Slow Food Mainfranken_Hohenlohe

Medienarchiv 2018

Riesenerfolg: Diskusstonveranstaltung interessierte über 180 Teilnehmer

Foto: Die Diskutanten des Podiums - Fränkische Nachrichten, Ausgabe 15.09.2018

15.09.2018 - Damit hatte niemand gerechnet: Um 17:30 am Mittwoch, war der Albert-Schweitzer-Saal des Evangelischen Zentrums Bad Mergentheim gefüllt bis auf den letzten Platz:: Über 180 Interessierte für die Diskussionsveranstaltung "Verantwortungsvoller Umgang mit Lebensmitteln". Die 180 waren nicht nur ein aufmerksames Publikum, sondern sorgten auch für eine lebhafte Diskussion.

Moderator war der Pfarrer i.R. Willi Mönikheim (Foto-Mitte). Er startete mit einer berührenden Geschichte vom kleinen Weizenkorn, das Unglaubliches erschafft: Einen riesigen Halm mit vielen, vielen Körnern, die alle Leben in sich bergen und die Kraft, selbst wieder ein Riesenhalm mit vielen Samenkörnern zu werden. Ein Wunder der Natur. Dass er dies als Pfarrer nicht einfach als Akt der Natur, sondern als eine Schöpfung des göttlichen Schöpfers sah, ist verständlich - schließlich war die Veranstaltung in kirchlichen Räumen.

Das Impulsreferat oblag unserem Mitglied Otto Geisel (3. von links), der sich sehr grundsätzlich und unterstützt durch Bilder und Tabellen äußerte. Er konzentrierte sich besonders auf die Gemeinschaftsverpfleung, die in Deutschland immerhin viele Millionen Esser täglich ernährt. Aus seiner Sicht könne diese Art der Verpflegung einen massiven Impuls geben für eine positive Veränderung sowohl beim Erzeugen von Lebensmitteln im Hinblick auf klima- und naturschonender Erzeugung und verantwortungsbewusster Tierhaltung. Weitere fünf Experten, Mitglieder unserer Regionalgruppe, hatten dann Gelegenheit, drei- bis viermenütige Statements zum Thema beizutragen. Da sie alle als Slow Food Mitglieder aktiv sind, gab es keine Differenzen, sondern unterschiedliche Aspekte, die z.T. auch aus den Berufen herrührten.

Sehr breit beschrieb Rudolf Bühler (1. von links), Gründer und Vorsitzender der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall, anhand deren Aktivitäten, wie gute Tierhaltung möglich ist und dennoch gut Geld verdient werden kann, wobei auch die beteiligten Bauern deutlich höhere Preisen für ihre Produkte erzielen. Hans-Werner Bunz (2. von links) konzentrierte sich sowohl auf die Notwendigkeit einer grundlegenden Änderung der Land- und Viehwirtschaft im Hinblick auf die Zukunft: Die Welternährungsorganisation FAO fürchte ein schreckliches  Menetekel für die Menschheit, geschähe keine grundsätzliche Änderung in der Landwirtschaft in Richtung Natur- und Klimaverträglichkeit. Darüber hinaus forderte Bunz, dass die Qualität von Lebensmitteln Genuss erzeugen soll, ja muss, was aber keinesfalls der Fall sei bei den heute meist üblichen Turbo-Landwirtschaftsbetrieben. Markus Reinauer (3. von rechts), Küchenchef des genussreichen Landgasthof "Jagstmühle" in Mulfingen-Heimhausen, erzählte, wie er sich entwickelte, was dazu führte, dass er heute nur noch mit erstklassigen regionalen Produkten arbeitet, die in seiner relativen Nähe entstehen und deren Werden er mit den Erzeugern miterleben kann. Demeter-Land- und Tierwirt Dietmar Hofmann (2. von rechts) aus Boxberg-Schwabhausen, erzählte aus seinem Leben, warum der und sein Sohn Demeterbauern wurden, auf traditonelle Art Fränkischen Grünkern erzeugen und gewissermaßen Heumilch erzeugen mit 100 Milchkühen. Johannes Ulrich (1. von rechts), Vorstand des renommierten Gemeinschaftsverpfleger Hofmann Menü-Manufaktur GmbH sprach als Mitglied der Hohenlohe Gesellschaft und erklärte, dass in anderen Ländern Kleinbauern mindestens die gleiche Menge Lebensmittel pro Hektar erzeugen wie die hochtechnisierten, mit Chemie und Pharmazie agierenden landwirtschaftlichen Großbetriebe.

Darüber hinaus wurde auch bei mehreren Statements deutlich, dass ökologisch nachhaltige Landwirtschaft den Landwirten die höhere Qualität ihrer Produkte deutlich mehr Einkommen bietet und bezahlt wird, weil die Verbraucher mehr und mehr bewusst werden, welchen Gewinn an Geschmack und Genuss sie damit haben, aber auch ihrer Gesundheit damit mehr gedient ist. Außerdem können nur die Konsumenten für den Wandel sorgen: Sie sind es, für die Lebensmittel angebaut und vermarktet werden - sie haben die Macht, den Wandel zum Besseren, Gerechteren und Genussvolleren nicht nur anzustoßen, sondern zu beschleunigen durch ihrre Einkaufsentscheidung.

Abschließend gab es einen kleinen, nachhaltig von Bio-Erzeugern geschaffenen Imbiss mit Umtrunk. Die Organisatoren der Veranstaltung waren die Naturschutzgruppe Taubergrund e.V., Bad Mergentheim, und unser Mitglied Andreas Berns, Igersheim.


Terra Madre Salone del Gusto: Erstmals deutscher Ausstellerbereich

29.08.2018 - Eine echte Neuheit: Erstmals organisierte Slow Food Deutschland e.V. eine gemeinsame Präsenz mit deutschen Ausstellern auf dieser einzigartigen internationalen Slow Food Messe Terra Madre Salone del Gusto im Ausstellungsgelände Lingotto von Turin (20. - 24.09.2018). Gemeinsam mit Slow Food Deutschland e.V. stellen sechs deutsche Betriebe aus, darunter auch zwei von Mitgliedern unserer Regionalgruppe: Die von Mitglied Rudolf Bühler gegründete und als Vorstand geführte Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH), Wolperthausen, sowie unser Mitglied und Regionsbetreuer Hohenlohe Bernulf Schlauch, Langenburg-Bächlingen, mit seinen Blütenschaumweinen.

Auch unser Nachbar-Convivium Oberfranken stellt einen erstklassigen Aussteller: den Slow Food Unterstützer (U) Backhaus Fickenscher GmbH, Münchberg. Andreas Fickenscher ist zudem stellv. Conviviumleiter.  Die anderen drei Betriebe sind die Andechser Molkerei Scheitz GmbH (U), Andechs, die Brauerei Clemens Härle KG (U), Leutkirch, und die Deutsche Knoblauch Räucherei, Henningsdorf. Zum aktuellen Zeitpunkt sind die deutschen Aussteller noch nicht in der Ausstellerliste veröffentlicht (www.salonedelgusto.com bei Espositori oder Exhibitors).

Eine weitere Delegation organisierte die Geschäftsstelle von Slow Food Deutschland e.V. für Terra Madre: 82 Teilnehmer aus 11 der deutschen Länder. Auch ein junges Mitglied unserer Regionalgruppe ist dabei: Sebastian Geißler aus Assamstadt; gelernter Winzer; er absolvierte als einer der ersten den Kurs der Slow Food Youth Akademie.


SoLaWi jetzt auch in Schweinfurt - Mitglieder engagieren sich dafür

28.08.2018 - Im Obermaingebiet gibt es bereits drei SoLaWi - Solidarische Landwirtschaftsorganisationen: in Scheßlitz, im Itzgrund und in Bamberg. Zu letzterem haben unsere Bamberger Slow Food Mitglieder engen Kontakt. In Unterfranken gibt es seit einem guten halben Jahr ebenfalls eine SoLaWi-Gemeinschaft: in Schweinfurt. Hier engagieren sich bereits zwei Mitglieder aktiv: Monika und Michael Ludwig, sie ist sogar Mitglied im gemeinnnützigen Verein SoLaWi Schweinfurt & Umgebung e.V.. Zur Förderung des Vereins luden Sie am Samstag Ende August 2018 Interessenten ein in ihr Haus mit romantischem Hofgarten im Herzen Schweinfurts. Bei Kaffee, Kuchen und Getränken ließen sich viele über das Projekt informieren.

Dieses Projekt hat bereits eine echte Grundlage: 1. einen als gemeinnützig anerkannten Verein mit 35 Mitgliedern, 2. einen gepachteten halben Hektar Acker beim Nachbardorf Bergrheinfeld. Darüber hinaus besitzt man schon eine Bewässerungsanlage und ein Folien-Gewächshaus. Vorsitzender des Vereins ist Erich Morgenstern, E-Mail: solawi-schweinfurt@gmx.de. Auch eine Webseite existiert: www.solawi-schweinfurt.weebly.com. Professionalität ist auch vorhanden: Zwei als Gärtner erstklassig ausgebildete Mitglieder bringen sowohl ihre Kenntnisse ein, als auch ihre fachmännische Arbeitskraft, für die sie bezahlt werden. Auch der Vorsitzende selbst hat landwirtschaftliche Erfahrungen.

Die Solidarische Landwritschaft vereint Naturschutz, Selbstversorgung, Erhalt alter Pflanzensorten und Gemeinschaft. Man arbeitet ökologisch, sorgt für lebendigen Boden, fördert Vielfalt nicht nur bei Gemüse und Früchten, sondern auch bei Insekten und Bienen. Typisch für die solidarische Landwirtschaft ist die gemeinsame Entscheidung, was und wie angebaut wird. Ebenso typisch ist, dass die Ernte geteilt wird und die Ernteteiler, so heißen die Mitglieder, sich in gut erreichbaren Depots ihren Anteil abholen. Die Mitgliedschaft kostet € 60,- pro Jahr, Fördermitglieder sind schon mit € 40.- dabei. Für den Ernteanteil, der jährlich neu berechnet wird, bezahlt man pro Monat € 80,- und erhält dafür zwei Kisten pro Woche mit Obst und Gemüse. Wem das zuviel ist, kann die Version € 40,- wählen und bekommt eine Kiste Woche für Woche.


Unser jüngster Archepassagier: das Coburger Fuchsschaf

14.07.2018 - (-hwb) Endlich: Fast ein Jahr hat es gedauert, bis die deutsche Archekommission diese seltene fränkische Schafrasse in die Arche des Geschmacks aufgenommen hat. Einer der Gründe ist sicherlich die kleine Zahl der Archekommissions-Experten, aber sicher nicht der einzige; denn die Anforderungen an die Autoren sind dezidiert anspruchsvoller geworden. So wurde bei diesem Beispiel u.a. verlangt, auch etwas zu Wölfen zu schreiben und in den Details akademisch präzise zu sein, was durchaus intensive Nachforschungen bedeutete. Dankenswerter Weise hat Mitautor Marius Wittur, Mitglied und u.a. selbst Züchter von Coburger Fuchsschafen, ausreichend historisches Material zur Hand gehabt. Doch nun können wir unseren 16. Archepassagier feiern! Allerdings jetzt nicht mit einem Lämmchen, denn die sind inzwischen groß geworden. Feiern wir also im Stillen und trinken ein Glas guten Wein auf diesen neuen Archepassagier!


Liegt aus: Unsere Zeitschrift 3-2018

07.07.2018 - (-hwb) Die neue Ausgabe unserer Zeitschrift für die Region Hohenlohe-Tauber-Main-Franken ist ab dem 11.07. an rund 220 Auslagestellen in der Region kostenfrei erhältlich:

In Slow Food Welt wird u.a. über Terra Madre Salone del Gusto in Turin im September (20.-24.09.18) berichtet und über den neuen Slow Food Genussführer 2019/20. Erneut stellt unsere Regionalgruppe die meisten Beiträge. "Warum in die Ferne schweifen, wenn Gutes und Schönes so nah?" fragt anläßlich der kommenden Reisezeit der Artikel in der Rubrik Slow Food bewegt. "Traditionelle Speisen Tauberfrankens" passt als Thema zum vorigen. Ebenso die Kurzvorstellung eines unserer Genussführer-Restaurants, das als Gasthof auch Übernachtung bietet. Bei Slow Food Wissen lernt man etwas über die Kultur des "Auf den Keller gehen". Und bei Slow Food Themen ist "Kochen mit Kindern" ein Thema, das bei uns eine lange Tradition hat. 

Sie können diese Ausgabe sofort hier auf Ihrem Rechner lesen mit diesem Link.



Erfolgreiches Abitur: Ein Studium an der Slow Food Universität!

22.06.2018 - Das Abitur ist geschafft! Und was nun? Eine Auszeit? Und dann?

Wie wäre es mit einem Studium in Italien an der Slow Food Universität in Pollenzo? Das einstige Landgut des italienischen Königs ist durch Slow Food in eine staatlich anerkannte Universität umgewandelt worden.

Die Università degli Studi di Scienze Gastronomiche UNISG (Universität der Gastronomischen Wissenschaften) im piemontesischen Pollenzo nahe Bra (wo Slow Food beheimatet ist), ist seit dem Jahr 2004 als staatlich anerkannte Universität aktiv. Inzwischen sind die über 2.500 Absolventen aus aller Welt in ihren Berufen erfolgreich, darunter auch Mitglieder dieses Conviviums. Sie haben das Abitur erfolgreich bestanden, was nun? Und wo studieren? Warum nicht etwas, was zum elementarsten menschlichen Lebens zählt: Unser Essen, unsere Getränke. Und wenn Sie lieber etwas Zukunftträchtiges, etwas diese lebensnotwendige Branche veränderndes studieren wollen, sind Sie bei dieser Universität genau richtig! Und zudem sind diese Studiengänge enorm abwechslungsreich - auch im Alltag!

Diese Studiengänge werden geboten:
- Master in Wine Culture,
- Communication & Management,
- Master of Gastronomy: World Food Cultures and Mobility,
- Creativity, Ecology and Education
- Master in Food Culture, Communication & Marketing.

Die Unterrichtssprache ist Englisch. Und was macht diese Studiengänge besonders?

Hier werden nicht nur trockene Vorlesungen gehalten, sondern da wird auch mit Zunge, Augen, Nase, Ohr und Händen in Tastings den Besonderheiten und Unterschieden von Produkten nachgespürt, ebenso wie mit drei Studienreisen.

Noch umfangreicher ist der Studiengang Undergraduate Degree in Gastronomic Sciences: Drei Jahre abwechslungsreiches Studium mit 15 Studienreisen. Es lohnt, sich weitere Informationen einzuholen!

Am einfachsten via www.unisg.it


Neue Zulassungsbedingungen für Terra Madre Salone del Gusto 2018

01.06.2018 - Es ist eine Zäsur: Mit den Anforderungen für die auszustellenden Produkte und ihrer Aussteller, beschreitet Slow Food Italien einen ganz neuen Weg. Die diesjärige Ausgabe dieser größten internationalen Slow Food Messe, heuer aus Sicherheitsgründen wieder in Turins Lingotto-Messehallen, ist inhaltlich ganz neu: Erstmals sind als Aussteller nur Produzenten ...
zugelassen, also Landwirte, Affineure und Lebensmittelerzeuger, aber keine Händler o.ä.. Außerdem gelten erstmals ganz strenge Regeln für die auszustellenden Produkte: 20 Seiten umfasst die A-4-Broschüre. Hier sind detailliert die Teilnahmebedingungen für die Produkte gelistet. Nicht genug damit: Auch die Verpackungen unterliegen Bedingungen: minimal, leicht zerstör- und recyclebar! Aussteller, die Verkostungen ermöglichen, müssen als Gefäße Produkte aus natürlichen Materialien verwenden.

Natürlich unterliegen auch die einzelnen Produktkategorien strengen Vorschriften: Beim Käse beispielsweise heißt der 1. Satz: Alle Käse müssen aus Rohmilch hergestellt sein. 2. Satz: Bevorzugt werden jene von Milch aus Weidehaltung oder Vergleichbarem (also überwiegend Gras-/Heu-Fütterung). Satz 3: Die Tiere leben unter hohen Tierschutzstandards. Satz 5: Bevorzugt werden Betriebe, die nur Milch von lokalen Herden verarbeiten. Und einige solcher Sätze mehr. Bei Fleisch ist das Muss: Die Tiere müssen in einem Landstrich geboren, aufgewachsen und geschlachtet worden sein. Bei Schweinen muss ein Mindestalter von 12 Monaten nachgewiesen werden. Bevorzugt werden Betriebe, deren Produkte nitrat-/nitritfrei sind (andere Konservierungsmittel sind nicht zugelassen, ebenso nicht Schönungsmittel und Phosphate)! Und vieles dieser Art mehr. Bei Früchten und Pflanzlichem werden nur lokale, einheimische Spezialitäten zugelassen, bevorzugt ökologisch erzeugt. Bei Verarbeitetem wird Bio-erzeugtes bevorzugt, Rohes muss nachhaltig erzeugt worden, würzende Zutaten spezifiziert sein. Minimum der Früchte und Gemüse im Gebinde sind 65%.

Dies sind nur einige wenige dieser Zulassungsvorschriften. Ein wagemutiger Schritt, da 900 Aussteller erwartet werden, darunter viele aus fernen Ländern. Bei Interesse für die Vorschriften: Einfach hier klicken!


Kochen mit Kindern in der Schule

Es war der Idealverein für Sportkommunikation und Bildung e.V., dessen Regionalkoordination am Modellstandort Schweinfurt Mitglied Hans-Werner Bunz kontaktierte per E-Mail: Er, Ronald Kraatz, sei auf diesen Namen und die dahinter steckende Organisation Slow Food aufmerksam gemacht worden durch eine frühere Mitarbeiterin, die in der Schweinfurter Gartenstadt-Schule die Nachmittagsbetreuung geleitet habe und einige Kochveranstaltungen "mit Ihnen, Herr Bunz" organisierte. Auch er würde gerne einige Kochevents organisieren mit Kindern und "Ihnen, Herr Bunz": ob das möglich wäre? Der Angefragte zögerte etwas, stimmte dann zu. Und so kamen bislang drei Kochveranstaltungen mit Schulkindern in der Nachmittagsbetreuung zustande, zwei in der Grundschule in Werneck-Schleerieth, eine in der Gartenstadt-Grundschule in Schweinfurt: insgesamt 38 Schüler und Schülerinnen, darunter auch einige muslimischen Glaubens.

Die sehr unterschiedlich ausgestatteten "Küchen" dieser Schulen für solche Aktivitäten von gar nicht gut bis mäßig gut erforderten Bedingungen: Der Verein sorge für ausreichend Töpfe, Arbeitsgeräte und sonstige Kochutensilien (musste der Koch doch früher seine "halbe" Küche mitbringen). Die Zutaten besorge er, der Koch, und dies würden vorwiegend ökologisch produzierte Lebensmittel sein, also teurer. Auch das wurde genehmigt. Und so startete dann am 20.04. der erste Kochnachmittag mit 16 Kindern in Schleerieth: Karottensupp und Bratwurstragout mit Kartoffelstampf. Das gleiche Gericht gab's an der gleichen Schule am 02.05. mit dem Unterschied, dass bei den 11 Schülern und Schülerinnen zwei muslimischen Glaubens dabei waren: Für sie wurde mit Rindfleisch-Hack ein Extra-Ragout gekocht und leicht orientalisc gewürzt. Am Ende wollten eine Schülerin und ein Schüler die Rezepte für alle Gerichte haben, so gut hatte es ihnen geschmeckt; sie bekamen diese nachgesandt.

Die 11 Kinder der dem Koch schon bekannten Gartenstadt-Schule waren jünger. Da nur zwei Kochplatten zur Verfügung stehen, wurde - zumal erst gegen 15:30 Uhr mit dem Kochen begonnen werden konnt - nur ein Gericht zubereitet: Eine Sellerie-Cremesuppe mit Petersilien-Öl. Das Rezept von Lea Linster, leicht abgewandelt, gelang schnell und war so gut, dass die Kinder, einige zuerst zögerlich, aber dann ganz begeistert davon waren und fast alle einen Nachschlag oder zwei haben wollten.

Fazit: Diese Kinder, sonst in der Schule abgespeist mit kulinarisch Fragwürdigem wissen Gutes zu schätzen. Es wäre wünschenswert, wenn die Eltern mehr Geld herausrückten für ihr Kind als € 2,60 oder ein, zwei Centstücke mehr für ein gesundes und genussvolles Mittagessen.


27 der 100 bayerischen Genussorte in unserer Region

Genussort Ostheim v.d.Rhön - Eingang Rhöner Wurstmarkt © Tonya Schulz

08.05.2018 - Die Gewinner dieses bayernweiten Wettbewerbs standen Ende März 2018 fest und wurden veröffentlicht durch die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau auf www.100genussorte.bayern, einer Seite des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Diese Initiative mit dem Titel "Premiumstrategie für bayerische Lebensmittel" hat zum Ziel, besondere Produkte hoher Qualität ins Bewusstsein der Verbraucher zu rücken. Ihre Einzigartigkeit soll ihre Wertschätzung fördern und dadurch auch die Erzeuger. Außerdem werde auch die Vielschichtigkeit des kulturellen und kulinarischen Erbes landwirtschaftlicher Erzeugnisse und deren Zubereitungen deutlich. Unsere Conviviumsregion schnitt dabei überdurchschnittlich gut ab: Von den bayernweit 100 Genussorten in sieben Regierungsbezirken sind 27 in unserem Gebiet! Dabei überwiegt Unterfranken deutlich mit 21 Genussorten.

Die Genussorte:

Im Obermain-Gebiet: Bad Staffelstein, Bamberg, Coburg, Fränkischer 13-Brauereien-Weg (LK Bamberg), Kronach, Seßlach.

In Unterfranken: Abtswind, Alzenau, Bischofsheim/Rhön, Bürgstadt, Dettelbach, Fatschenbrunn, Fladungen, Hammelburg, Handthal, Iphofen, Klingenberg/Main, Markt Eisenheim, Markt Oberelsbach, Miltenberg/Main, Ostheim v.d.Rhön, Randersacker, Schweinfurt, Sulzfeld a.M., Wartmannsroth, Weininsel a.d. Mainschleife.

In Mittel-/Unterfranken: Weinparadies Franken.

56 Betriebe von Slow Foodern in dieser 19 Orten

als Mitglieder und/oder Slow Food Unterstützer tragen mit ihren Betrieben und Produkten bzw. Speisen wesentlich zum Gewinn dieser Auszeichnung bei: Interessiert wer sie sind? Klicken Siet diesen Link.


Aktive Förderung von Archepassagieren

04.05.2018 - Selten gewordene Lebensmittel bewahrt Slow Food in der Arche des Geschmacks vor dem Vergessen. Zum Überleben bedarf es nicht nur der Produzenten, sondern der Gastronomen und der Konsumenten als Ko-Produzenten! Aufessen, was man retten will ist das Motto. Wir unternehmen dazu erhebliche Anstrengungen: Neben unserer Webseite publizieren wir auch Broschüren: Ein erste im Jahr 2015.  Sie enthielt elf von uns an Bord gebrachte plus den Fränkischen Grünkern, der auch in unserer Region stark traditionell stark angebaut wird (aber vom Convivium Heilbronner Land an Bord gebracht wurde). Diese Broschüre versammelte auch die bis dato bekannten Erzeuger mit ihren Adressen.

2018 jedoch wollen wir eine deutlich erweiterte Ausgabe publizieren, nicht nur erweitert durch einige neue von uns an Bord gebrachte Passagiere, sondern auch den einen oder anderen in unserer Region inzwischen heimisch gewordenen. Darüber hinaus soll die Broschüre einen größeren Nutzen dem Besitzer bieten: Wir denken dabei nicht nur an Genuss-Rezepte, sondern auch an allerlei andere Inhalte, welche für den stärkeren Konsum dieser exquisiten Lebensmittel förderlich sind. Geplant ist die Veröffentlichung noch in diesem Jahr. (Foto: © Holger Riegel)


Markus Reinauer kocht mit Fleisch vom Limpurger Weideochsen g.U.

Markus Reinauer, Küchenchef des Landgasthof Jagstmühle, Mulfingen-Heimhausen, Jagstmühlenweg 10, www.hotel-jagstmuehle.de, kochte anlässlich des 5. Niederstettener Genießermarktes (14./15.04.2018) am Festabend zuvor den Hauptgang des 5-Gänge-Menüs. Mittelpunkt seines Ganges: der Archepassagier Weideochse vom Limpuger Rind g.U.. Sein Rezept dafür: Entrecote und Ragout vom Weideochsen vom Limpurger Rind g.U:, Artischocken, Spitzpaprika, Selleriepüree. Über 200 Gäste - und damit ausgebucht - genossen das Menü und besonders diesen Gang.


Liegt aus: Unsere Zeitschrift 2-2018

11.04.2018 - Die neue Ausgabe unserer Zeitschrift mit über 215 Auslagestellen in unserer Region bietet wieder allerlei interessante Informationen zu Slow Food Aktivitäten. So z.B. die Berichte aus der SLOW FOOD WELT: Über das neue Konzept des im September 2018 in Turin stattfindenden Slow Food Weltereignisses Terra Madre Salone del Gusto 2018 und dessen Motto Food for Change. Erfolgreich ist auch in Deutschland der 2. Kurs der Slow Food Youth Akademie gestartet. Und in unserer Region: Ein Vorbericht zum 9. Ostheimer Wurstmarkt, die Verleihung der Ehrensenatorwürde an Slow Food Urgestein Otto Geisel als einige Beispiele.

Breiten Raum ist in der Rubrik SLOW FOOD BEWEGT unserem neuen Archepassagier, der Fatschenbrunner Hutzelbirne, eingeräumt.

Nicht minder interessant sind die SLOW FOOD THEMEN: Das Thema Esskultur wird mit der Frage an den Leser eingeleitet: Was für ein Esser sind Sie? Nur Mut: Es tut nicht weh und Sie können sich sogar selbst einordnen! Auch Politisches kommt zur Sprache: Nämlich eine Slow Food Kampagne für die Welt unter dem Titel Food for Change. Damit will Slow Food Anstöße geben zu einer Veränderung des gegenwärtigen Lebensmittelsystems, das uns erhebliche Probleme hinsichtlich Natur und Klima bereitet. Und wieder stellen wir einen empfehlenserten Gasthof vor, der auch im Slow Food Genussführer zu finden ist. Fortgesetzt wird die Reihe der traditionsreichen regionalen Speisen mit der Region Hohenlohe. Und nicht zuletzt, obwohl auf Seite 14: Ein Veranstaltungs-Rückblick aufs 1. Quartal und ein Ausblick besondere Veranstaltungen im 2. Quartal.

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Endlich aufgenommen: Unser 15. Archepassagier

Fränkisches Gelbvieh © Verwaltungsstelle Bay. Biosphärenreservath Rhön/Manger

Ein gutes dreiviertel Jahr hat es gedauert, bis das Fränkische Gelbvieh (auch Gelbes Frankenvieh) in die deutsche Arche des Geschmacks aufgenommen wurde. Conviviumleiter Gerd Sych hatte sich dieser inzwischen zu einer Seltenheit gewordenen Rinderrasse angenommen. Eine Rasse, die einst in Franken weit verbreitet war - und heute extrem selten geworden. Diese großrahmigen Tiere, stark für die Feldarbeit, reichlich (aber nicht für heutige Begriffe) sehr gute Milch produzierend und (bei artgerecher Haltung) köstliches Fleisch liefernd, sind auf Liebhaber angewiesen: Ihre Kraft ersetzt der Traktor, ihre Milch lieben nur kleine, lokale Käsereien und ihr Fleisch gelangt nur auf "geheimen" Wegen zu wenigen guten Restaurants, ebenso die Fleischpakete an Privatleute, die Fleischpakete einlagern können.

Die Rasse, inzwischen auch gut 120 Jahre alt, war einst überall in Franken - in Unter-, Mittel- und Oberfranken - zuhause, ganz besonders freilich in der Rhön (siehe Fotos) und im Spessart. Dort sind sie auch heute vereinzelt zu finden. Als eine der vier gelben Höhenrinder Deutschlands verfügt sie über einfarbig erbsengelbes bis rotgelbes Fell, ist großwüchsig mit kräftigem Knochenbau und gut bemuskelt. Die drei anderen Arten sind das Limpurger Rind (dessen Weideochse ist Archepassagier), das Glan-Donnersberger Rind (Archepassagier) und das Lahnvieh.

Einst spielte das Fränkische Gelbvieh als Drei-Nutzungsrind in der kleinteiligen bäuerlichen Betriebsstruktur eine große Rolle. Heute gibt es nur noch wenige Betriebe, die diese Rasse als Milchvieh halten; ihre durchschnittlich 5.600 kg Jahresleistung ist zu wenig für spezialisierte Milchbetriebe. Aufgrund dessen sind auch die Kalbungen so enorm geschrumpft, dass die Rasse stark gefährdet ist. Nach den letzten Daten aus dem Herdbuch sind 2013 nur noch 4 Bullen und 2.374 Kühe gezählt worden, eine dramatische Verminderung von 30 Bullen und 3.500 Kühe im Vorjahr (Daten: www.g-e-h.de).

Unsere Regionalgruppe wird sich sehr für den Fortbestand dieser fränkischen, kulinarisch wertvollen Rinderrasse engagieren. Es wäre schön, wenn sich ein Mitglied fände, das hierbei aktiv mitwirken wollte als Betreuer.

Weitere Informationen bietet auf unserer Webseite der nachstehende Link!

Mehr über Fränkisches Gelbvieh

Mitgliederversammlung 2018 mit Wahlen und Genüssen

Gerd Sych informiert die Mitglieder (Teilansicht, Foto: Helga Bunz)

18.03.2018 - Heuer war es wieder soweit: Die Leitung unserer Regionalgruppe musste gewählt werden für die nächsten zwei Jahre. Diese Vorschrift sorgen für einen demokratischen Zustand vor Ort in der gleichen Weise wie die bundesdeutsche Mitgliederversammlung für den Verein Slow Food Deutschland e.V.. Zu wählen waren Leiter/-in und Stellvertreter/-in. Der großen Mitglieder-, Veranstaltungs- und Projektezahl wegen gibt es bei uns auch einen Kassenwart, der ein erhebliches Budget aus Zuwendungen der Vereinszentrale, vom Convivium selbst erwirtschafteten Einnahmen und Spenden verwaltet. Zur Conviviumsleitung gehören weitere Mitglieder; sie betreuen die Regionen, die Öffentlichkeitsarbeit (Webseite, Mitgliederinformation, eigene Zeitschrift und Publikationen) und unsere Messeaktivitäten.

Mit 36 Mitgliedern (rund 4,8 %) war die Mitgliederversammlung im Ev. Gemeindesaal von Marktbreit relativ gut besucht - sogar exzellent verglichen mit Mitgliederversammlungen von Slow Food Deutschland e.V.. Als 1. Sprecher unserer Regionalgruppe gab Gerd Sych - unterstützt durch projizierte Infotafeln - einen Überblick übers vergangene Jahr und den Stand der Dinge bei unseren Projekten. Er bedankte sich dabei herzlich bei den vielen im Alltag und bei unseren Projekten Mitarbeitenden. Kassenwart Thomas Raab gab danach einen Über- und Einblick in unsere Vermögensverhältnisse - und wofür Geld und wieviel davon für Projekte ausgegeben wurde. Fazit: Unsere Regionalgruppe steht finanziell auf sehr soliden "Beinen". Deshalb wurde der Vorstand auch einstimmig entlastet. Danach legte Thomas Raab sein Amt als Kassenwart nieder nach den vielen Jahren der damit verbundenen Verantwortung.

Die Wahlen
Rechtsanwalt Werner Nied übernahm dann die Aufgabe der Wahlleitung für die Führungsmannschaft der kommenden zwei Jahre bis zum Frühjahr 2020. Mitglieder schlugen erneut Gerd Sych als Leiter unserer Regionalgruppe vor: Er würde es noch einmal machen, bestätigte Gerd. Er bekam 100 Prozent der Stimmen. Als sein Stellvertreter wurde Thomas Raab von den Mitgliedern vorgeschlagen: Auch er wurde von allen Anwesenden gewählt. Als neuen Kassenwart stellte der Vorstand Konrad Lauer vor, wohnhaft in Schweinfurt, der in seiner Kurzvorstellung seine Finanz-Expertise belegte und sich bereit erklärte, das Amt zu übernehmen; er wurde ebenfalls von allen Anwesenden gewählt.

Weinverkostung
Danach war der Wein an der Reihe: drei Silvaner der unterschiedlichsten Art. Zuerst ein Bio-Silvaner 2017 von Mitglied Manfred Rothe, Obst- & Weinbau, Brennerei, in Nordheim a.M., Heerweg 6, Tel: 09381-8479530, www.wein-rothe.de. Ihm folgte ein Silvaner als reiner Naturwein von Michael Völker, Weingut Bernhard Völker, Kitzingen, der wahrhaft ungewöhnlich war und nicht jedermanns/-fraus Sache. Der dritte Wein, ein Orange-Wein von Manfred Rothe mit einem tiefen, zart-orange schimmernden Gelb, war ebenfalls ungewöhnlich und ungewohnt und wurde lebhaft diskutiert. Aber alle zusammen waren eine interessante und außergewöhnliche Erfahrung.


Otto Geisel jetzt Ehrensenator

07.03.2018 - Unser Mitglied Otto Geisel, Weinexperte, ehemaliger Hotelier in Bad Mergentheim (Hotel Victoria) mit einer sterngeschmückten Küche und einstiger Vorsitzender von Slow Food Deutschland e.V. erhielt die Ehrensenatorwürde der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Damit ehrt man seine Verdienste um die Konzeption, die Gründung und den Aufbau des Studiengangs BWL-Food Management. Im Jahr 2007 gründete er gemeinsam mit anderen Mitstreitern in Bad Mergentheim den in Deutschland bislang einzigen Studiengang BWL-Food Management. Dessen Konzeption, die Gründung und der inhaltliche Aufbau dieses dualen Studiengangs seien maßgeblich durch Otto Geisel geprägt, weshalb ihm jetzt die Ehrensenatorwürde verliehen wurde.
       "Das wird kein akademischer Kochklub", sagte seinerzeit Otto Geisel und behielt Recht. Im Vorjahr feierte die DHWB zehn Jahre des Bestehens dieses Studiengangs mit mittlerweile bis zu 140 Studienanfängern. Auch die Wirtschaft zieht mit: Waren es am Anfang 12 duale Partnerbetriebe sind es heute 300. Dieser große Erfolg sei zum großen Teil Otto Geisels Verdienst, so die Laudatoren.
        Die gesamte Leitung unserer Regionalgruppe gratuliert unserem inzwischen in München wohnenden, aber nach wie bei uns akkreditierten Mitglied Otto Geisel von ganzem Herzen!           Foto: Archiv


14 von 43 bayerischen Genussorten in unserer Region

04.03.2018 - Der erste Teil der Auswahl zu den vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten geplanten 100 Genussorten in Bayern ist abgeschlossen. Aus Sicht unserer Region ist das Ergebnis erfreulich: 14 Orte und Landschaften dürfen sich jetzt Genussort nennen, das sind immerhin fast 31 Prozent. Im Fränkischen Weinlandsind es Fatschenbrunn, höchst gelegener Ort im Steigerwald, Iphofen, Markt Eisenheim, Randersacker, Sulzfeld a.M., die Weininsel der Volkacher Mainschleife mit unserer Obst-Hochstamm-Streuobswiese und das Weinparadies des südlichen Steigerwalds. Im Obermain-Gebiet sind Genussorte Bamberg, Coburg und der Fränkische Brauereineweg bei Aufseß. In der Region Rhön-Grabfeld tragen diesen werbewirksamen Titel nun Hammelburg, Markt Oberelsbach und Ostheim v.d. Rhön, in Churfrankenam bayerischen Untermain die Stadt Miltenberg. Zählt man allerdings die Ortschaften freuen sich nicht nur 14 sondern insgesamt 31 Städte und Dörfer über diesen werbewirksamen Titel. Aktuell läuft der zweite Teil der Ausschreibung, bei der vielleicht weitere Orte unserer Region zum Genussort ernannt werden. 



Unser 14. Archepassagier: Fatschenbrunner Hutzelbirne

Foto: © Franz Hümmer

31-01.2018 - Dieses verschrumpelte Ding ist eine Hutzel, genauer: eine Hutzelbirne - und noch genauer: die Fatschenbrunner Hutzelbirne. Sie ist unsere jüngste Archepassagierin. Freigegeben im Januar. Die Initiative dazu kam von Franz Hümmer aus Fatschenbrunn, einem Dorf der Gemeinde Oberaurach im Steigerwald. In dieser Hutzel steckt eine große Birne.

Franz Hümmer, selbst ein Hutzelbirnen-Erzeuger, hat als Nichtmitglied - inzwischen ist er Mitglied - den Antrag für die Aufnahme der Fatschenbrunner Hutzelbirne in die Arche des Geschmacks ausgearbeitet. Weitergeleitet an unseren 1. Sprecher Gerd Sych, überließ den Antrag zur Beurteilung an mit Archeanträgen vertraute Leitungsmitglieder, die  positiv war. Und so unterzeichnete Sych das Dokument und sandte es an die Archekommission. Diese reagierte erstauntlich rasch und positiv: Die Fatschenbrunner Hutzelbirne ist nun unser 14. Passagier der Slow Food Arche des Geschmacks.

Was macht diese Hutzelbirne archereif? 1. Die Birnen (alte Sorten) entstehen bei Fatschenbrunn auf historischen Baumfeldern, heute ein in Franken fast ausgestorbene Element der Kulturlandschaft. 2. Die rund 200 Hochstamm-Birnbäume sind bis zu 250 Jahre alt. 3. Sie repräsentieren über 30 Sorten. 4. Die Baumfelder werden extensiv ohne Chemie- und Pharmaeinsatz bewirtschaftet. 5. Alle Produktionsschritte sind Handarbeit. 6. Die mit Holz beheizten Darren trocknen die Früche im traditionellen Verfahren und konzentrieren so, was die Birne wertvoll macht - gesundheitlich wie kulinarisch. 7. In Fatschenbrunn ist diese Baumfeld-Wirtschaft wohl am besten tradiert.

Eine ausführliche Information mit diesem Link.



Liegt aus: Unsere Zeitschrift 1-2018

15.01.2018 - Die neue Ausgabe ist die erste des 16. Jahrgangs unserer Zeitschrift. Etwas verspätet, auch wegen der Festtage liegt sie aber inzwischen an allen Auslagestellen aus, wo sie kostenfrei zu haben ist. Vielfältig wie immer ist wieder der Inhalt: Mit Berichten über Slow Food Aktivitäten in der Welt, in Deutschland und in der Region Hohenlohe-Tauber-Main-Franken geht es los. Vorbildlich die Verwirklichung einer Teller-statt-Tonne-Idee unseres Mitglieds Andreas Berns, das verwirklicht wurde unter der aktiven Leitung von Mitglied Markus Reinauer, Küchenchef des Landgasthofs "Jagstmühle" in Mulfingen-Heimhausen: Neun Schülerinnen der Bischof-von-Lipp-Schule in Mulfingen und mehrere Teams verwirklichten eine vorbildliche Teller-statt-Tonne Aktion, die 180 Schüler und Schülerinnen genussvoll satt machte. Wie vielfältig traditionelle Speisen "unserer" Obermainregion sind, belegen 27 Speisen, darunter vier lokale. Neu ist die erstmalige Vorstellung eines Gasthofs: in diesem Falle im Obermain-Gebiet. Erstaunlich ist, wie ein junges Landwirtsehepaar, beide Tierwirte für Geflügelhaltung, sich als junge Bauernfamilie trotz schlechter Ausgangsbedingungen erfolgreich selbstständig machten, gleich komplett ökologisch umstellten und sich sogar historische Rassen verschiedener Arten verschrieben. Welche Herausforderung es ist, einen Weinberg auf ökologische Bewirtschaftung umzustellen, beschreibt Gerd Sych, Initiator und Motor unseres Projekts Historischer Pfahlweinberg bei Ickelheim, wohl der größte in Deutschland, unter dem Motto Alter fränkischer Satz lernt Bio. Der Veranstaltungsrückblick verzeichnet eine Fülle nicht nur gelungener, sondern auch ausgebuchter, meist sogar überbuchter Veranstaltungen im vorigen Quartal.


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