Slow Food Mainfranken_Hohenlohe

Nahrung für Gedanken   (Foto: H. Riegel)

Regionale Lebensmittel - Grundlage regionaler Kultur

Rhöner Landschaft mit Rhöner Lebensmitteln © Tonya Schulz

Noch vor wenigen Generationen aßen die Menschen vorwiegend lokale Lebensmittel. Und schufen so Spezialitäten ihrer Region. Im Großen entstand so die Kultur der kulinarischen Vielfalt.

Es war nur logisch: Jahrhunderte ernährte man sich vorwiegend von den Rohstoffen der eigenen Umgebung und erzeugte daraus vorzügliche Lebensmittel und auch bestimmte Spezialitäten. Beides prägte im Laufe der Zeit auch die Landschaft. So manche Spezialität war auch anderswo begehrt - und brachte Geld ins Land. Und nicht wenige dieser Spezialitäten waren einzigartig, dass sie gar mit den Bewohner gleichgestellt wurden: Spätzle - da denkt jeder an Schwabe, bei Bratwurst oder Schäufele an Franke, bei Bier an Bayer. Auch im räumlich kleineren Rahmen gibt's solche Beispiele: Ostheimer Leberkäs und Ostheimer, Rhönschaf und Rhöner, Boeuf de Hohenlohe und Hohenloher, Silvaner und Mainfranke,.Bamberger Hörnla und Bamberger undsoweiter. Diese Beispiele zeigen, welche Bedeutung sie für eine bestimmte Lokalität oder Region haben oder haben können. Und wie sehr sie deren Kultur mitprägten.  Bamberg ist ein sehr gutes Beispiel dafür: Die seit Olims Zeiten bestehenden innerstädtischen Gemüsegärtnereien prägen bis heute das Ortsbild so, dass die Stadt sich deswegen Weltkulturerbe nennen darf.

Der Verlust lokaler Lebensmittel ist Verlust von Identität
Gerade heute, wo nichtssagende industrielle Lebensmittel das Angebot beherrschen zeigt sich die Beliebigkeit dieser. Doch inzwischen legen mehr und mehr Konsumenten Wert auf regionale Lebensmittel. Doch damit sind leider zu wenig gemeint die lokalen, traditionellen Spezialitäten. Doch sie sind es, die gerade vom kulinarischen Standpunkt aus Vielfalt bieten. Und heimische Besonderheit. Weil der Boden, das Klima halt speziell sind. Und das schmeckt man dann auch, vor allem dann, wenn es sich um traditionelle Lebensmittel, Pflanzen, Früchte, Rassen handelt.

Lokale Lebensmittelvielfalt ist kultureller Reichtum
Lebensmittelsouveränität entsteht dem Erhalten der Vielfalt lokaler Agrarprodukte und Lebensmittel. Und bereichert zugleich die Tafel des fröhlichen Essers mit vielfältigeren Geschmackserlebnissen. Aus allen diesen Gründen engagiert sich Slow Food seit weit über 30 Jahren – also von Anbeginn an – für die Biodiversität unserer Lebensmittel und die damit verbundene Souveränität der Regionen.

Klimaschutz mit regionalen Lebensmitteln
Es ist ganz einfach: Die Transporte sind kurz, schädliches CO 2 entsteht relativ wenig. Besonders dann, wenn es auch noch ökologisch erzeugte Lebensmittel sind: Igit - Food Miles.


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