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PROJEKTE                   Foto: © Marius Wittur

Streuobst-Sortengarten



Junge Streuobstanlage überlebte Sommer 2015

 (-hwb) Die nunmehr im 2. Jahr befindliche Junganlage (Baum mit Namen und Patennamen, Foto: © Hartwig Nagler ) mit 84 Hochstammbäumchen von 84 alten und seltenen, für die Region typischen Sorten der Arten Apfel, Birne, Pflaume, Zwetschke, Kirsche, Pfirsich, Aprikose überstand den heißen, trockenen Sommer gut. Allerdings nur dank des Einsatzes von  Marius Wittur (M) und seines Betriebs, die Bio-Quittenbaumschule MUSTEA im nahen Untereisenheim. Allerdings hatte der Weidenbohrer - ein Schmetterling - gut 20 Bäume „ermordet“ durch sich einfressen in die „Blutbahnen“ des Baumes.

Das gute Durch-den-15er-Sommer-kommen war nicht nur durch viermaliges Gießen erfolgreich - jeder Guss pro Bäumchen 40 bis 50 Liter Wasser direkt ins Pflanzloch.  Vor allem aber durch Witturs Sachkenntnis: durch Beschneiden die Wuchskraft in die Wurzeln lenken. Gras zwischen den Bäumen stehen lassen bis zum September; nur die kleine Fläche des Pflanzlochs mulchen mit dessen Grasschnitt nach dem Gießen als Schutz gegen die Wasserverdunstung. Belüften rechts und links der Bäumchen durch Grubbern eines schmalen Streifens. So dringt Sauerstoff in den Boden ein und aktiviert das Bodenleben. Im September mulchen die ganze Fläche mit dem Grasschnitt; fein zerhäckselt wird er zum organinischen Dünger und gibt dem Boden mehr zurück, als er ihm genommen.

Die vom Weidenbohrer getöteten Bäumchen wurden mit Hilfe des Conviviumbudget ersetzt. Sollte der Sommer 2016 ähnlich heiß mit langen Hitzeperioden und wenig Wasser sein, so werden wohl ein-, höchstens zwei Gießaktionen genügen. Im darauf folgenden vierten Jahr, selbst bei gleichen Bedingungen, wird kein zusätzliches Giesen notwendig werden, wie das weiter unten stehende Foto der vierjährigen MUSTEA-Quittenanlage belegt: Sie erhielt außer dem Regen kein zusätzliches Wasser und erbrachte dennoch eine gute Ernte erstklassiger Früchte.


4-jährige Quittenjungbäume überlebten Sommer 2015 ohne Gießen (Foto: © Marius Wittur) 


2017: Der Weidenbohrer leider immer wieder aktiv

04.2018 - Auch in den Jahren 2016 und 2017 war der Weidenbohrer in unserem Hochstamm-Streuobstgarten mit 84 alten, historischen Sorten aktiv - leider! Im vergangenen Jahr killte er 11 Jungbäume, und im Jahr zuvor waren es auch etwa acht. Bis inklusive 2016 wurden die zu ersetzenden Jungbäume aus der Conviviumkasse bezahlt. Das Ersetzen der im Jahr 2017 durch diesen Schädling stark beschädigten oder gar gewissermaßen getötete Bäume wollen wir heuer so weit wie möglich durch freiwillige Spenden von Baumpaten finanzieren; sollten nicht alle einen Förderer finden, springt wiederum die Conviviumskasse. zur Rettung ein. Es werden selbstverständlich wieder alte Sorten nachgepflanzt.

Wie sich herausgestellt hat, ist der doch sehr sandige Untergrund nicht ideal für die Bäume, so dass sie geschwächt sind und den Angriffen des Weidenbohrers nicht genug Wiederstand bieten können. Da wir aber konsequent ökologisch arbeiten, kommt ein Spritzen mit Pestiziden nicht infrage.   Foto: Gerd Sych


Sie hat's gepackt: Unsere Hochstamm-Obstanlage

Eine Anfang September 2018 vorgenommene Besichtigung der größtenteils durch Paten finanzierten Hochstamm-Streuobstanlage am Ortsausgang von Sommerach an der Straße nach Nordheim auf der Weininsel zeigte: Fast alle Bäumchen stehen gut da. Leider gibt es auch heuer wieder einige Ausfälle – ob durch den Weidenspinner oder die lange Trockenheit in diesem Jahr ist dem Berichterstatter unbekannt.

Offizieller Pächter, da nur landwirtschaftliche Betriebe landwirtschaftliche Flächen pachten können, ist die Mustea©-Bio-Quittenbaumschule von Mitglied Marius Wittur in Untereisenheim. Diese Baumschule sorgt für die Pflege der Fläche wie der Bäumchen. „Der nochmals sehr scharf ausgeführte Winterschnitt hat zum gewünschten Erfolg geführt: Die Gehölze haben mit einer Vielzahl an Neutrieben reagiert und sich in Länge und Dicke positiv entwickelt. Auch die Hitze und Trockenheit im April hat die Bäume heuer im Frühjahr nicht ausgebremst. Trotz geringer Wasserspeicherfähigkeit der Sommeracher Sandböden konnten sich die Bäume erstmals aus eigener Kraft mit Feuchtigkeit versorgen, weil ihre Wurzeln sich durch die oberste Sandschicht wohl durchgeschoben zu haben scheinen. Heute (18.06.2018 – Foto) konnte ich zum ersten Mal sagen, das Baumfeld hat sich geerdet und fängt nun an, aus sich selbst heraus zu gedeihen. Nicht die Lücken, die hier und da auffallen mögen, sind bemerkenswert, sondern mit welcher Vitalität sich nun die Gehölze entwickeln“, so Marius Wittur.

Jene auch heuer zu ersetzenden Jungbäumchen – es sind wenige - erfordern Paten. Ein Spenderaufruf ist geplant.


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