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Geschmack - damit beginnt's   Foto: © Rudolf Lauerbach

Gärten zum Lernen

Ein Sortengarten für lokale und regionale Spezialitäten

Eine Initiative des Kolping-Bildungswerkes Haßfurt, die das Convivium finanziell unterstützt praktisch von Anbeginn: seit 2012.

Das Kolping-Bildungswerk Haßfurt (Region Fränk. Mainland Nord) hat einen Sortengarten angelegt. Anfang 2012 wurde mit der Rodung eines stattlichen Grundstücks - verwilderte einstige Schrebergärten - begonnen. Und bereits Anfang Mai waren erste Beete angelegt und allerlei Essbares angepflanzt. Heute, Mitte 2014, ist das ganze große Grundstück bepflanzt mit einer unglaublichen Pflanzenvielfalt - Obstbäume, Kräuter, Gräser, Gemüse - meist Pflanzen zum Essen bzw. mit essbaren Früchten. Zwei Ziele verfolgt dabei das Kolping-Bildungswerk: Junge Männer und Frauen auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten - auch und gerade durch Arbeit im Garten -  und einen Garten zu schaffen, der autochthone Arten und Sorten von Gemüsen und Obst der Region beherbergt. So sind beispielswese die Archeprodukte Bamberger Hörnla und Schwarz-Blaue aus dem Frankenwald autochthone Kartoffelsorten der Region.

Leiter des Gartenprojektes ist der Biologe Michael Hauck, auch mit dem Bund Naturschutz eng verbunden. „Ein Garten zum Essen soll es werden“, sagt er, „und ein Garten, der vor allem regionale und lokale Arten und Sorten bewahrt.“ Und in der Tat, es ist erstaunlich, was alles in diesem Garten schon von Haus aus wächst, wild wächst. Hauck will diese Pflanzen kultivieren und auch selbst Samen ziehen - ein Vorhaben, das inzwischen Praxis ist. Noch hat er kein Inventarverzeichnis angelegt, doch dies wird wohl der nächste Schritt sein: zuerst Schilder zur Pflanze, dann eine Sortenliste.

Der Garten wird ökologisch bearbeitet, ohne Kunstdünger und chemische Pflanzenschutzmittel. Hauck setzt auf die Selbstheilungskräfte der Natur: Vielfalt, genau geplanter Wildwuchs, Ausreifen der Samen: ermöglicht, ein Paradies für Helfer: vielerlei Insekten, Bienen, Eidechsen beispielsweise. Darüber hinaus schützen sich die Pflanzengemeinschaften gegenseitig.

In diesem Garten arbeiten junge Frauen und Männer im Rahmen von Beschäftigungsprojekten, mit dem Ziel, im Anschluss daran eine Ausbildung oder eine Arbeit zu finden. Mit 500 Euro unterstützte das Convivium 2012 diese Initiative. Die Spende ist gedacht für die Beschaffung von Saat- und Pflanzgut traditioneller und kulinarisch wertvoller Gemüse- und Obstpflanzen wie beispielsweise Bamberger Wirsing, Mangold Sennfelder Stiel, Astheimer Perlquitte. Auch 2013 sorgte die Spende des Conviviums für die Erweiterung der Pflanzenvielfalt und -menge. 2015 spendete das Convivium 250 Euro fzur Anschaffung notwendiger technischer Ausstattung, wie z.B. einer Wasserpumpe für das Beregnen mit Wasser aus dem angrenzenden Bach.


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