya), Somalia (Majabto School Garden, Ugunji School Garden und ein weiterer neuer) und Tanzania (Uraki Primary School Garden und zwei weitere neue Gärten). Zusammen mit den drei durch das Convivium ermöglichten Gärten (zwei davon in Kenya und einer in Südafrika) kann - dank der Großzügigikeit des wahrhaft engagierten Einzelspenders Kruk-De la Cruz - das Convivium auf nunmehr 14 Gärten für Afrika verweisen.
      Doch sollte dieses außerordentliche Engagement uns ermuntern, uns erneut ebenfalls für einen oder zwei weitere Gärten zu engagieren. Denn es sind Initiativen wie diese, die helfen können, den Menschen in ihrem eigenen Lande eine Perspektive zu geben und Mut machen, im Lande zu bleiben. (Foto M. Reuss: Ernte im Garten in Kagamega, Kenya)


Conviviumsregionen kochen Slow

 29.07.2015 - Nach dem erfolgreichen Start von "Bamberg kocht Slow" im vorigen November erweitert das Convivium diese Idee des Kochens mit regionalen Produkten (und Kandidaten) der Arche des Geschmacks aufs ganze Conviviumsgebiet. Einige der Bamberger Gastronomen vom vergangenen Jahr haben bereits wieder zugesagt. Nun sind wir gespannt, wie dieser Gedanke der Förderung lokaler Spezialitäten bei den Gastronomen in den Regionen von der Rhön bis ins Hohenlohische und vom Obermain bis ins Spessart-Mainland von ausgewählten Restaurants angenommen wird. Der vorgesehe Aktonszeitraum ist November 2015.

Es stehen diese Arche-Passagiere bzw. Kandidaten für die Arche des Geschmacks zur Verfügung:
► Raum Bamberg und Obermain: Bamberger Hörnla (Passagier), Bamberger Knoblauch (Passagier), Bamberger Spitzwirsing (Passagier), Schwarz-Blaue Frankenwälder Kartoffel (Passagier); 
► Raum Rhön und Grabfeld: Rotes Höhenvieh (Passagier), Ostheimer Leberkäs (Passagier), Rhönschaf (Passagier), Bamberger Hörnla (Passagier), Thüringer Waldziege (Kandidat), Frankenziege (Kandidat), Wein Alter fränkischer Satz (Kandidat); 
► Raum Spessart-Mainland: Rotes Höhenvieh (Passagier), Wein Alter fränkischer Satz (Kandidat), Fränkisches Gelbvieh (Kandidat); 
► Raum Fränkisches Weinland: Bamberger Hörnla (Passagier), Fränkisches Gelbvieh (Kandidat), Wein Alter fränkischer Satz (Kandidat), Blauer Silvaner (Kandidat), Mangold Sennfelder Stiel (Kandidat); 
► Raum Main-Tauberkreis: Alblinse (Passagier), Fränkischer Grünkern g.U. (Passagier), Wein Tauberschwarz (Passagier), Weideochse vom Limpurger Rind g.U. (Passagier), Schwäbisch-Hällisches Landschwein (Passagier); 
► Raum Hohenlohe: Alblinse (Passagier), Fränkischer Grünkern g.U. (Passagier), Weideochse vom Limpurger Rind g.U. (Passagier), Schwäbisch-Hällisches Landschwein (Passagier)


Wir trauern um Jürgen Höpfl

07.07.2015 - Unser Kollege und Freund Jürgen Höpfl ist tot. Er starb unerwartet für uns am 24. Juni 2015. Ja, wir wussten von seinem Leiden, aber wir wussten nicht, dass es so schlimm um ihn stand, da er bis zuletzt auch in seinem Beruf sehr aktiv war. Wir, die Conviviumleitung, der er angehörte, trauern sehr um Jürgen, denn er war nicht nur ein engagierter Slow Fooder, sondern auch ein guter, immer konstruktiv denkender lieber Freund. Als Journalist hat er für das Convivium Hohenlohe-Tauber-Main-Franken die Pressearbeit verantwortet und damit viel Gutes angerichtet. Denn durch ihn wurde Slow Food zu einem bekannten Namen (und das Convivium dazu) in der Region mit den richtigen Assoziationen. Er hinterlässt eine schmerzliche und große Lücke bei uns, die wir zu füllen nicht wissen.

Im Namen der gesamten Conviviumleitung
Gerd Sych, Holger Riegel, Hans-Werner Bunz


"Jungfernwein" unseres Pfahlweinbergs in der Flasche

16.05.2015 - Das Convivium lud die Rebstockpaten vergangenen Mittwoch (13.05.2015) zur 1. Flaschenweinprobe des Alten fränkischen Satzes in Pfahlerziehung aus der Lage Ickelheimer Schlossberg im Gut des Winzers Bürk im nahen Weimersheim. So um die 30 Paten - alles Mitglieder des Conviviums - kamen angereist (für jene aus Berlin, Nordrhein-Westfahlen oder München war der Weg wohl zu weit). Der Wein ist seit kurzer Zeit in der Flasche, doch die Etiketten sind noch im Druck; das Foto zeigt aber schon das endgültige "Outfit" der Vorderseite. Der Wein hat eine mächtige Mineralität, so Josef Engelhardt von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau in Veitshöchheim und Experte für alte Rebsorten, geschmacklich im Mund voluminös wie eine gereifte Spätlese - und das bei nur 10,5 % Alk. 0,2 g Zucker und 6,2 g Säure! Durch die vielen Aromen der 18 Weinsorten ist der erste Schluck etwas gewöhnungsbedürftig, doch schon der zweite schmeckt und der dritte noch mehr. Es ist ein - so die allgemeine Meinung - sehr gelungener Anfang, der begierig auf die weitere Entwicklung des Weinbergs und - damit verbunden - der kommenden Weine macht.          Der Dank gilt vor allem dem Winzer, unserem Mitglied Ulrich Bürks, und Gerd Sych mit den vielen begeisterten Helfern, die allesamt Rebstockpaten sind, und große Arbeitsleistungen im steilen Weinberg vollbrachten; ohne ihr Engagement wäre die Rettung des Weinbergs nicht gelungen - und folglich gäbe es keinen Wein. 

Foto: Joachim Heinke

Unsere Stellungnahme zum Thema Slow Wein

29.03.2015 - Den Vorschlag der Wein AG haben wir in unserem Convivium auf zwei Veranstaltungen ausführlich diskutiert, zum einen bei einer Schneckentafel in Würzburg, an der Mitglieder und Winzer (mehrheitlich Biowinzer) teilgenommen haben, zum anderen bei unserer Mitgliederversammlung im März 2015. Zudem haben wir viele weitere Gespräche mit Mitgliedern und Slow Food Unterstützern geführt.

Wir fassen den Konsens dieser Diskussion hier zusammen:
1. Wir sehen die Herausforderung von Slow Food Deutschland, allgemein gültige Kriterien für die Beurteilung der Leitgrundsätze „Gut, Sauber, Fair“ zu finden, um Glaubwürdigkeit nach außen zu bewahren. Die Weinkommission hat mit ihrem Vorschlag einen Anfang gemacht.
2. Slow Food ist eine Verbraucherorganisation, aber keine Zertifizierungsorganisation. Die Aussage von Carlo Petrini, „Ich möchte wissen, woher die Nahrung...“ ist ein sehr guter Leitspruch, der an die Verantwortung des Verbrauchers als Ko-Produzent in der Le-bensmittelherstellung appelliert.
3. Den Nachweis einer EU-Biozertifizierung als „Beweis“ für eine saubere Herstellung halten wir für nicht ausreichend und sinnvoll.
  - Die Bio-Winzer in unserem Convivium „übererfüllen“ die dort festgelegten Kriterien.
  - Die konventionell arbeitenden Betriebe sind mehr als bemüht, diese zu erfüllen, brauchen aber aufgrund der  
    Besonderheit der fränkischen Steillagen zusätzliche Optionen. Beispiel hierfür sind unser langjähriges Mitglied
    Egon Schäffer, der Flurstücke im E-scherndorfer Lump (von Lumpen, kleine Stücke) mit 2, 3, 4 oder Rebzeilen
    bewirtschaftet; eine Biozertifizierung seines Betriebes wäre nicht glaubwürdig, da er mit Spritzeintrag durch seine
    Nachbarn rechnen muss. Andere kleinere Betriebe, wie z. B. Peter Götz und Nico Scholtens mit extrem steilen
    Lagen und altem gemischten Satz, sehen keinen Gewinn in einer Biozertifierung.
4. Wesentliche Projekte unseres Conviviums, z. B. die Erhaltung des größten Pfahlweinbergs mit altem gemischten Satz in der Lage Ickelheimer Schlossberg, werden aufgrund ihrer Größe nie bio-zertifiziert werden. Dennoch halten wir den von uns geschaffenen Wein für authentisch und den Slow Food Kriterien entsprechend.
5. Eine Bio-Zertifizierung als Basiskriterium für Slow Food wäre kontraproduktiv. Es muss dem Erzeuger auch auf andere Art und Weise möglich sein, saubere Herstellung belegbar zu machen. Als Bespiele möchten wir aufführen:
  - Bernulf Schlauch mit seinem Holunderzauber (aus wilden Holunderblüten), dem es quasi unmöglich ist,
    komplette Waldstücke gemäß Biorichtlinien zertifizieren zu lassen
  - Die Eichelschwein GmbH, die sich in besonderer Weise um das Wiederaufleben traditioneller
    Bewirtschaftungsmethoden bemüht, das von ihr genutzte Waldstück aber nicht zertifizieren lassen kann, da sich
    die Stadt Iphofen als Eigentümer vorbehält, Schutzmaßnahmen gegen den Eichenprozessspinner
    durchzuführen.
  - Die Baumschule Mustea, die neben ihrem Bioangebot kleinen, hauptsächlich privaten Erzeugern die Möglichkeit
    eröffnet, ihre nachhaltig erwirtschafteten Streuobstwiesenprodukte zu vermarkten. Damit wird ein wesentlicher
    Beitrag zur Erhaltung alter Kulturlandschaften geleistet.
    Die Liste ließ sich weiter fortführen.
6. In unserem Convivium sind wir erfolgreich mit unserer Linie, die „Guten“, sowohl Bio zertifizierte als auch naturnah wirtschaftende Betriebe, besonders zu fördern; ebenso jene, welche die Arche des Geschmacks und die Idee der regionalen Erzeugung mit Leben füllen. Damit schaffen wir ein Netzwerk zwischen Erzeugern, Verarbeitern, Gastronomen und Verbrauchern.
7. Die Slow Food Idee lebt vom gegenseitigen Vertrauen und dem Kontakt zwischen Produzenten und Verbraucher. Deshalb sollten beim Wein von einem Slow Food gerechten Wein bzw. Weingut sprechen, wenn er diese Anforderungen erfüllt.
    - Für gut gilt, was organoleptisch erfahrene Verkoster als gut empfinden und das typisch für das Terroir und die lokale Kultur ist.
    - Für sauber gilt, was ökologisch nachhaltig, also naturnah in Weinberg und Keller sowie unter jeglichem Verzicht auf Insektizide und Herbizide erzeugt wurde; weitere Anforderungen und Verbote sind möglich, sollten aber nicht einzelne Details, sondern Gruppen be-zeichnen (vgl. Messezulassungsbedingungen).
    - Für fair gilt eine gerechte Vergütung und Behandlung (inkl. eines korrekten Arbeitsplatzes) der an der Entstehung der Weine Beteiligten in Verbindung mit einem fairen Preis der Produkte für den Konsumenten.
8. Die Beurteilung übernimmt das jeweilige Convivium (siehe auch beigefügtem Artikel Rothe/Schmitt). Diese Mindestanforderungen sind die Grundlage für eine Aufnahme in eine Veröffentlichung von Slow Food. Auszeichnungen mit einem Slow Food Motiv (Schnecke, Wein SLOW o.ä. als Bildmarke) werden nur in Slow Food eigenen Publikationen angewendet und dürfen von niemandem sonst verwendet werden.

Für das Convivium
Gerd Sych, 1. Sprecher des Conviviums


4 Sieger bei Hohenloher Schwartenmagen-Wettbewerb

27.03.2015 - Sie waren ein großer Erfolg: der Wettbewerb und die nachfolgende Schwartenmagen-Genussveranstaltung im Landhaus zum Rössle in SHA-Veinau. Aufgerufen dazu hatte dieses Convvium. 11 Metzger - Betriebe, Direktvermarkter und Hausmetzger aus Hohenlohe - stellten sich der kompetent besetzten Jury, darunter auch der Sternekoch Lothar Eiermann. Dieser vierte vom Convivium durch Regionsbetreuer Bernulf Schlauch organisierte Hohenloher Wurstwettbewerb – die vorigen waren Hohenloher Blut- (2010) und Leberwürste (2012) sowie Hohenloher Bratwürste (2013) – zog auch Presse und sogar den SWR an.   

Die vier Sieger   
Die Jury vergab Platz 3 an Dieter Mayer, Chefmetzger BESH Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall, Platz 2 teilten sich zwei Bewerber: Direktvermarkter Wilfried Bauer, Langenburg-Bächlingen, und Hobbymetzger Werner Zürn, Gommersdorf, das Siegespodest gebührt Hausmetzger Manfred Albig, Oberwinden bei Rot am See. Das Convivium gratuliert herzlich und dankt allen Teilnehmern fürs Mitmachen. Dank gebührt auch der VR-Bank Schwäbisch Hall für die finanzielle Unterstützung.
     Und dies gewannen die Sieger: 1. Preis: ein 3-Gänge-Menü für 2 Personen im Landhaus zum Rössle in Veinau, 2. Preis: je ein Geschenkkorb mit allerlei Gutem von Betrieben Hoheloher Slow Food Mitglieder, 3. Preis: eine Jahresmitgliedschaft bei Slow Food Deutschland. Außerdem erhielten die ersten sechs Plätze eine Urkunde.

Hochbegehrt: Das Schwartenmagen-Menü
Dieser Wettbewerb und das von Ernst Kunz, Inhaber und Küchenchef seines Bib-geschmückten und auch im Slow Food Genussführer gelobten Landhaus zum Rössle in SHA-Veinau, extra entwickelte raffinierte Schwartenmagen-Menü zog viele Interessenten an: Rund 50 (!) Gäste ließen es sich diese Genüsse schmecken:
- Schwartenmagen-Carpaccio mit Balsamico-Vinaigrette, Bärlauchcrouton und Senfeis
- Milde Sauerkrautsuppe mit Schwartenmagen-Ravioli
- Kartoffelmousseline / grüner Spargel / geschmolzener Schwartenmagen
- Gebackener Schwartenmagen mit lauwarmem Sellerie-Apfel-Salat und Haller Trambele
- „Rössle-Dessertüberraschung“


Conviviumszeitschrift 2-2015 liegt aus

25.03.2015 - Pünktlich und rechtzeitig zum Beginn des neuen Quartals liegt die neue Ausgabe der Convi- viumzeitschrift an den über 200 Auslagestellen im Conviviumsgebiet. Die neue Ausgabe greift verschiedene interes- sante Themen auf wie beispielsweise "Slow Food in Afrika" oder "Der Slow Wein Winzer". Doch auch Informationen zu aktuellen Publikationen und Projekten. Unter anderem über:

SLOW FOOD WELT informiert über die neue Ausgabe des Almanach 2014, ein lesenswertes Buch von 142 Seiten Inhalt mit schönen und anschaulichen Fotos. Das Buch ist nicht käuflich erwerbbar, kann aber bei www.slowfood.de/publikationen/broschueren/ oder auch bei www.slowfood.com gelesen werden. Über die weltweiten Anstrengungen von Slow Food gegen das existierende Lebensmittelsystem erhält man hier auch einen raschen Überblick. Erfreuliches erfährt man vom Presidio Weideochse...

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Conviviumsversammlung 2014/15: Gelöste Stimmung, starke inhaltliche Diskussion, beispielhafte Demonstration

18.03.2015 - Es waren 30 Mitglieder, ohne die Wirtsleute, die auch Mitglieder sind, die sich am Samstag, 14.02.2015  zur jährlichen Conviviumsversammlung in der Festscheune des Landhaus Lebert (Foto) in Windelsbach (nahe Rothenburg o.T.) an einer langen Tafel trafen, um einen Überblick zu erhalten über die Geschehnisse im und durch das Convivium. Da heuer keine Wahlen anstanden, konnte man sich ganz auf inhaltliche Themen ....

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Chefin des Presidio "Weideochse vom Limpurger Rind g.U." zurückgetreten

13.03.2015 - Heute ist die Vorsitzende und Geschäftsführerin Anita Wild-Scholz des "Förderverein Limpurger Rind - Schutzgemeinschaft Weideochse vom Limpurger Rind g.U.- e.V.", der das Presidio repräsentiert, von ihrem Amt zurück getreten. Grund dafür sind - so der geäußerte Vorwurf - Behinderungen der zielorientierten Arbeit durch verschiedene Personen der beiden Vereine, der Züchtervereinigung Limpurger Rind e.V. und des eigenen, sowie durch den Zuchtleiter. In der Folge haben - so die Information aus dem Kreis um die Zurückgetretene - die vorgesehenen Partner für den geplanten Auftritt des Presidios auf dem Markt des guten Geschmacks - die Slow Food Messe in Stuttgart (09-12. April) ihre Zusage zum Mitwirken zurückgezogen. Dadurch steht das Presidio vor der Herausforderung, dafür kurzfristig Alternativen zu finden, da man ja mehr als nur eine Präsens am Gemeinschaftsstand Hohenlohe des Conviviums Hohenlohe-Tauber-Main-Franken will.


Erste Fassprobe "unseres" Weins

08.03.2015 - (-hwb) Die ersten Arbeiten fürs neue Jahr im vom Convivium geretteten, wohl ältesten und größten Pfahlweinbergs Deutschlands in der Lage Ickelheimer Schlossberg sind schon erledigt. Gestern konnten erstmals auch nicht im Weinberg arbeitende Rebstockpaten eine Fassprobe der ersten Ernte (Foto) ihres Weines genießen anlässlich der Jahrgangsverkosten "Alter fränkischer Satz", einer mit rund 60 Teilnehmern und 17 Weinen überaus erfolgreichen Veranstaltung in einem der Greising-Säle in Würzburg. Fünf Weine davon waren Fassproben des Jahrgangs 2014. Vom Ickelheimer Schlossberg waren außer dem "unsrigen" zwei weitere Weine zu verkosten, beide älter und von einem Weinberg stammten: der Jahrgang 2011 vom seinerzeitigen Besitzer, vom Jahrgang 2013 von der aktuellen Besitzerin. Zwei Weine, die verrieten, welches Potential auch in "unserem" Wein steckt, aber auch welche Verschiedenheit von Jahr zu Jahr möglich ist. Noch wirkte dieser etwas unausgereift, verrät aber schon jetzt eine gewisse Komplexität. Die spürbare Säure macht ihn zu einem angenehmen Essensbegleiter, verspricht aber noch eine weitere Harmonisierung. Die vier weiteren 2014er Jahrgänge stellten die Weingüter von Peter Vogel aus Rottendorf, Peter Götz aus Zell a.E., "Anno Domini" von Herbert Schneider aus Wipfeld und das Bio-Weingut 3 Zeilen von Christian Ehrlich aus Rödelsee. Alle vier waren verschieden in Farbe, Geruch und Geschmack mit schöner Säure, fruchtig- würzigen Aromen, der Bio-Wein, ganz auf typisch fränkischen Sorten basierend, verriet seine Heimat am deutlichsten.Die übrigen 12 Winzer präsentierten Weine aus dem Jahrgang 2013, die sich alle sehr gut entwickelt hatten und ein sehr gutes Lagerpotential aufweisen.
    Knapp acht Hektar Weinberge mit Altem Satz gibt es in Deutschland, wovon allein rund 7,5 Hektar, was gut 0,1 Prozent des Fränkischen Weinbaugebiets entspricht. Weinautor Kai Wagner zeigte in einem Vortrag die kulturelle Bedeutung des Alten fränkischen Satzes auf. Josef Engelhardt, Ampelograf (Rebenkundler) an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau in Veitshöchheim und Experte für diese alten Sorten, den Alten fränkischen Satz und Kenner dieser alten Weinberge, zeigt in seinem Vortrag auch auf, welche Bedeutung für den künftigen Weinbau, der ja auch vor einer Veränderung durch den Klimawandel steht, diese alten Sorten haben.
    Das Fazit ist eindeutig: Diese alten Sorten sind ein Schatz, den es zu hüten gilt. Auch aus Gründen des Genreservoirs für künftige Entwicklungen. Außerdem erschafft der Alte fränkische Satz interessante und komplexe Weine, die ihresgleichen suchen. Und ein einzigartiger Schatz des Fränkischen Weinlandes sind. Kein Wunder, dass sich immer mehr Winzer dafür interessieren und bereit sind, einen solchen Weingarten neu anzulegen.
    Die Winzer der 2013er Weine: Armin Störrlein, Randersacker, Gerhard Roth, Wiesenbronn, *Florian Mühlfelder, Zell a.E., Alfred Blank, Homburg/Main, Winzerhof Geißendörfer, Buchbrunn, Weinbau A. Keller, Ramsthal, Projektwein LA Bayern, Veitshöchheim, Weingut Emmerich, Iphofen, Weingut Max Müller I, Volkach, *Weingut Stritzinger, Klingenberg (*roter Alter Satz bzw. Rotling)


Slow Wein - als Idee ja, als Name nein

01.03.2015 - (-hwb) Der Weinbau in Franken ist seit altes her auch ein Landschaftsgestalter: dadurch, dass er seit alters her vor allem in jenen Lagen betrieben wurde, die für Gemüse- und Obstbau, geschweige für Landwirtschaft, ungeeignet waren. Und das sind die Hänge mit ihren kargen Böden, Hänge, die oftmals sehr steil sind (siehe Foto) oder dass gar kilometerlange Terrassen angelegt werden mussten für die Bepflanzung mit Reben. Weinbau geschieht auch meist im Zusammenhang mit einem Fluss. Im Tal mit den fruchtbaren Böden nutzte der Ackerbürger seine Gründstücke für Gemüse und Obst, die steilen nach Süden und Westen blickenden Prallufer für den Weinbau. Gerade diese Flächen zählen heute zu den wertvollsten Lagen. Sie erfordern allerdings sehr viel Arbeitseinsatz für die Bewirtschaftung, nicht zuletzt auch deshalb, weil in Terrassenanlagen oder durch die Steile keine Maschinen eingesetzt werden können und deshab alles Handarbeit ist. Diese Flächen zu roden erlaubt das neue, ab 1.1.2016 geltende Agrargesetz zu Gunsten von für Weinbau in der Ebene. Schon heute gibt es Winzer, die genau das vorhaben - und sich zugleich auch flächenmäßig erheblich erweitern wollen. Diese Entwicklung ist nicht nur aus fränkischer Sicht kontraproduktiv hinsichtlich Weinqualität sondern auch hinsichtlich Landschaft: sie könnte den Tod der Kulturlandschaft bedeuten und auch zum Verlust exzellenter Weinqualitäten.
     Dieses Kriterium ist ein Aspekt, der im Positionspapier der Weinkommission überhaupt nicht bedacht wurde, der aber gerade für Slow Food ein besonders wichtiger sein sollte, weil die Güte des Weines doch sehr vom Standort der Rebe und den damit verbundenen Klima- und Bodencharakteristika abhängt. Hinzu kommt, dass sorgfältige Handlese, erzwungen durch Terrasse oder Steillage, das Allerlei durch die im flacheren Gelände eingesetzte Maschine schon in der Kelter eine qualitativ wesentlich bessere Ausgangslage für einen qualitativ guten Wein schafft, allerdings natürlich zu höheren Kosten. Slow Food sieht sich der Qualität verpflichtet, deshalb sollte Slow Food nicht nur das "sauber " in chemischer Hinsicht im Fokus haben, sondern auch den kulturellen Hintergrund von Qualität. Diese Ansicht vertraten alle Winzer und auch wohl die meisten anwesenden Weintrinker und -trinkerinnen.
     Kritisiert wurde auch die Betonung von so genannten "klassischen Reben" einer Region. Hier stellt sich gleich die Frage: was ist klassisch in einer Weinregion, die weit über 1.000 Jahre Weinbau betreibt. Der Silvaner kam vor 300 Jahren nach Franken, der Müller-Thurgau, nach wie vor meistangebaute Rebe in Franken, vor 100 Jahren. Doch bis Ende des 19. Jahrhunderts war der Alte fränkische Satz das normale, also eine Vielzahl von wirklich alten Rebsorten, roten und weißen durcheinander mit Namen wie Weißer Heunisch, Hartblau, Weißer Elbling, Adelfränkisch, Weißer Lagler, Kleinberger, Süßschwarz, Möhrchen....! Und auch die Zukunft mit dem Klimawandel ist eine Tatsache, die Winzer zwingt, Rebsorten zu nutzen, die den kommenden Anforderungen standhalten. Öko-Winzer Manfred Rothe: "Einen Slow Food gerechten Wein kann man aus jeder Sorte machen!"
     Die Stellungnahme des Conviviums wird gerade erstellt. Diese, aber auch andere Aspekte werden darin zur Sprache kommen, auch die Empfehlung, den Begriff "Slow Wein" nicht als Marke zu verwenden, da Slow Food kein Wirtschaftsunternehmen ist, sondern ein Idealverein.        Foto: Dorothea Eberlein


Venezianische Fastnacht in Schwäbisch Hall

08.02.2015 - (-hwb) Ganz eigenständig ist auch die recht junge Fastnachttradition in Schwäbisch Hall. Seit kaum 20 Jahren  wandeln nur wenige Stunden wunderschöne Masken nach venezianischem Vorbild durch die romantische Innenstadt. Die Fastnacht in Schwäbisch Hall ist das absolute Gegenteil der Rhöner Foasenacht. Und so ist auch der Karneval, der hier eigentlich italienisch Carnevale heißen könnte, in dieser Stadt etwas Gemächliches und Schönes. Es ist, so sagen die Haller und Hallerinnen, die ruhige Variante des Carnevale veneziano. Rund einhundert Haller Bürgerinnen und Bürger des Vereins Hallia Venezia verstecken ihr Gesicht in venezianischen Masken, gekleidet in selbst entworfenen feinen, eleganten, kunstvollen Gewändern, und wandeln wortlos gemessenen, ruhig-erhabenen Schrittes durch die Straßen der Altstadt, da und dort verweilend, auf Plätzen stille, stilvolle Gruppen bildend. Nur wenige Stunden von 12 bis 15:30 Uhr dauert das wunderschöne Schauspiel am vorletzten Sonntag vor Rosenmontag, ein Schauspiel, das ermuntert, die Stadt selbst mit gemessenem Schritt schauend und staunend zu durchschreiten. Um 14 Uhr versammeln sich alle Masken auf der Freitreppe der Michaelskirche – ein farbenprächtiges, elegantes venezianisches Teatro.    Fotos: Helga Bunz


Die Rhöner Foasenacht

01.02..2015 - (-hwb) Eigenständige, lokale Fastnachttraditionen gibt es relativ wenige, im Conviviumsgebiet in der Rhön und in Schwäbisch Hall. Die Rhöner Foasenacht hat Tradition in nur wenigen Dörfern und wird seit drei Jahren wieder nach altem Vorbild und mit den originalen Masken gefeiert, nämlich in Weisbach und in seinen Nachbarorten Ginolfs, Unter- und Oberelsbach, Bischofsheim und Bastheim sowie - inspiriert von den Rhönern - Wargolshausen im Grabfeld. Einen gemeinsamen Auftritt haben sie am 3. Sonntag-Nachmittag vor Rosenmontag in Oberelsbach. Da treten seltsame Gestalten auf, gewaltige Stroh-, bizarre Spanmänner, klappernde Schlappmäuler, barocke Mannsbilder mit gezwirbelten Bärten und vornehm weißen Gesichtern, heitere, rotbackige „Mädle“, rätselhafte Debudel, ein Goaß-Mo, Blaue Jöüd und Wille Jöud. Denn wie in der schwäbisch-alemannischen Fasnet sind die Rhöner Narren fast vollständig vermummt. Freilich – und im Gegensatz zu den schwäbisch-alemannischen – sind es keine bedrohlichen Masken, sondern eher heitere, vornehme, wohl abgeleitet von barocken Theatermasken. In der Familie werden diese von Generation zu Generation weitergereicht.
    Die Rhöner Foasenoacht ist eine lokale Fastnacht. Jedes Dorf macht sie für sich selbst. So treiben in Weisbach die Blaue Jöüd ihr Narrenwesen, ausstaffiert mit Männermaske, blauem Kittel, hellem Halstuch, weißer Hose, schwarzen Stiefeln und – auf dem Kopf – einem Filzhut plus einer mit bunten Papierbändern geschmückten „Krone“ aus Buchsbaumzweigen. Noch närrischer sind die Geiß und der Geißmann: erstere ist ein reifenartiges Gestell mit einem ziegenköpfigen Stecken“pferd“. Auf dieser „Geiß“ reitet der Geißmann dem Zug der Blauen Jöüd voran, vor dem Gesicht eine Männermaske und vom Hals abwärts in einem langen Frauenrock, der zugleich den Körper der „Geiß“ bildet. Auch das mit derben Schalk attackierende Schlappmaul – eine Maske mit beweglichem Unterkiefer – gehört zu Weisbacher Foasenoacht.
    In Oberelsbach stecken unter den Frauenmasken tatsächlich Frauen; ihre Tracht sind heutzutage einfache Bettbezüge oder die alte Arbeitstracht. Auch der Strohmann ist ein Oberelsbacher: vollständig vermummt mit einer Männermaske, den Kopf bedeckt mit einem alten Hut oder einem als Mütze getragenen Kartoffelsack sowie einer alten Hose und Jacke (heute ein Overall), die prall mit Stroh gefüllt sind.Nicht weniger originell ist der Spanmann, den es seit 1905 gibt. Sein Kostüm ist ein Gewand, ganz dicht mit gelockten Hobelspänen benäht, als Maske kann er jede Männermaske tragen.
    Die Wille Jöüd in Wargolshausen in ihrer alten lumpigen Kleidung spiegeln die Vorurteile gegenüber dem Rhöner Landjudentum wider. Die Masken verspotten weniger die ansässigen jüdischen Mitbürger, sondern vielmehr die fahrenden Händler, Geldverleiher oder auswärtige Bettler.               Fotos: Helga Bunz


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