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KAMPAGNE   (Foto: © SF/Sebastian Abtmeyer)

Teller statt Tonne

Eine Schule als Vorbild: Teller statt Tonne

Eine Gemeinschaftsschule bewegt einen ganzen Ort zum Mitmachen - auch die Jugendlichen

Mulfingen, 16.11.2017. Es war Andreas Berns, Slow Food Mitglied und Verwaltungsleiter der St. Josefpflege Mulfingen eGmbH, der die Idee dazu hatte und die zugehörige Gemeinschaftsschule Bischof von Lipp für dieses Projekt begeisterte. Anlass war der Tag der Schulverpflegung am 16.11.2017. Das Projekt "Teller statt Tonne" begann freilich bereits Wochen zuvor. Mitte Oktober besuchten die Klassen 8 im Namen des AES-Unterrichts (Alltagskultur, Ernährung, Soziales) einen örtlichen Supermarkt. Hier informierte der Marktleiter die Schülerinnen und Schüler über das Mindesthaltbarkeitsdatum und warum Lebensmittel aussortiert werden anhand von Beispielen.

Am 09.11. erschien dann nicht nur ein Bericht darüber im Mulfinger Mittelungsblatt, sondern auch eine Einladung an die Mulfinger Bürger, allerlei noch haltbare, man selbst nicht mehr verwenden wollende Lebensmittel am 13. und 14.11. bei der Hauswirtschaft der St. Josefpflege Mulfingen abzugeben. Es sei damit ein Menü geplant, das die AES-Klasse zusammen mit dem Küchenchef und Slow Food Mitglied Markus Reinauer des vorzüglichen Landgasthofs "Jagstmühle" im Ortsteil Heimhausen koche für die Schüler der Gemeinschaftsschule Bischof von Lipp am Tag der Schulverpflegung, also am 16.11.2017.

Am Tag der Schulverpflegung hingen dann in der Mulfinger Sporthalle neun von den Achtklässerinnen gestaltete Plakat mit Botschaften wie "Europäische Haushalte verschwenden jährlich 60 - 100 kg Lebensmittel" und "Zuviel eingekauft ", "Sieht nicht mehr gut aus", "Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten". Diese neun kochten am Morgen des Aktionstages mit Küchenchef Reinauer und den Teams der St. Josefpflege-Hauswirtschaft und der Gemeinde-Mensa ein 3-Gänge-Menü für die 180 Mitschüler aus Gespendetem und Nichtverkäuflichem, was wohl sonst die Tonne "eingesackt" hätte. 

Seit dem frühen Morgen am Tag der Schulverpflegung schnippelten in der Küche der St. Josefpflege die neun Mädchen viele Kilogramm Gemüse, aber auch Äpfel für Suppe und Hauptgericht, ein Kartoffel-Gratin und eine Gemüsepfanne, unterstützt durch ihre Lehrerin und zwei Hauswirtschafts-Azubis. Markus Reinauer versammelte die Mädchen immer wieder um sich, klärt sie auf mit Informationen und Sprüchen wie "Beim Kochem braucht man alle Sinne" und fordert sie auf, immer wieder mal rein zu riechen in die Töpfe: "Wichtig ist, dass es lecker riecht. Wenn nicht, ist*s nichts!" Auch in der Schulküche verarbeiten vier Mädels, unterstützt vom Mensa-Team, viele Kilo Quark und allerlei Obst mit viel Sahne zu einem Dessert. Die Fleischküchle hingegen - Reinauer nutzt sie immer auch zum Verwerten alten Brotes und Brucheiern - wurden bereits am Vortag gebraten.

Fazit: "Super" finden viele der 180 in der Allzweckhallte "Georg von Sturm" zum Essen versammelten Schüler und Schülerinnen das Gekochte. "Das Essen," so der Journalist Jürgen Koch in seinem Artikel in der Hohenloher Zeitung, "ist angekommen, auf dem Teller und in den Mündern. Nicht in der Tonne."

Dieser Artikel basiert zu einem wesentlichen Teil auf dem in der Hohenloher Zeitung veröffentlichten Artikel "Teller statt Tonne - und alles lecker" von Jürgen Koch.

           


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